Nico Rosberg: «FIA gibt mir Schuld – das stinkt mir»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg mit kaputtem Auto

Nico Rosberg mit kaputtem Auto

​Die Regelhüter des Autoverbands FIA urteilen: Nico Rosberg hat zum Schluss des Österreich-GP gleich zwei Fouls begangen. Der WM-Leader sieht das ganz anders.

Einfach haben es sich die Rennkommissare nicht gemacht. Sie berieten überdurchschnittlich lange, wie mit dem (aus ihrer Sicht) Pistensünder Nico Rosberg zu verfahren sei. Gut drei Stunden nach dem Rennen fällten Garry Connelly (Australien), Radovan Novak (Tschechien), Martin Donnelly (Grossbritannien) und Wilhelm Singer (Österreich) ihr Urteil – Rosberg ist Schuld. Aber die Strafe ist nicht mehr als ein harmloser Klapps auf die Hand.

Die Rennpolizei sieht es als erwiesen an: Rosberg war «Verursacher einer vermeidbaren Kollision, weil er dem anderen Fahrzeug nicht genügend Raum geschenkt hat». Um genau zu sein, zeigen Aufnahmen von der Bordkamera Rosbergs, dass der WM-Leader verdächtig lange nicht einlenkte. Hamilton hingegen wollte die Kurve normal fahren, konnte aber nicht. Da war schon Rosberg.

Verdikt der Rennkommissare: 10-Sekunden-Strafe auf die Renngesamtzeit von Rosberg. Das heisst jedoch auch, dass er immer noch Vierter ist, weil sein Vorsprung auf Daniel Ricciardo gross genug war. Dazu bekommt Nico zwei Strafpunkte.

Weil Nico dann mit kaputtem Auto weiterfuhr, statt den Wagen zur Seite zu stellen, weil er daher sich und andere in Gefahr brachte, erhielt er überdies eine Verwarnung. Bei drei Verwarnungen setzt es in der Formel 1 die Strafe von zehn Rängen zurück in der Startaufstellung.

Nico selber mault: «Die FIA sieht bei mir die Schuld für die Kollision – das stinkt mir. Aber ich respektiere die Entscheidung. Ich bin anderer Ansicht, aber das nützt mir wenig.»

Nico sieht das Ganze so: «Ich bin an der Innenseite, ich habe in dieser Position das Recht, mich zu verteidigen. Dazu muss ich auch nicht die Ideallinie nehmen. Ich hatte Lewis an der Aussenseite, und da wollte ich ihn auch behalten. Das ist alles.»

Frage eines Journalisten: Lewis wenig Raum zu lassen, war das nicht ein wenig Revanche für Situationen in Rennen zuvor, sagen wir Kanada? Nico sofort: «Wieso sagst du, ich hätte ihm wenig Raum gelassen? Es ist Fakt, dass er Raum hatte. Schaut euch die TV-Aufnahmen an. Ich betone – vor der Kollision hatte Hamilton zu jeder Zeit genügend Raum.»

«Ich bin extrem frustriert. Ich hatte den Sieg vor Augen. Und ich sehe mich im Recht, dass ich meine Position verteidigen darf. Die Kollision kam für mich aus heiterem Himmel. Damit hätte ich nie gerechnet.»

Ein anderer Journalist sagt: «Auf der positiven Seite ...»

«Es gibt keine», unterbricht ihn Nico.

Rosberg war von Startplatz 6 zur Spitze vorgedrungen. «Es war eines meiner besten Rennen – bis auf die letzte Runde», findet der Deutsche.

Eine weitere Kollegen meint: «Nur um das klarzustellen – du gibst also Lewis die Schuld an der Kollision?»

Nico: «Das habe ich nicht gesagt. Ich bin jedenfalls nicht in jemanden reingefahren. Ich hatte das Auto immer Kontrolle. Ich habe auch kein Rad stehen lassen. Dass er in mich hineinlenkt, das hat mich überrascht. Er hat wohl von einem toten Winkel gesprochen, vielleicht ist das eine Erklärung.»

Rosberg ist nicht der Ansicht, dass ihn der Defekt an der elektronisch gesteuerten Hinterradbremse den Sieg gekostet hat. «Das passiert in der zweitletzten Runde. Ich hatte genügend Zeit, um mich an das neue Fahrgefühl zu gewöhnen. Das hatte nichts mit der Kollision zu tun.»

In der WM steht es nun 153:142 für Nico. Nur noch elf Punkte Vorsprung. Es wird langsam eng für Rosberg.

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Mathias Brunner
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