Sebastian Vettel (Ferrari): Neue Pirelli-Richtlinien

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel nach seinem Reifenplatzer auf dem Red Bull Ring

Sebastian Vettel nach seinem Reifenplatzer auf dem Red Bull Ring

​Im August 2015 gerieten sich Ferrari und Pirelli wegen der Laufleistung der Formel-1-Reifen in die Haare. Was sagen die Mailänder nach dem jüngsten Reifenplatzer in Österreich?

Kurz vor Schluss des Grossen Preises von Belgien 2015 schied Ferrari-Star Sebastian Vettel durch einen Reifenplatzer rechts hinten aus. Der vierfache Weltmeister tobte: «Die Reifen sind miserabel. Das kann nicht sein, das geht jetzt schon Jahre so, ich weiss nicht, worauf wir warten. Die Voraussage von Pirelli war, dass der Reifen 40 Runden hält, und wir hatten knapp 30 drauf. So etwas darf nicht passieren.»

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hatte gemeint: «Wir basieren Entscheidungen zur Strategie immer auf Daten und Fakten, und die Daten waren glasklar. Die Strategie war aggressiv, aber die Daten waren klar. Wir sind nicht so dumm und würden ein unnötiges Risiko für einen unserer Fahrer eingehen. Macht euch also keine Sorgen, wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht und das gründlich. Jedes Team hat einen Ingenieur von Pirelli bei sich an der Arbeit. Was glaubt ihr, was der Pirelli-Techniker bei uns macht? Kaugummi-Kauen? Er checkt die Reifen, er verfolgt jenen Lauf, den die Fahrer machen, er versorgt uns mit allen relevanten Daten.»

Pirelli reagierte so: «Im November 2013 hat Pirelli darum gebeten, ein Maximalzahl an Runden festzulegen, die mit einem bestimmten Reifensatz gefahren werden darf, dies zusammen mit anderen Parametern, was den Umgang mit Reifen angeht. Auf diesen Vorschlag wurde nicht eingegangen.»

«Was wir planten – für die härtere Mischung eine Maximal-Laufzeit von 50 Prozent der jeweiligen Grand-Prix-Distanz, für die weichere Mischung 30 Prozent. Wäre das auf das Rennen von Spa-Francorchamps angewandt worden, dann wäre die Grenze für die Benutzung des mittelharten Reifens von Belgien bei 22 Runden gewesen.»

Sebastian Vettel fuhr mit seinen Reifen mehr als 28 Runden, als es zum Schaden kam. Pirelli-Rennchef Paul Hembery war sauer: «Die Teams haben damals unseren Vorschlag einer Maximalrundenzahl abgelehnt, weil es jene Teams bestraft hätte, deren Autos besonders behutsam mit den Reifen umgehen und die daher im Rennen vielleicht mit einem Stopp weniger auskommen.»

Nun also, in Österreich 2016, wieder ein Reifenplatzer.

Der Ton zwischen Ferrari und Pirelli war dieses Mal aber wesentlich gesitteter. Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene liess wissen: «Es gab kein Anzeichen dafür, dass es zu einem Schaden kommen würde, alle Daten waren normal. Zudem hielten die Reifen viel besser als im Training, wegen der kühleren Temperaturen.»

Nach Analyse der Gummifetzen kamen die Pirelli-Techniker zum Schluss: Der Reifen musste durch einen Fremdkörper verletzt worden sein. Die Mailänder vermieden jeden Vorwurf, Ferrari habe an der Grenze des Machbaren operiert, was die Laufleistung des Reifens angehe.

Aber so ganz beendet ist das Thema noch nicht.

Neu ist für hier in Silverstone: Pirelli gibt eine Empfehlung heraus, wie lange die Walzen maximal im Einsatz sein sollten. Diese Richtlinie ist nicht bindend, es gibt – im Gegensatz zu den Reifendrücken – im Reglement keine Verpflichtung, sich an diese Werte zu halten.

Silverstone-Richtlinien
Reifenmischung hart (orange gekennzeichnet): 26 Runden
Mittelhart (weiss): 28
Weich (gelb): 15

So mancher clevere Leser wird sich nun fragen: Wieso dürfen die mittelharten Reifen länger verwendet werden als die harten? Ist das nicht unlogisch? Der Grund liegt daran – im Training neigte die harte Mischung eher zum Körnen (wenn die Reifen zu stark rutschen und sich auf der Oberfläche kleine Gummikügelchen bilden).

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