Der neue BMW M8 GTE erhält für Sebring mehr Power

Von Oliver Müller
IMSA
Beim Boxenstopp in Daytona: Der BMW M8 GTE

Beim Boxenstopp in Daytona: Der BMW M8 GTE

Beim Saisonauftakt der IMSA-Serie in Daytona hatte der neu entwickelte BMW gegen die Konkurrenz von Corvette, Ferrari, Ford und Porsche keine Chance. Doch nun reagierten die Regelhüter mit einer neuen Einstufung.

Bei den 24 Stunden von Daytona zeichnete sich in der GTLM-Kategorie ein klares Bild ab. Die beiden Ford dominierten und die restlichen Modelle der Klasse hatten keine wirkliche Chance mitzuhalten. Die Vormachtstellung der amerikanischen Flundern resultierte zu großen Teilen daraus, dass die Ford über die jeweiligen Stints ihr Rundenzeiten-Niveau besser reproduzieren konnten als die anderen GTLM-Renner. Somit summierte sich über die 24-Stunden-Distanz ein satter Vorsprung, der in einem souveränen Doppelsieg endete. Beim Blick auf die schnellsten Rundenzeiten der einzelnen Modelle sieht es etwas anders aus. Im Renntrimm hatte hier der Ferrari 488 GTE auf dem Kurs in Nordost-Florida die Nase vorn. Der Ford, die Corvette C7.R und der Porsche 911 RSR lagen auf Augenhöhe bzw. circa fünf Zehntelsekunden zurück. Doch dem BMW M8 GTE fehlte über eine Sekunde auf die Bestzeit.

Einer der Hauptgründe für den Rückstand ist der Fakt, dass BMW in der Designphase des M8 GTE eine späte Änderung am aerodynamischen Layout aufgezwungen bekam. Durch den Verzug fährt der Wagen aktuell noch nicht auf dem Niveau, das in ihm steckt. BMW wollte über eine bessere BoP (Balance of Performance) zu den Klassenkonkurrenten aufschließen. Doch die in Daytona gewährten Zugeständnisse reichten einfach nicht aus.

«Das Fahrzeug konnte hier noch nicht sein volles Potenzial zeigen. BMW und die IMSA werden deshalb ihre produktiven und offenen Gespräche fortsetzen und haben sich darauf geeinigt, für die kommenden Veranstaltungen ab Sebring eine angemessene BoP-Einstufung zu finden, damit der BMW M8 GTE im Sinne der Serie, von BMW und all unserer Fans seine wahre Performance zeigen kann», hatte BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt im Daytona-Nachgang bereits Änderungen angekündigt.

Und tatsächlich bekam der BMW für den nächsten IMSA-Test in Sebring (20. bis 23. Februar) die ersten Zugeständnisse. Im Drehzahl-Bereich ab 5000 Umdrehungen/Min. wurde der Ladedruck für den 4L-V8-Turbomotor signifikant erhöht. (Bei 2500, 3000 und 4000 U/Min. aber leicht reduziert.) Außerdem haben die Regelhüter den Tank des bayrischen Wagens um zwei auf 95 Liter vergrößert.

Alle anderen GTLM-Renner haben kein Performance-Update seitens der IMSA erhalten. Lediglich der Tank des Ford wurde um zwei Liter verkleinert (jetzt 89L) und der des Porsche um zwei Liter (jetzt 94L) nach oben angepasst.

In der Prototypen-Klasse sind dagegen nur minimale Anpassungen vorgenommen worden. Während die LMP2-Modelle in der IMSA aufgrund einer Vereinbarung mit FIA/ACO sowieso unberührt blieben, wurde den DPi-Wagen von Acura, Cadillac, Mazda und Nissan ihre Standard-Aerodynamik für die Saison zugeteilt. Hier bestanden für die 24 Stunden von Daytona Ausnahmeregelungen, die mit dem speziellen Layout des Kurses in Verbindung standen. Lediglich der Tank des Acura DPi wurde um drei Liter (jetzt 77L) verkleinert.


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