Leidensweg von Erik Riss: Odyssee nach Fehldiagnose
Wie schon 2023 musste Erik Riss mitten in der Saison 2025 eine Auszeit nehmen, nachdem er erneut Sehprobleme bekam. Über seine Erkrankung sprach er ausführlich mit SPEEDWEEK.com.
Anfang Juli schockte Erik Riss mit einem öffentlichen Statement und
Riss entschloss sich nach dem Rennen in Gnesen (Gniezno) zum Rückzug und es begann wie schon 2023 eine Odyssee von Arzt zu Arzt. "Ich hatte direkt einen Termin beim Augenarzt und bei einer OCT (optische Kohärenztomographie – der Autor) wurde der Sehnerv untersucht und der war wie schon 2023 angeschwollen. Mit einer MRT wurde dann Schlimmeres wie eine Tumorerkrankung ausgeschlossen und es folgte ein Termin beim Neurologen", schilderte Riss seinen Behandlungsgang. "Der Neurologe ging wieder von einem erhöhten Hirndruck aus, was sich auch bestätigte. Im Endeffekt war alles so wie vor zwei Jahren und ich wurde zunächst nach Hause geschickt. Es wurde nicht besser und nach Rücksprache mit meinem Hausarzt begann ich mit einer Cortison-Schock-Therapie und habe den härtesten Typ bekommen, was aber auch nicht geholfen hat. In England habe ich dann bei einem Optiker eine erneute OCT machen lassen und es konnte trotz aller Bemühungen keine Veränderung festgestellt werden."
Eine Lösung und neue Erkenntnisse erhielt der 30-Jährige, als er sich an einen Spezialisten wandte: "Ich wurde an eine Uniklinik verwiesen und Anfang September stellte ich mich in Freiburg vor. Der behandelnde Arzt stellte fest, dass alle bisherigen Diagnosen falsch waren. Mein geschwollener Sehnerv stellte sich als chronische Drusenpapille dar, die auf dem Scan oft fälschlicherweise als geschwollener Sehnerv interpretiert wird. Diese Erkrankung ist jedoch nicht der Grund, weshalb ich schlecht sehen konnte – viele Menschen haben diese Erkrankung."
Als Ursache für die Probleme des zweifachen Langbahnweltmeisters wurde Blepharokonjunktivitis sicca diagnostiziert. "Meine Augen produzieren zu wenig Tränenflüssigkeit", verdeutlichte Riss. "Auf den Augen sitzt ein Tränenfilm, die Lider sind dafür verantwortlich, die Augen feucht zu halten. Dieser Tränenfilm war bei mir gerissen, weil das Auge über längere Zeit zu trocken war. Im ersten Moment war ich skeptisch, nachdem ich 2023 bereits gedacht hatte, ich hätte eine richtige Diagnose, und habe das nicht glauben können, weil es sich zu simpel anhörte. Die Erklärungen des Arztes waren jedoch sehr plausibel. Seitdem nehme ich täglich Augentropfen, um meine Augen zu unterstützen, hinzu kam eine Wärmebehandlung für die Heilung des Tränenfilms. Nach der fünften Woche wurde es besser und seitdem fühle ich mich wieder normal, was mich von seiner Diagnose überzeugte, da alles so eintraf, wie er es mir erklärt hatte."
Somit ging es für Erik Riss endlich bergauf. "Ich konnte nach der Behandlung wieder normal meinem Alltag nachgehen. Direkt nach der neuerlichen Erkrankung fiel es mir auch im Alltag schwer, da ich mich zum Beispiel zum Sport zwingen musste, weil mir selbst beim Laufen schwindlig wurde und ich Kopfschmerzen bekam. Ich war auch einmal bei mir zu Hause auf der Bahn auf dem Motorrad und da ging es überhaupt noch nicht. Mit zunehmender gesundheitlicher Verbesserung ging es mir auch mental besser", berichtete Riss, der sich stets auf sein Umfeld verlassen konnte. "Ich muss sagen, dass meine Sponsoren, Freunde und Familie während der ganzen Zeit unterstützend hinter mir standen und auch meine Clubs, die ich im Stich lassen musste. Und das, obwohl ich nicht die ganze Saison fahren konnte, was für einen Fahrer auch kein gutes Gefühl ist."
Wie die Pläne des Schwaben für das nächste Jahr aussehen, lesen sie im zweiten Teil auf SPEEDWEEK.com.
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