Marchionne (Ferrari): Fehler von Vettel und Räikkönen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sergio Marchionne (rechts) mit Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene

Sergio Marchionne (rechts) mit Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene

​Ferrari-Präsident Sergio Marchionne über das Abschlusstraining zum Grossen Preis von Belgien: «Wenn ich an die Fehler von Vettel und Räikkönen denke, ist unser Ergebnis ermutigend.»

Bringt ausgerechnet die Nummer 13 Ferrari Glück? Wir stehen vor dem dreizehnten WM-Lauf der Saison, auf dem herrlichen Ardennenkurs von Spa-Francorchamps. Ferrari hat seit dem 20. September 2015, also seit bald einem Jahr keinen Grand Prix mehr gewonnen. Ferrari hat in Belgien seit 2009 nicht mehr gewonnen – damals wie heute sass Kimi Räikkönen am Steuer.

Unter den fast 100.000 Menschen heute auf der belgischen Traditionsrennstrecke fehlt Ferrari-Präsident Sergio Marchionne. Seit Beginn der Saison hat der 64jährige Fiat-Sanierer seine Zunge ein wenig gezügelt. Vor dem Australien-GP sprach der Italo-Kanadier davon, dass 2016 der WM-Titel her müsse. Und dass er erwarte, dass Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen von Anfangs an auf Augenhöhe mit den Silberpfeilpiloten fahren. Das ist nicht passiert.

Letztmals bei einem Grand Prix gesehen haben wir Marchionne in Baku im vergangenen Juni. Damals gab der Ferrari-Chef zum Besten: «Es ist herausragend, welche Fortschritte wir beim Motor gemacht haben. Wir müssen es aber schaffen, mehr aus den Reifen zu holen, und wir müssen mehr Abtrieb haben, das ist ganz elementar. Aber ich sehe uns auf gutem Weg zu ergründen, was an unserem Auto funktioniert und wo wir zulegen müssen. Das ist wichtig, denn wir haben ja keine Testfahrten mehr, und die ganzen Simulationen geben nur beschränkte Ergebnisse.»

«Für mich ist die WM komplett offen. Wir arbeiten von Rennen zu Rennen und versuchen, aus jedem Grand Prix das Beste zu machen. Diese Mannschaft soll ermuntert werden, nicht herabgesetzt. Ich weiss, welche Fortschritte wir gemacht haben. Wir sind da! Aber wir brauchen endlich mal auch ein wenig Glück.»

Die WM offen? Damals lautete die Reihenfolge noch Nico Rosberg (116 Punkte) vor Lewis Hamilton (107) und Sebastian Vettel (78). In der Markenwertung führte Mercedes mit 223 Zählern vor Ferrari mit 147. Heute jedoch führt Lewis Hamilton in der WM mit 217 Punkten, gefolgt von Nico Rosberg (198), Daniel Ricciardo (133), Kimi Räikkönen (122) und Sebastian Vettel (120). In der Markenwertung ist Ferrari (242 Punkte) hinter Red Bull Racing (256) zurückgefallen, Mercedes (415) wird kaum am Titel zu hindern sein. Ferrari hat überdies Technikchef James Allison verloren.

Gestern Samstag hat Sergio Marchionne an der Römer Universtität LUISS gesprochen (Libera Università Internazionale degli Studi Sociali), wo 7000 junge Menschen Sozialwissenschaften studieren. Marchionne versuchte, eine Brücke zwischen dem Studium und der Arbeit bei Ferrari zu schlagen. Motto: Wer keine Leistung bringt, kann einpacken. «Das gilt für alle, auch für mich», hielt Marchionne fest.

Zum Abschlusstraining von Belgien (die beiden Ferrari in der zweiten Startreihe) sagt der Spitzenmanager: «Wenn ich an die Fehler von Räikkönen und Vettel denke, ist das kein übles Ergebnis.»

Die Schwierigkeiten von Ferrari, so Marchionne, gehen «auf die Einflüsse durch die ganzen Änderungen innerhalb der Scuderia zurück. Die machen sich anhaltend bemerkbar. Gleichwohl haben wir die Verpflichtung, die Ziele zu erreichen, die wir uns gesetzt haben und den Abstand zur Spitze zu verringern.»

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