Moto2 Jerez: Starke Leistung von Vierge und Schrötter

Von Matthias Bley
Moto2

Xavier Vierge verpasste im Großen Preis von Spanien mit dem vierten nur knapp seinen zweiten Podiumsplatz und Marcel Schrötter kämpfte sich eindrucksvoll durch das Moto2-Feld und überquerte als Siebter die Ziellinie.

Beide Dynavolt Intact GP-Piloten haben am Sonntag auf dem «Circuito de Jerez Angel Nieto» erneut bewiesen, dass die starken Rennen, die sie in Austin vor zwei Wochen unmittelbar vor ihren unglücklichen Ausfällen zeigten, keine einmalige Sache waren.

Xavi Vierge stürmte vom siebten Startplatz innerhalb von acht Runden bis auf die fünfte Position. Nachdem kurze Zeit später Alex Marquez aus der Spitzengruppe stürzte, rückte der 21-Jährige auf den vierten Platz, von wo aus er Runde um Runde versuchte, die Lücke zu WM-Leader Francesco Bagnaia zuzufahren und um ein weiteres Podium zu kämpfen. Mit drei verbleibenden Runden hatte er dicht hinter den Italiener aufgeholt, als dem Kalex-Piloten ein Fehler passierte und er fast übers Vorderrad stürzte. Eine Podestplatzierung geriet damit wieder außer Reichweite, doch das schmälerte die Freude um Rang vier und damit 13 Punkten in keiner Weise.

Marcel Schrötter rollte in Jerez im wahrsten Sinne des Wortes das Feld von hinten auf. Nachdem der 25-Jährige im Qualifying auf dem 17. Platz landete, wurde er zudem am Sonntag um weitere drei Positionen strafversetzt. Grund war «zu langsames Fahren» auf der Ideallinie in Kurve neun während des Qualifyings. Nichtsdestotrotz legte er aus Reihe sieben einen Raketenstart hin und war nach einer Runde bereits Dreizehnter. Step by step lies er einen Fahrer nach dem anderen hinter sich. Zehn Runden vor Schluss überholte er Sam Lowes und schnappte sich die siebte Position, die er schließlich, auch als der Brite wieder gefährlich nahe kam, bis ins Ziel verteidigte.

Der Deutsche wiederholte damit sein bislang bestes Saisonergebnis von Katar. Diesmal holte er dieses Resultat allerdings mit zwei gerissenen Bändern in der linken Schulter, was absolut bemerkenswert ist. In der WM-Wertung kletterte er dank weiterer neun Punkte auf den neunten Rang. Bevor es vom 18. bis 20. Mai in Le Mans mit der WM in die fünfte Runde geht, macht das Dynavolt Intact GP-Team kommende Woche für einen Zwei-Tage-Test am Mittwoch und Donnerstag in Aragon Halt.

«Wir sind ein gutes Rennen gefahren und hatten generell ein positives Wochenende», erklärte Vierge. «Das ist eine schwierige Strecke für uns, weil uns immer zwei oder drei Zehntel fehlen. Das ganze Wochenende habe ich mit meiner Crew an der Rennpace gearbeitet. Ich wusste vor dem Start des Rennens, dass ich die letzten zwei Zehntel nicht haben werde, aber ich versuchte es trotzdem. Ich probierte jede Runde heranzukommen und als ich in den letzten zehn Runden in Reichweite von Bagnaia war, dachte ich, ich könnte um das Podium kämpfen. Ich habe dann aber einen Fehler gemacht, als ich in der fünften Kurve fast übers Vorderrad gestürzt wäre.»

