Kiefer Racing: So soll jetzt die Zukunft aussehen

Von Günther Wiesinger
Moto2
Die Kiefer-Box in Valencia

Die Kiefer-Box in Valencia

Zwei Wochen nach dem Tod von Teamchef Stefan Kiefer herrscht beim Valencia in der Kiefer-Box eine gedrückte Stimmung. Die Zukunftssorgen sind spürbar.

Der leidgeprüften Moto2-Mannschaft von Kiefer Racing fällt es beim Valencia-GP schwer, in den GP-Alltag zurückzukehren.

Der in Sepang wegen eines Herzinfarkts im Alter von 51 Jahren verstorbene Teammanager Stefan Kiefer fehlt an allen Ecken und Enden. Anderseits ist das Gedenken an ihn allgegenwärtig. «Ich bin ein Handwerker. Ich kann an einem Motorrad schrauben, aber ich bin kein Kaufmann. In diesen Bereich besitze ich höchstens zehn Prozent von den Fähigkeiten, die Stefan hatte», erklärte Jochen Kiefer gegenüber SPEEDWEEK.com.

Jochen Kiefer macht mit seiner Mannschaft, die zwei WM-Titel (Bradl 2011, Kent 2015) gewonnen hat, schwere Stunden durch. Am kommenden Mittwoch um 11 Uhr wird Stefan Kiefer in Wilthen (Sachsen) beerdigt. Gleichzeitig soll aber der Grand Prix über die Bühne gebracht und die Zukunft des Teams geplant und abgesichert werden.

Der Engländer David Pickworth, der 2017 die Grand Prix in Spielberg, Misano und Aragón besuchte, will das Team mit Geld eines russischen Investors übernehmen.

«Aber ich habe noch keinen endgültigen Vertrag unterschrieben», erzählte Jochen Kiefer. «Den Vorvertrag hat Stefan vier Stunden vor seinem Tod unterzeichnet.»

Wie die Übernahme von Kiefer Racing durch Pickworth ablaufen soll, ist allerdings schon vereinbart. WM-Promoter Dorna und die Teamvereinigung IRTA unterstützen dieses Projekt nach Leibeskräften, denn sie wollen Kiefer Racing und die Fahrer Aegerter und Cortese in der WM halten. Auch Ausrüster KTM verspricht sich viel von dieser Zusammenarbeit.

«David Pickworth kauft unsere zwei Moto2-Teamplätze und den Briefkopf von Kiefer Racing, also auch unsere Historie», erzählte Jochen Kiefer. «Aber der neue Eigentümer will neue Lkw kaufen und eine neue Hospitality. Aber er will die Technikcrew von Domi Aegerter übernehmen, ich werde dort als Crew-Chef zuständig sein. Stefan wäre in dieser Konstellation weiter Teammanager gewesen... Er hat durch den Vorvertrag eine Willensbekundung für dieses Projekt abgegeben. Der Übergabe steht also auch nach Stefans Tod nichts im Wege, denn wir waren bei unserer Firma beide mit Einzelunterschriften unterschriftsberechtigt.»

Ob Kiefer Racing das Nachwuchsprojekt mit Junioren wie Dirk Geiger, Toni Erhard, Máté Lavzko, Sacha de Vits, Kevin und Leon Orgis weitergeführt wird, steht in den Sternen.

«Ich würde das gerne weitermachen. Da liegt mir ja etwas dran», sagt Jochen Kiefer. «Aber das braucht Zeit. Wie gesagt, ich bin kein Kaufmann.»

Und natürlich hat der Weiterbestand des Moto2-WM-Teams für Jochen Kiefer momentan klar Vorrang. Und das muss alles unter Zeitdruck geschehen, in einer Phase, in der Jochen Kiefer und die ganze Familie seelisch bis an die Grenzen belastet ist. «Bisher habe ich keinen Vertrag unterschrieben», seufzte Jochen Kiefer.

Denn bei so einer Übernahme sind viele Einzelheiten zu klären. Auch die Fahrer haben natürlich noch keine Verträge in der Tasche.

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