Tom Lüthi: Bei Zarco-Sieg in Sepang ist alles vorbei

Von Günther Wiesinger
Moto2
Tom Lüthi startet in die entscheidende Phase der Saison

Tom Lüthi startet in die entscheidende Phase der Saison

Tom Lüthi hat in den letzten fünf Moto2-Rennen 98 Punkte kassiert, WM-Leader Johann Zarco nur 45. Trotzdem hat der Franzose für das Saisonfinale die bessere Ausgangslage.

Tom Lüthi (30) hat auf Phillip Island in Australien seinen vierten Moto2-GP-Sieg in dieser Saison errungen und damit den Rückstand auf Weltmeister und WM-Leader Johann Zarco auf 22 Punkte verkürzt. Zarco, der als erster Moto2-Fahrer zwei Weltmeistertitel hintereinander gewinnen will, was Rabat 2015 versagt blieb, landete am Sonntag nur auf Rang 12.

Tom Lüthi will nicht über seine Titelchancen sprechen. Er erlebt aber schon jetzt seine beste Saison in der Mittelgewichtsklasse.

Der 125-ccm-Weltmeister von 2005 fuhr 2007 bis 2009 die 250er-WM auf einer Aprilia RSA, dann 2010 die Moto2-WM auf Moriwaki, 2011 bis 2014 vier Jahre lang auf Suter, jetzt die zweite Saison auf Kalex.

Doch Zarco hat die bessere Ausgangslage. Wenn er am Sonntag in Sepang/Malaysia seinen Vorjahressieg (Lüthi war 2.) wiederholt, ist dem Franzosen aus dem Ajo-Motorsport-Team der zweite Moto2-Titelgewinn nicht mehr zu nehmen.

Der WM-Stand (nach 16 von 18 Rennen:

1. Johann Zarco 226 Punkte.
2. Tom Lüthi 204 Punkte.
3. Alex Rins 201 Punkte.

Mit zwei weiteren Siegen kann Tom Lüthi noch 254 Punkte erreichen, er hätte dann einen Sieg mehr als der fünffache Saisonsieger aus Frankreich, der in den letzten sechs Rennen nur 50 Punkte eingesammelt hat, darunter ein Podestplatz – Rang 2 in Japan.

Tom Lüthi ist mit mehr Schwung in das letzte Saisondrittel gestartet: Der Schweizer hat in den letzten fünf Rennen 98 von 125 möglichen Punkten erkämpft, also 53 (!) mehr als der Spitzenreiter. (Beim sechstletzten Rennen in Brünn konnte Lüthi wegen einer im Quali erlittenen Gehirnerschütterung nicht starten).

Übrigens: Die Darbietungen des ehemaligen Titelfavoriten Alex Rins ähneln in letzter Zeit einem Trauerspiel: zehn Punkte in drei Rennen, zwei Rennstürze in Motegi und Phillip Island. Aber er liegt mit 201 Punkten nur knapp hinter Lüthi.

Wenn Zarco am Sonntag in Sepang gewinnt, wächst sein Vorsprung auf Lüthi auf mindestens 27 Punkte an – das wäre in Valencia nicht aufholbar, denn der Sieger erhält nur 25 Punkte.

Johann Zarco käme mit einem Sepang-Sieg auf 251 Punkte, Lüthi mit einem zweiten Platz nur auf 224 – das wären die uneinholbaren 27 Punkte Unterschied,

Es würde für Zarco zum Beispiel auch reichen, wenn er in den letzten zwei Rennen einen zweiten und einen siebten Rang erbeuten könnte, das würde ihm 29 Punkte einbringen, also 257 Punkte, Lüthi kann sein Guthaben maximal noch auf 254 Zähler bringen. Bei zwei Siegen.

Johann Zarco ist eine Wundertüte. Er fuhr in Japan überragend und wurde Zweiter, doch in Australien tuckerte er auf dem schmachvollen zwölften Platz ins Ziel.

Aber der Weltmeister darf nicht unterschätzt werden. Als es 2015 in der Moto2-WM um die Wurst ging, drehte Zarco ordentlich auf. Er gewann damals zwei der letzten vier WM-Rennen, das war in Motegi und Sepang, zweimal wurde er Siebter.

Tom Lüthi ist vorgewarnt. Er kam 2015 in Sepang auf Platz 2 hinter Zarco ins Ziel. Lüthis letzter Sieg in Malaysia datiert aus der Saison 2011 – damals gewann er das frühzeitig abgebrochene Rennen vor Stefan Bradl, dem späteren Weltmeister.

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