Peter Öttl: «Fenati ist erst 22, da macht man Fehler»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Romano Fenati

Romano Fenati

Das unverständliche Misano-Manöver von Romani Fenati bleibt weiter Gesprächsthema im GP-Paddock. Aber man trifft auch Experten, die meinen, man müsse die Kirche im Dorf lassen.

Der 22-jährie Italiener Romano Fenati wurde inzwischen vom italienischen Motorradverband FMI bis zum Jahresende gesperrt, seine Lizenz wurde einkassiert, weil er beim Misano-GP im Moto2-Rennen beim Kampf um Platz 16 seinem Landsmann Stefano Manzi an die Vorderbremse gegriffen hat.

Von der Race Direction wurde Fenati für zwei Grand Prix (Aragón und Buriram) gesperrt, er machte weltweit Schlagzeilen.
 Unter dem Druck der Öffentlichkeit suspendierte ihn das Marinelli Snipers Team am Montag nach dem San-Marino-GP für den Rest des Jahres. Das Forward MV Agusta-Team löste wenig später seinen Vertrag für 2019 auf.

Im Fahrerlager hört man viele Stimmen, die der Meinung Ausdruck geben, bei Fenati werde über das Ziel hinausgeschossen.

Aber meist wird das hinter vorgehaltener Hand erzählt, obwohl ehemalige Gp-Fahrer wie Gustl Auinger (fünf 125-ccm-GP-Siege) und Eskil Suter das Vergehen nicht so schlimm sehen, wie es dargestellt wird. «Zwei Rennen Sperre, das ist okay. Und dann müssen die Teams entscheiden, ob sie Fenati noch einmal engagieren wollen», meint Motorradhersteller Eskil Suter.

Auch Moto3-Teambesitzer Peter Öttl, selbst fünffacher GP-Sieger (80 und 125 ccm) plädiert für Zurückhaltung. «Ich hätte den Fahrer einfach bei den zwei Rennen daheim gelassen, der Bua ist eh schon genug gestraft», meint Öttl. «Seine ganze Karriere steht jetzt auf dem Spiel. Man muss immer bedenken, Fenati ist 22 Jahre alt, in dem Alter macht man Fehler... Klar, was Fenati gemacht hat, ist unverzeihlich. Deshalb muss eine Strafe sein. Aber man muss ihm wieder eine Chance geben. Er hat seine ganze Karriere noch vor sich. Ich denke, er wird aus dieser Geschichte viel lernen. Er hat ja schon ein paarmal Entgleisungen gehabt. Er wird sich künftig zügeln. Sein Umfeld muss jetzt auf den Buben schauen und ihm helfen. Das ist meine Meinung. Früher sind auf den Rennstrecken ganz andere Sachen passiert. Aber damals war nicht überall eine Kamera dabei, es war nicht alles gleich live im Fernsehen.»

Öttl weiter: «Was Fenati angestellt hat, war schon eine gröbere Aktion, kein Zweifel. Aber er ist hart bestraft worden. Jetzt hat man ihm noch die Lizenz genommen. Irgendwie springen jetzt alle auf diesen Zug auf. Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der nicht ganz der Mainstream-Meinung ist. Ich glaube halt, dass man ihm wieder eine Chance geben sollte. Aber wenn deine Sponsoren das anders sehen, musst du darauf reagieren... Fenati war weltweit auf den Titelseiten. Ich halte das für übertrieben.»

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