Beatriz Neila (24) bekommt im Yamaha-Werksteam Zuckerbrot und Peitsche
Seit Etablierung der im Rahmen der Superbike-WM ausgetragenen WorldWCR zählt Beatriz Neila zu den stärksten Pilotinnen. Im Yamaha-Werksteam machte die 24-Jährige eine erstaunliche Entwicklung durch.
Beatriz Neila ist der Sonnenschein im Paddock der Women's Circuit Racing World Championship – kurz WorldWCR. Die Spanierin verliert kein böses Wort über Gegnerinnen und hat ein notorisches Lächeln im Gesicht. In diesem Jahr sahen wir jedoch auch eine andere Seite der Yamaha-Pilotin: Als sie in Misano in beiden Rennen Maria Herrera unterlag, kullerten Tränen und sie machte kein Hehl aus ihrer Enttäuschung. Und in Donington Park, als sie im ersten Lauf im Positionskampf mit ihrer Landsfrau stürzte,
Es ist offensichtlich: Im dritten Jahr in der Frauen-Weltmeisterschaft ist die Madrilenin professioneller und ehrgeiziger geworden. Dafür sorgte auch Paul Denning, der mit seinem Crescent-Team den Werksauftritt von Yamaha in der Superbike-WM und auch das WorldWCR von Neila organisiert.
«Beatriz hat sich enorm weiterentwickelt, sowohl was ihre reine Leistung als auch insbesondere ihre Reife und ihre Fähigkeit, mit Druck umzugehen, betrifft», betonte der Engländer. «Es gab einige schwierige Momente, denn es ist ein harter Übergang für eine Fahrerin, von der ausschließlichen Zusammenarbeit mit ihrem Vater zu einer umfassenderen Betreuung durch einen anderen Menschen überzugehen. Aber zwischen Beatriz und ihrem Vater Carlos sowie ihrem Techniker Alan Cook herrscht mittlerweile großes Vertrauen. Beatriz konnte auf die Crew-Chiefs des Werksteams zurückgreifen; Andrew Pitt hat ihr im ersten Jahr sehr geholfen. Der Unterschied für uns liegt darin, dass die WorldWCR-Fahrerinnen deutlich weniger Erfahrung haben als die Superbike-Piloten. Daher ist auch die benötigte Unterstützung eine andere – mal braucht es etwas Zuckerbrot, mal die Peitsche; es geht darum, die richtige Balance zu finden.»
Denning weiter: «Was sich wahrscheinlich nicht ändern wird, sind ihre Entschlossenheit, ihr Siegeswille und ihr Mut. Das ist enorm beeindruckend und bisweilen sogar verblüffend, da sie bereit ist, ihre Komfortzone zu verlassen, um Leistung zu bringen. Es ist eine großartige Geschichte für den Frauen-Motorsport, dass eine so feminine und gebildete junge Frau eine derart ausgeprägte Entschlossenheit an den Tag legt, Motorrad-Weltmeisterin zu werden.»
Auch wenn der Gewinn der WorldWCR 2026 durch Herrera kaum mehr zu verhindern ist, möchte der 59-Jährige Neila zum Titel führen. Anschließend könnte die Sportbike-WM eine neue Herausforderung für die Spanierin sein.
«Wir würden sie sehr gerne dabei unterstützen, die zu gewinnen – darauf liegt unser Fokus», betonte Denning. «Wenn man sich die WorldWCR-Rennen ansieht und die Spitzengruppe um den Sieg kämpfen sieht, könnte man nicht sagen, ob es sich um Männer oder Frauen handelt. Das ist das größte Kompliment, das ich diesem Rennsport machen kann. Die Fahrerinnen sind voll bei der Sache, die Rundenzeiten sind beeindruckend, und die Zweikämpfe sind so hart, wie wir sie in irgendeiner Markenpokal-Serie je erlebt haben. Was die Zukunft betrifft, wäre es großartig zu sehen, wie Beatriz und andere Fahrerinnen ihres Schlags von der WorldWCR in die neue Sportbike-Klasse wechseln und dort gute Leistungen zeigen. Die dortigen Motorräder sind eine Mischung aus Maschinen der mittleren Hubraumklasse, die vom Gewicht her den WorldWCR-Bikes recht ähnlich sind. Ich sehe keinen Grund, warum jemand wie Beatriz dort nicht konkurrenzfähig sein könnte, wenn sie sich voll darauf konzentriert. Was ihre fahrerischen Fähigkeiten und ihren reinen Speed angeht, bringt Beatriz alles mit, was man sich von einem jungen Talent wünscht.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach