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Allradantrieb: Siegesgarantie bei Strassen-GP Monaco?
​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Bald steht der Strassen-GP von Monaco auf dem Programm. Wäre da ein Allradantrieb nicht ideal? Wieso wurde das in der Formel 1 nie weiterverfolgt?
Formel 1
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In loser Reihenfolge gehen wir in Form von "SPEEDWEEKipedia" auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Friedrich Adler aus Osnabrück wissen: "Bald steht das Strassenrennen von Monte Carlo auf dem Programm. Das hat mich auf die Frage gebracht: Wäre bei so einem Grand Prix nicht Allradantrieb fast schon dies Siegesgarantie? Wieso wurde diese Technik im GP-Sport nicht weiterverfolgt?"
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Das Leben ist nicht immer fair: Einige Einfälle waren ihrer Zeit voraus, andere kamen hingegen etwas zu spät, wieder andere scheiterten an Umständen, die von den Technikern nicht vorhergesagt werden konnten. Hin und wieder dauert es auch bei den hellsten Köpfen der Vollgasbranche eine Weile, bis der Groschen fällt, jedenfalls war das so beim Allradantrieb in der Formel 1: Die britische Rennlegende Stirling Moss triumphierte beim Gold-Cup von Oulton Park (England) 1961 im Ferguson P99. Das Bemerkenswerte an diesem Auto: Es wies vier angetriebene Räder auf. Dennoch könnten wir nun nicht behaupten, dass eine Revolution in Gang gesetzt war, wie Ende der 50er Jahre mit dem Umbruch von GP-Rennern mit Frontmotor zu Heckmotor-Boliden.
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Hatte es in Oulton Park nicht geregnet? War Moss nicht der beste Fahrer seiner Epoche? Ging der Sieg beim nicht zur WM zählenden Formel-1-Lauf demnach nicht vielmehr auf das Konto Stirlings? Jedenfalls war die Einführung des Allradantriebs ein Waagrechtstart.
Die Wurzeln des Ferguson gehen auf Motorrad-Star Freddie Dixon zurück. Er wollte mit einem allradgetriebenen Auto den Geschwindigkeits-Weltrekord angreifen. Leider konnte er sein Projekt nie finanzieren. Auf der Suche nach Geld traf er Harry Ferguson, einen Traktoren-Hersteller. Zusammen mit einem weiteren Rennfahrer (Tony Rolt, 1953 Le-Mans-Sieger) wurde eine Forschungsfirma gegründet, die sich unter anderem um Allradantrieb kümmerte.
Ferguson klopfte an verschiedene Türen, doch kein Hersteller war interessiert. Worauf der Unternehmer kurzerhand selber einen GP-Renner baute. Aber die Formel 1 befand sich im Wandel, das Motorenreglement wurde umgestellt, von 2,5-Liter-Aggregaten auf 1,5-Liter-Motoren. Die kleineren, leichteren Triebwerke bedeuteten freilich: Der Vorteil des Vierrad-Antriebs war durch dessen Gewicht eliminiert. Zudem besass Ferguson nie die Mittel, um ein Team in der Formel-1-WM einzusetzen. So gingen einige Jahre ins Land, bis BRM gegen Ende der 60er Jahre wieder mit Allrad-Antrieb von Ferguson zu experimentieren begann. Inzwischen fuhr fast die ganze Formel 1 mit dem Dreiliter-V8-Motor von Cosworth.
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Auch Matra (mit dem Modell MS84), Lotus (mit dem Typ 63) und McLaren (mit einem klobigen M9A) sowie Cosworth selber (mit einem eher unattraktiven rollenden Labor, das nie in die Nähe eines Autorennens kam) befassten sich mit Vierradantrieb. Ferguson freilich blieb der einzige Sieger – denn über einen zweiten Rang eines Lotus 63 von Jochen Rindt (kurioserweise erneut im Gold-Cup) kamen die anderen nie hinaus. Zumal die Probleme die gleichen geblieben waren – zu viel Gewicht, zu schwierig im Wagen unterzubringen, zu voluminös. Enorme Fortschritte in der Reifenentwicklung sowie die Entdeckung von Flügeln zur Verbesserung der Traktion machten dem Vierrad-Antrieb in der Formel 1 dann den Garaus. Seit 1983 untersagt das F1-Reglement Allradler. Den Siegeszug im Motorsport mussten andere antreten – Audi bewies mit dem Quattro Vorsprung durch Technik und fuhr die Gegner in Grund und Boden. Das war einer der Gründe, wieso die Regelhüter in der Formel 1 einschritten. Sie befürchteten ein sündhaft teures Wettrüsten und die Überlegenheit eines einzelnen Herstellers. Und was wurde aus dem P99? Er ermöglichte Peter Westbury den britischen Bergtitel 1964. 2010 wurde der Wagen bei einer Auktion verkauft – an Stuart Rolt, den Sohn des damaligen Ferguson-Mitarbeiters Tony Rolt.
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