Tuning auf thailändisch: Ein Teile-Markt in Bangkok

Von Rolf Lüthi
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Auch tagsüber ist was los in Bangkok. Wir flanierten über Thailands größte Tuning-Shoping-Meile, den Poonsap Market – und machten einige erstaunliche Entdeckungen.

Längst ist Thailand kein Entwicklungsland mehr, sondern ein entwickeltes Land. Neben den vier japanischer Herstellern fertigen auch Ducati, BMW und Triumph vor den Toren Bangkoks Motorräder. Die Autoindustrie ist mit mehr oder minder allen weltweit bekannten Marken vertreten, wenn nicht mit einem Werk, so zumindest mit einer Fabrik, in der Komponenten produziert werden.

2015 wurden in Thailand fast zwei Millionen Autos produziert. Damit liegt Thailand weltweit auf Platz 12, unter anderen vor England und Frankreich. Bei den Motorrädern sieht es ähnlich aus: Jahresproduktion knapp zwei Millionen, davon knapp eine Million für den Export. Tendenziell geht die Produktion zurück, die thailändische Motorradindustrie befindet sich im Umbruch. Die Nachfrage nach Rollern und Motorrädern mit kleinen Hubräumen sinkt, die thailändische Industrie will das durch vermehrte Produktion von hubraumstarken Motorrädern kompensieren.

Roller und Motorräder sind omnipräsent auf Thailands Strassen. Die Mehrzahl sind Roller mit 125 oder 150 Kubik zum Gebrauch als preisgünstiges Transportfahrzeug für Personen und Güter. Es gibt aber auch eine Oberschicht, die sich hubraumstarke, aktuelle Motorräder leistet. Für diese Kundschaft wie auch für junge Männer, die schon mal ihren Scooter aufpeppen wollen, gibt es in der Tuningmeile von Poonsap zahlreiche Läden und Stände mit Motorradteilen. Ganz vorne in der Auslage: Bremskomponenten von Brembo, Lenkungsdämpfer und Federbeine von Öhlins oder Showa, Vergaserkits von Keihin.

Eine gefräste Vierkolbenbremszange von Brembo liegt für 1120 Bath in der Auslage, 32 Euro. Ein Bauteil, das in Deutschland etwa 700 Euro kostet. Ein Öhlins-Lenkungsdämpfer ist angeschrieben mit 1320 Bath, ca 36 Euro. Listenpreis in Deutschland: ca 385 Euro ohne Befestigungskit. Bereitwillig wird dem Autor ein Lenkungsdämpfer übergeben. Beim Bewegen ist Dämpferkraft spürbar, die sich auch ändert, wenn man am Einstellrad dreht. Hm. Spielt man mit dem Leben oder macht man ein Riesenschnäppchen, wenn man so was an sein Motorrad anbaut? Woher kommt das Zeug? Öhlins und Brembo haben doch Fabriken hier in Thailand?

«Das sind Nachbauteile aus Taiwan», erklärte uns Frau Ning vom Ning Racing-Shop. Sie bringt ein anderes Teil herbei. «Dieser ist Original Öhlins und kostet 12 500 Bath.» Umgerechnet 350 Euro, etwa gleich viel wie bei uns. Bei unserem Besuch ist auch ein Kunde aus Vietam im Laden. Er sieht sich halbschwimmende 320er Bremsscheiben an, Nachbauten und Originale, und entscheidet sich für zwei Originale für das Mehrfache des Preises der Kopien. Für welches Motorrad er die wohl braucht? Vietnamesisch müsste man können…

Weiter in den Auslagen: Der Rotations-Lenkungsdämpfer von Scott für den Anbau an Offorad-Maschinen für 680 Bath, 20 Euro (in Deutschland ab 480 Euro), Jethelme im Captain-America-Design für 169 Bath, nicht mal fünf Euro, Keihin-Flachschiebervergaser für Roller für 22 Euro (in Deutschland ab rund 200 Euro), Öhlins-Federbeine, das Paar ab 200 Euro. Hört sich an wie die asiatische Rolex für 50 Euro….

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