«Danach hatte ich ein kleines Problem mit der Front. Das war die Kurve, in der ich etwas stärker war als er, aber dann konnte ich nicht mehr um das Podium kämpfen. Ich habe bis zum Schluss mein Bestes gegeben. Heute war es einfach nicht möglich. Dennoch waren es ein gutes Rennen und wichtige Punkte für die Meisterschaft. Wir haben jetzt zwei Testtage in Aragon, wo wir hoffen, den kleinen Schritt zu finden, um in jedem Rennen um das Podium kämpfen zu können. Wir werden den Fokus auf die Reifen legen, denn über die Renndistanz hinweg, wenn sich die Reifen verschlechtern, ist es schwierig für uns, schneller als die Konkurrenten zu sein.»

«Ich hatte wieder einen guten Start, bin gut von der Linie weg gekommen und mit relativ viel Speed außen auf den Kerbs in die erste Kurve gefahren», berichtete Schrötter. «Ich war zwar in keiner guten Position, weil ich außen herum musste. Da gehört auch Glück dazu, denn dort kann es schnell kritisch werden, sollte innen jemand einen Fehler machen. Ich konnte in der ersten Runde schon fünf, sechs Positionen aufholen und habe gemerkt, dass meine Pace ganz gut ist und ich auch nicht übertrieben pushen musste. Ich habe versucht, mitzuhalten und einen nach dem anderen zu überholen. Viele können im Qualifying für eine Runde eine gute Pace fahren, aber nicht über die Distanz. Bei mir ist es eher anders herum, was es mir oftmals im Qualifying schwer macht. Als ich hinter Lowes war, war mir bewusst, dass ich schneller bin, aber ich sah auch, dass er in dem Moment zu Mir aufholte. Dadurch wollte ich nicht zu früh attackieren und eher die Lücke gemeinsam zufahren.»

«Wir haben dann beide Mir überholt und ich im Anschluss auch Lowes. Als ich gesehen habe, dass er eine Sekunde Abstand zu mir hatte, habe ich versucht, diesen Vorsprung zu halten. Bis auf ein, zwei kleine Missgeschicke bin ich fehlerfrei durchgekommen. Die letzten acht Runden haben ordentlich geschlaucht. Die Linkskurven waren extrem schwer. Sonst bin ich ziemlich zufrieden, wie es mit der Schulter gelaufen ist. Vor einer Woche hätte ich noch gesagt, ich kann nicht fahren. Ich bin happy, wie sich die Schulter in so kurzer Zeit verbessert und erholt hat. Auf die Distanz hin war es aber schon zäh. Vor allem die letzten acht Runden. Im Motorradsport ist mentale Stärke wichtig, also habe ich versucht, konzentriert zu bleiben und wie gesagt, keine Rundenrekorde zu fahren, sondern sauber und ohne große Fehler. Ich wusste auch, dass das im Rennen auf dieser Strecke entscheidend ist.»

«Das waren wirklich zwei starke Rennen von unseren beiden Fahrern», freute sich Teammanager Jürgen Lingg. «Dass Marcel zwei Wochen nach so einer Verletzung, ein solches Ergebnis heimfahren kann, ist spitze. In der Vergangenheit hatten wir teilweise Probleme, auch ohne Verletzung solche Ergebnisse zu erzielen. Wie er das ganze Wochenende gekämpft hat, war wirklich vorbildlich. Ich habe insgeheim gehofft, wenn er zwei, drei Punkte holen kann, wäre das super. Aber dass er in die Top-Ten fährt, bzw. neun Punkte holt, ist sehr beachtlich.zufahren.»

«Man konnte zwar sehen, dass ihn das Rennen ganz schön mitgenommen hat, aber er zeigte seinen Kampfgeist und Willen. Ich bin darum sehr stolz auf ihn. Xavi ist auch ein tolles Rennen gefahren. Wir haben Austin im Detail analysiert und die Fehler, die er in Austin gemacht hat, sind hier nicht mehr passiert. Er hat einen super vierten Platz gesichert und es hätte auch fast ein Podium sein können. Aber wir müssen zufrieden sein. Jetzt gehen wir nach Aragon testen. Wir müssen noch ein wenig finden und dann machen wir hoffentlich den nächsten Schritt nach vorn.»

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