Schweizer Moto2-Team: Für 2018 große Geldsorgen

Von Günther Wiesinger
Das aktuelle Trio des Schweizer Teams: Raffin, Lüthi und Lecuona

Das aktuelle Trio des Schweizer Teams: Raffin, Lüthi und Lecuona

Bei KTM Factory Racing hält sich die Begeisterung über das neue Moto2-Kundenteam aus der Schweiz in Grenzen. Denn KTM wollte zwei Topfahrer.

Als der Deal zwischen KTM und der Firma CBGM Evolution vor dem GP von Österreich eingefädelt wurde, galt dort Vizeweltmeister Tom Lüthi noch als Fixstarter für die Moto2-WM 2018. Das war der Anreiz für KTM, künftig neben dem erfolgreichen Red Bull-Team (mit Oliveira und Binder) auch ein Kundenteam auszurüsten.

Dann entschied sich Lüthi für die MotoGP-WM, beim Team von Fred Corminboeuf fehlte plötzlich ein Topfahrer.

Diese Lücke konnte mit Sam Lowes beim Silverstone-GP geschlossen werden, aber der britische Bruchpilot ist sicher nicht der ideale Mann für die Entwicklung der Moto2-KTM.

«Ein Kundenteam macht nur Sinn, wenn wir dort Fahrer mit Top-5-Chancen haben», sagte KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer im Sommer. Und im September: «Wir möchten bei Corminboef zwei Topfahrer sehen.»

Aber im Vertrag mit KTM ist dieser Wunsch nicht schriftlich festgehalten worden.

Zum momentanen Stand tritt das CBGM-Team 2018 mit Lowes, Lecuona und Raffin auf. Lowes hat 2016 bei Gresini auf Kalex in der Moto2-WM mehr als 40 Stürze fabriziert, in der MotoGP-WM 2017 hat er auf der Werks-Aprilia zwei Punkte kassiert. Teamkollege Aleix Espagaró war schon zweimal Sechster. 

Corminboeuf verhandelte auch mit anderen Piloten wie Bo Bendsneyder, Fabio Quartararo, Sandro Cortese und Remy Gardner. Er verlangte zuerst von den meisten Interessenten 600.000 Euro Mitgift und reduzierte die verlangte Mitgift im Laufe der Zeit auf 500.000.-

Der Schweizer Rennstall hat drei Fahrer unter Vertrag, dafür wird ein Budget von rund 3 Millionen Euro benötigt. Aber das Geld von CarXpert, Garage Plus und Interwetten wird nächstes Jahr fehlen. Ob Ersatz gefunden werden kann, ist zweifelhaft.

Die Rückholung von Domi Aegerter ist gescheitert, mit dem aktuellen Fahreraufgebot (Lowes, Lecuono, Raffin) lässt sich wohl kein Sponsor hinter dem Ofen hervor locken. Lecuona (Platz 21 in Aragón) und Raffin (Platz 23 in Aragón) tragen kaum eigenes Sponsorgeld zum Budget bei. «Das Team von Fred ist für 2018 fürchterlich unterfinanziert», stellte deshalb ein Fahrer-Manager in Aragón ernüchtert fest. «Terribly underfinanced», hieß der genaue Wortlaut.

Die Hoffnung, dass Sam Lowes Geld von Tribul Mastercard mitbringt, wird sich nämlich nicht erfüllen, wie Sam-Lowes-Manager Roger Burnett erklärte.

Auch Wayne Gardner, 500-ccm-Weltmeister 1987 auf Rothmans-Honda, wunderte sich. «Ich sagte Samstagfrüh in Aragón zu Fred, dass ich Sponsorgeld für meinen Sohn Remy suchen würde, aber das würde Zeit dauern. Wir können mit Geld aus Australien rechnen, auch mit Zuschüssen des GP-Promoters in Phillip Island. Auch KTM Australia war interessiert daran, dass Remy bei KTM fährt. Aber Fred wollte das Geld auf der Stelle haben. Ihn interessierte nur das Geld... Als ich sagte: Ich habe jetzt keine 500.000 Euro, das dauert einige Zeit, hat er sein Buch zugeklappt und mich sofort aus dem Büro hinaus komplimentiert. Ich habe 40 Jahre Erfahrung in diesem Geschäft. So etwas habe ich noch nie erlebt.»

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