Qualifying Silverstone: Pole für Lewis Hamilton!

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lewis Hamilton distanzierte seinen Teamkollegen im Qualifying von Silverstone um drei Zehntel

Lewis Hamilton distanzierte seinen Teamkollegen im Qualifying von Silverstone um drei Zehntel

Das Qualifying zum Grossbritannien-GP entschied Lokalmatador Lewis Hamilton für sich. Der Weltmeister darf am Sonntag neben seinem Teamkollegen Nico Rosberg aus der ersten Reihe ins Heimspiel starten.

Vor dem Qualifying zum Grossbritannien-GP machten vor allem zwei GP-Fahrer von sich reden: -Für Wirbel sorgte einerseits Sauber-Crashpilot Marcus Ericsson, der im dritten freien Training Ausgangs der Stowe-Kurve einen harten Abflug hinlegte und zum Routine-Check ins Krankenhaus musste. Der Schwede war zum Start des Abschlusstrainings noch nicht ins Fahrerlager zurückgekehrt.

Und auch Ferrari-Star Sebastian Vettel war ein Thema, weil er ganz zum Schluss der letzten Trainingsstunde einen Getriebeschaden erlitten hatte, der ihn zu einem ungeplanten Getriebewechsel zwang und deshalb eine Strafversetzung um fünf Startplätze zur Folge hatte. Diese Strafe hatte der vierfache Champion schon beim letzten Rennen in Österreich absitzen müssen.

Der erste Pilot, der von den Regelhütern wegen des Verlassnes der Rennpiste mit einer Streichung der Rundenzeit bestraft wurde, war Renault-Pilot Jolyon Palmer. Der Brite hatte in der Copse-Kurve zu weit ausgeholt. FIA-Rennleiter Charlie Whiting hatte die Fahrer und Teams am Morgen schon gewarnt, dass man in dieser Hinsicht kein Auge zudrücken würde.

Die erste Rundenzeit liess sich Manor-Pilot Pascal Wehrlein gutschreiben. Der Überraschungszehnte des jüngsten WM-Laufs auf dem Red Bull Ring umrundete den Silverstone Circuit in 1:34,298 min. Lange durfte sich der Deutsche nicht über die erste Position auf dem Zeitenmonitor freuen, denn kurz darauf setzte sich Nico Rosberg an die Spitze. Der Mercedes-Pilot blieb mit 1:30,724 min auf Anhieb schneller als sein Teamkollege Hamilton – wenn auch nur unwesentlich: Der Weltmeister war 15 Tausendstel langsamer als sein Nebenmann.

Q1: Enttäuschung für Jenson Button

Vier Minuten vor dem Ende des ersten Qualifying-Abschnitts bogen die meisten Piloten an die Box ab. Zu diesem Zeitpunkt führte Rosberg die Zeitenliste mit 1:30,742 min vor Hamilton und Max Verstappen an. Dahinter komplettierten Kimi Räikkönen, Vettel, Daniel Ricciardo, Valtteri Bottas, Carlos Sainz, Felipe Massa und Esteban Gutiérrez die Top-Ten.

Einen letzten Versuch wagten Gutiérrez, Wackelkandidat Daniil Kvyat auf der 16. Position sowie die Abschuss-Kandidaten Palmer, Kevin Magnussen, Rio Hatyanto und Pascal Wehrlein. Die Hoffnung aufgegeben hatte Felipe Nasr. Der Sauber-Fahrer belegte zu diesem Zeitpunkt die 20. Position.

Am Ende musste sich der Brasilianer mit dem 21. Platz begnügen, weil sich Wehrlein noch verbessern konnte. Auch Magnussen und Kvyat schafften bessere Rundenzeiten und brachten sich damit in die Q2-Gruppe. Die erste Verlierergruppe setzte sich deshalb letztlich aus Lokalmatador Button, Palmer, Haryanto, Wehrlein, Nasr und Ericsson zusammen.

Button wollte das lange nicht wahrhaben, denn McLaren-Honda war überzeugt, dass Magnussen seine rettende Rundenzeit nur durch Verlassen der Piste erreicht hatte. Doch die Rennkommissare entschieden sich, die Zeit nicht zu streichen, weshalb der Brite letztlich doch aussteigen musste.

Q2: Wahnsinnszeit von Lewis Hamilton

Gleich in den ersten Minuten des zweiten Qualifying-Segments sorgte Hamilton mit seiner Rundenzeit von 1:29,243 min für hochgezogene Augenbrauen bei der Konkurrenz. «Das war eine Wahnsinnsrunde», staunte der ehemalige GP-Pilot und heutige Sky Sports F1-Boxengassenreporter Martin Brundle. Weniger Freude hatte Hamiltons Renningenieur, der den Weltmeister daran erinnerte, dass er auf jenen Reifen unterwegs war, auf denen er ins Rennen starten musste.

Für Aufregung sorgte auch Räikkönen. Der Iceman legte in der Club-Kurve einen Dreher hin, während sich sein Teamkollege Vettel auf Position 4 zwischen den Red Bull Racing-Piloten Verstappen und Ricciardo einreihte. Ganz andere Probleme bekundete Force India-Fahrer Pérez, der sich über Funk beklagte, dass sein Boxengassen-Limitier, der das Tempo für die Schleichfahrt regelt, nicht funktionierte. Gemeinsam mit Kvyat, Gutiérrez, Massa, Räikkönen und Magnussen gehörte der 26-Jährige aus Guadalajara zu den Wackelkandidaten.

An Hamiltons Bestzeit kam keiner mehr ran, sodass der Brite auch die Q2-Zeitenliste anführte. Mit einer letzten schnellen Runde rette sich Toro Rosso-Pilot Carlos Sainz ins Top-Ten-Stechen. Das Nachsehen hatte Pérez, der sich mit den elften Platz vor Massa, Grosjean, Gutiérrez, Kvyat und Magnussen begnügen musste.

Q3: Pole-Position für Lewis Hamilton

Die erste Q3-Rundenzeit liess sich WM-Leader Rosberg gutschreiben. Obwohl der Deutsche mit 1:29,606 min schon sehr schnell unterwegs war, wurde er kurz darauf von Hamilton mit 1:29,339 min verdrängt. Weil der Weltmeister bei seiner Runde aber in der Copse-Kurve neben der Piste unterwegs war, wurde ihm seine Bestzeit gestrichen.

Keine Chance hatte Vettel, der eine Rutschpartie einlegte und mit Position 6 vorlieb nehmen musste. Der ehrgeizige Heppenheimer hatte Glück, denn die Zeit reichte noch für einen weiteren Versuch.

Doch Vettel konnte sich nicht mehr verbessern, er belegte den sechsten Platz hinter Pole-Setter Lewis Hamilton, der sich mit 1:29287 min den ersten Startplatz zum Heimrennen gesichert hatte, Rosberg, Verstappen, Ricciardo und Räikkönen. Hinter Vettel komplettierten Bottas, Hülkenberg, Sainz und Alonso die Top-Ten-Zeitenliste.

Der Ferrari-Star wird das zehnte Rennen der Saison wegen seines neuerlichen Getriebewechsels ausserhalb der Top-Ten in Angriff nehmen müssen.

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Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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