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MotoE-Weltcup: Stümperhafte Methoden beim Laden
Trotz ausreichender Vorbereitungszeit blamierte sich der Energiekonzern Enel schon beim ersten MotoE-Test; beim zweiten brannte die Bude ab. Jetzt wird gestritten. Wer zahlt die 1,5 Millionen Schaden?
MotoE
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Am Mittwoch nach dem Katar-GP trafen sich die zwölf Teams des erstmals durchgeführten "FIM Enel MotoE Weltcups" zu einem dreitägigen Test (13. bis 15. März) auf dem Circuito de Jerez. Erstmals stand für alle 18 Fahrer je ein Motorrad des Modells Energica Ego Corsa zur Verfügung, bei denen die Batterien 100 kg wiegen, die ganze Maschine ca. 260 kg.
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Aber nach einem Großbrand um 00.15 Uhr nach dem ersten Tag der MotoE-Testfahrten brannten alle 20 Maschinen ab. Eine "Juice Roll" (Ladestation) des italienischen Seriensponsors und Energiekonzerns Enel habe Feuer gefangen, wurde den Teams nachher mitgeteilt. Da auch die Habseligkeiten aller Teams im abgefackelten "MotoE Paddock"-Zelt ein Raub der Flammen wurden, entstand ein Gesamtschaden von mehr als 1,5 Millionen Euro. Wer den Schaden jetzt bezahlt, ist ein heikles Streitthema. Denn weder Enel noch die Dorna hatten eine Versicherung für das Material abgeschlossen. Und die Teams für ihre Werkzeuge, Reifenwärmer, für die Boxendekoration und so weiter auch nicht. "Bisher hat kein Team einen MotoE-Vertrag mit der Dorna bekommen, das hat sich verzögert, deshalb konnten wir auch keine Versicherung für diese Serie und dieses Material abschliessen", erklärte ein verdatterter Teambesitzer.
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24 Stunden nach der Feuersbrunst hatte Nicolas Goubert, vormals Michelin-Rennchef und jetzt Executive Director des MotoE-Weltcups, die Teams noch um eine genaue Auflistung ihrer verbrannten Habseligkeiten für die Versicherung gebeten.
"Bei mir ist Material für ca. 40.000 Euro verbrannt", erklärte Teambesitzer Aki Ajo. Intact-Teamchef Jürgen Lingg bezifferte seinen Schaden auf ca. 50.000 Euro.
"Zuerst hat man uns zugeredet, dass wir ein MotoE-Team machen sollen. Jetzt kommen wir drauf, dass die Dorna das Material nicht versichert hatte", wunderte sich ein MotoE-Teambesitzer. Aller Voraussicht nach wird der Brand ein gerichtliches Nachspiel haben. Dorna und Enel werden sich wohl vor Gericht darüber streiten, wer für den Schaden haftbar gemacht wird.
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Die Teams wunderten sich schon beim ersten MotoE-Test im November in Jerez, wie stümperhaft die Enel-Techniker beim Laden der Batterien ans Werk gingen. "Da wurden 380-Volt-Kabel quer durchs ganze Fahrerlager zu den weit entfernten Steckdosen verlegt", schilderte ein entsetztes Teammitglied. "Als ich sagte, die werden doch viel zu heiß, wurde ich nicht ernst genommen. Das wirkte für mich alles völlig planlos." Dabei hatten die Beteiligten ein knappes Jahr Zeit, um sich Gedanken über das Ladekonzept für die MotoE-Batterien zu machen. "Ich habe nur Dilettanten am Werk gesehen", wetterte ein Teammechaniker, dem der Spaß gründlich vergangen ist. Die Honda Racing Corporation hat sofort nach dem Brand ein Konzept für die Zukunft verlangt und gedroht, dass man kein Personal ins Fahrerlager schicken werde, wenn weiter Feuergefahr bestehe. Inzwischen hat die Dorna fest beschlossen: Künftig werden die Maschinen außerhalb des Fahrerlagers mit Energie versorgt.
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Seit dem ersten Grand Prix 2018 präsentiert Enel im Paddock rund um die Welt eine Ladestation mit einem MotoE-Motorrad, das auf erneuerbare Energie schliessen lässt. So wird das Publikum für dumm verkauft. Denn in der Praxis kam die Energie bisher aus der Steckdose. Künftig soll sie von Pramac-Generatoren kommen, womöglich mit Diesel-Motoren wie beim Flutlicht-GP in Katar... Man hätte ja gewarnt sein müssen. In den Niederlanden musste ein E-Auto mit brennender Batterie drei Wochen in ein Wasserbad gelegt werden, nachher glühte die Batterie immer noch. Und Fahrradhändler erleben mitunter, wie sich Batterien von E-Bikes plötzlich aus heiterem Himmel mitten in der Nacht entzünden. Es lebe die Energiewende.
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