Erik Riss: «Es ist ziemlich schwer, Riss zu heißen»

Von Ivo Schützbach
Langbahn-GP
«Ich quetsche mein Material aus», sagt Erik Riss (47)

«Ich quetsche mein Material aus», sagt Erik Riss (47)

16.500 Zuschauer feierten den erst 18-jährigen Erik Riss beim Langbahn-GP in Herxheim als legitimen Nachfolger seines Vaters Gerd. Der Junior beendete das Rennen auf dem grandiosen dritten Platz.

Lediglich Vizeweltmeister Jannick de Jong und der ehemalige WM-Dritte Mathieu Trésarrieu waren im Finale des Herxheim-Grand-Prix schneller als Erik Riss, der 18-jährige Rookie, der nach seinem Wildcard-Einsatz letztes Jahr in Vechta erst seinen zweiten GP fuhr. Riss wurde nicht nur Dritter im Rennen, sondern liegt nun auch in der WM-Tabelle hinter Weltmeister Joonas Kylmäkorpi (25 Punkte) und de Jong (20) mit 19 Punkten auf Rang 3.

SPEEDWEEK.com sprach mit dem Schwaben.

Die Erwartungshaltung an dich ist riesig, oder?

Natürlich sagen die Leute jetzt, dass weil ich Riss heiße, muss ich vorne mitfahren. Aber so ist es eben nicht. Ich bin nicht mein Vater und Erwartungen stelle ich mir auch keine. Ich lasse es einfach auf mich zukommen.

Wie schwer ist es für dich, dass du Riss heißt?

Ziemlich schwer. Letztes Jahr bin ich gar nicht damit klargekommen. Ich habe das immer an mich ran gelassen. Wenn ich gut war, haben die Leute gesagt, dass es ja so sein muss. Wenn ich schlecht war, haben sie mich gefragt was los war. Sie vergessen halt alle, dass ich erst zwei Jahre fahre. Über den Winter habe ich mich auch im Kopf sehr gut vorbereitet, jetzt kann ich damit umgehen.

Es geht mir nicht darum, dass ich meinen Vater übertrumpfe. Ich muss auch nicht besser sein als er, ich will meine Rennen fahren. Er ist als Unterstützung dabei, mehr nicht.

Wie kann dir Gerd helfen? Wer macht bei euch die Abstimmung?

Die macht schon ziemlich mein Vater, er gibt mir Tipps mit dem Set-up und auch vom Fahren her. Aber der Sport hat sich über die Jahre weiterentwickelt, auch vom Fahren. Der Fahrstil hat sich bei allen Fahrern weiterentwickelt. Trotzdem ist es gut, wenn man so einen erfahrenen Mann dabei hat, der sich auskennt und mir sagen kann, was ich anders machen kann. Das ist immer gut.

Was sagt er zu deinen Hampeleien auf dem Motorrad?

Das gefällt ihm nicht, er schimpft immer ein bisschen.

Aber cool ist es halt. Show muss ja auch sein.

In dem Bezug lasse ich mir von meinem Vater nichts sagen. Ich mache solche Faxen ja auch nicht, wenn es drauf ankommt. Dann weiß ich schon, wie ich zu fahren habe.

Auf der Langbahn gehörst du zur Weltspitze, im Speedway bist du wesentlich weiter hinten. Ist der Level auf der Langbahn niedriger oder bist du ein viel besserer Langbahn-Fahrer?

Ich würde nicht sagen, dass der Level auf der Langbahn niedriger ist. Hier sind Fahrer wie Kylmäkorpi dabei, der auch im Speedway ganz oben dabei ist. Und es gibt auch viele Fahrer, die mit ihm mithalten können. Es gibt aber viel weniger Fahrer als im Speedway, die auf diesem Level sind. Im Speedway ist es halt so, dass die jungen Fahrer mit den Großen mithalten können, das ist der Unterschied.

Du hast mal auf Facebook ein Bild gepostet mit nacktem Oberkörper beim Motorrad warmlaufen lassen. Kommt so was bei den Mädels an?

Ich weiß auch nicht, darauf bin ich nicht aus.

Dein Vater Gerd erzählt immer, dass deine Motorräder seine fünf oder sechs Jahre alten sind. Ist das wirklich so, dass du nicht die neuste Technik fährst?

Das stimmt. Der größte Teil der Motorräder ist noch von meinem Dad. Es sieht jetzt halt ein bisschen neuer aus, man geht ja mit der Zeit. Ich weiß nicht, ob die Motoren immer noch so schnell sind, es sind ein paar Jahre vergangen und die anderen schlafen auch nicht. Aber ich quetsche halt alles aus den Motorrädern heraus.

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