Verletzungsmisere vor Gespann-EM-Finale

Von Rudi Hagen
Grasbahn
Kann Matthijssen auf heimischen Boden seinen Titel verteidigen?

Kann Matthijssen auf heimischen Boden seinen Titel verteidigen?

Eine beispiellose Unfallserie trübt die Vorfreude auf das das EM-Finale der Gespanne, das am kommenden Sonnabend (4. September) in Uithuizen/NL stattfinden wird (Start 18 Uhr).

Es fing an mit Marco Hundsrucker, der in Angenrod beim Training mit Harald Mössmer kollidierte und sich dabei eine komplizierte Schulterverletzung zuzog. Er fehlt in Uithuizen genauso wie Markus Brandhofer.

Der Gaißacher, der im Vorfeld der EM zum Kreis der Favoritenanwärter gezählt wurde, stürzte in Melsungen schwer und brach sich den achten Brustwirbel. «Mir geht’s aber schon wieder gut», berichtet der Oberbayer im Gespräch mit SPEEDWEEK, «am Samstag betreue ich meinen Bruder Stefan in Holland.»

Im Rahmenprogramm des Langbahn-GP’s in Eenrum/NL gab es die nächsten Ausfälle (SPEEDWEEK berichtete). Jörg Levihn als Beifahrer des Briten Nick Radley liegt seitdem immer noch im künstlichen Koma, und der Franzose Christophe Grenier kann wegen seiner Hand- und Unterarmbrüche das Nachrückerangebot nicht annehmen.

Mit Markus Venus und Markus Heiss verunglückte am letzten Sonntag ein weiteres Top-Gespann. Die Pfarrkirchener erlitten beim Grasbahn-Klassiker in Berghaupten einen mehrfachen Überschlag, wobei sich Venus einen Brustwirbel brach. Der 28-Jährige wurde am Montag im Krankenhaus in Offenburg erfolgreich operiert. Beifahrer Markus Heiss erlitt Bänderrisse in der Schulter. Er konnte die Klinik schon wieder verlassen.

«Da ist momentan wirklich der Wurm drin», fühlt auch Multi-Champion Thomas Kunert mit den Verletzten. Der Memminger gehört mit Co-Pilot Markus Eibl zu den Top-Favoriten auf den EM-Titel. Kunert: «Es läuft ganz gut, Siege in Bad Hersfeld und Berghaupten. Aber geschenkt wurde uns wirklich nichts.»

Dass der EM-Titel in Uithuizen ausgefahren wird, passt dem achtfachen Titelträger nicht. «Auf der kleinen und engen Bahn ist der Start zu 90 Prozent entscheidend. Das ist doch Glückssache. Wie im Vorjahr ist das wieder eine Bahn, die nicht prädikatwürdig ist und auf der auch die meisten Fahrer nicht gerne fahren.»

«Ich verstehe das auch nicht», stimmt Titelverteidiger William Matthijssen (NL) in die Kritik hinsichtlich der Bahnauswahl mit ein. «Gewinnst du den Start, gewinnst du auch das Rennen.»

Stefan Brandhofer ist Optimist: «Die Bedingungen sind für alle gleich. Wir wollen auf jeden Fall ins A-Finale.» Da will auch Stefan Steigerwald mit seinem Bruder Sebastian hin. «Auf jeden Fall wollen wir ins B-Finale, da können wir uns dann noch qualifizieren. Auf der Bahn wird das Überholen schwer werden, da müssen wir uns auf die Starts konzentrieren.» Kunert, Matthijssen und Stefan Brandhofer sind für den Westerngrunder die Titel-Favoriten. Zu den Unfällen hat er seine eigenen Meinung: «Die Gespannszene ist leistungsmäßig enger zusammen gerückt. Da geht es um Biegen und Brechen.»

Oliver Wehrle findet es schade, dass so viele Deutsche fehlen. «Ich bin froh, wenn wir das A-Finale erreichen. Ich denke, wir sind dafür gut gerüstet. Aber ich fahre lieber auf längeren Bahnen.»

Die vorläufige Startaufstellung EM-Finale Uithuizen/NL:
1 Stefan Brandhofer/Stefan Peters (D)
2 Mark Detz/Janny van Dijk (NL)?
3 Thomas Kunert/Markus Eibl (D)?
4 Philip Wierenga/Hessel Auwema?(NL)
5 Scott Dunn/Natascha Barlett (GB)?
6 Shaun Harvey/Danny Hogg (GB)
7 Nick Radley/Abi Radley (GB)
8 Sven Holstein/Antony Goodwin (NL)?
9 Mike Read/Mark Hopkins (GB)?
10 William Matthijsen /Sandra Mollema (NL)?
11 Stefan Steigerwald/Sebastian Steigerwald (D)?
12 Oliver Wehrle/Peter Lehmann (D)?
Res. 1 Tim Larsen/Nikolej Terkensen (DK)?
Res. 2 Dave Carill/Karl Webb (GB)

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