Lukas Tulovic (KTM/19.): Im Rennen klar gesteigert

Von Oliver Feldtweg
Moto2
Lukas Tulovic im Rennen vor Philipp Öttl

Lukas Tulovic im Rennen vor Philipp Öttl

Der 18-jährige Lukas Tulovic brachte die KTM von Kiefer Racing am Sonntag auf Platz 19 ins Ziel. Auf den ersten WM-Punkt fehlten 9,7 Sekunden.

Wie schon in Texas steigerte sich Moro2-Rookie Lukas Tulovic auch beim Jerez-GP am Sonntag im Rennen. Der KTM-Pilot aus dem Team Kiefer Racing sicherte sich Platz 19 und liess nach dem 28. Startplatz immerhin sieben Gegner hinter sich. Es dauerte auch bei der WM-Runde in Andalusien bis zum Renntag, ehe Lukas Tulovic seine Form mit ansteigender Lernkurve abrufen konnte. Bei schönem Wetter konnte der 18-jährige WM-Neuling aus Eberbach allerdings nicht sofort so loslegen, wie er gerne wollte.

Wegen eines Zwischenfalls mit mehreren stürzenden Fahrern musste das Rennen kurz nach dem Start abgebrochen werden. Zum Glück wurde von den Betroffenen niemand ernsthaft verletzt. Remy Gardner kam mit einer Gehirnerschütterung davon. Für den Neustart wurde die Distanz auf 15 Runden verkürzt. Nach einem nicht optimalen Start fand Tulovic schnell seinen Rhythmus und konnte daher zügig Positionen aufholen. Der KTM-Pilot beendete das vierte Saisonrennen schliesslich wieder als 19. in den Top-20.
 
Seinen ersten WM-Punkt verpasste er nur um 9,5 Sekunden.

«Wie schon in Texas war auch hier das Rennen das Beste vom Wochenende», schilderte Lukas. «Es begann allerdings ziemlich krass. Als ich durch die erste Kurve nach dem Start fuhr, habe ich schon mehrere Fahrer stürzen gesehen. Wenige Meter später herrschte totales Chaos. Viele sind durch die Wiese ausgewichen, während ich irgendwie geradewegs durch die Mitte fahrend heil durchgekommen bin. In der nächsten Kurve musste ich ebenfalls einen weiten Bogen fahren, weil ein anderer Pilot nach aussen gerutscht ist. Im nächsten Augenblick habe ich mir gedacht, dass abgebrochen wird. Das war dann auch so.»

Tulovic: «Beim Re-Start bin ich wieder nicht so bombig weggekommen, wie es sonst bei mir der Fall ist. Ich musste mich daher weit hinten im Feld einreihen. Es hat aber nicht lange gedauert, bis ich meine Aufholjagd starten konnte. Ich habe einige Fahrer überholt, habe dabei ein paar gute Zweikämpfe gehabt und bin ansprechende Rundenzeiten gefahren. Ich bin zufrieden mit unserer Pace, auch mit dem Abstand zur Spitze. Die Renndistanz war wegen des Abbruchs kürzer als normal. Trotzdem waren wir deutlich näher dran als bei den bisherigen Rennen. Das gilt auch für das Rennen letztes Jahr hier in Jerez, als ich dank Kiefer mein Debüt in der Weltmeisterschaft feiern durfte. Auf dieser Performance lässt sich in jeden Fall aufbauen. Ich bin froh, dass nach all den Problemen, die wir dieses Wochenende hatten, wir letztlich in der Lage waren, ein gutes Rennen zu zeigen.»

Jochen Kiefer, Teammanager  und Technischer Direktor:

 «Wir freuen uns mit Lukas, dass wir wieder einen schönen Abschluss eines Wochenendes verbuchen können. Es lief nicht alles optimal und wir haben ein bisschen gebraucht, bis wir die Pace hier in Jerez wiedergefunden haben. Im Qualifying hatte Lukas auf Anhieb wieder ein gutes Gefühl für das Bike. Wir waren also wieder auf dem richtigen Weg. Leider ist er dann gestürzt. Ohne diesen Sturz wäre sich vielleicht ein Startplatz weiter vorne möglich gewesen.»

Kiefer weiter: «Zum Glück ist bei diesem harmlosen Ausrutscher nichts passiert, daher haben wir die Sache sofort abgehakt. am Sonntagmorgen hatten wir im Warm-up erneut leichte Probleme. Wir denken aber, dass es eher an den gebrauchten Reifen lag, mit denen wir die Session gefahren sind. Im Rennen hingegen lief alles wieder einwandfrei. Das Motorrad hat tadellos funktioniert und Lukas war auch mit allem sehr zufrieden. Letztlich hat er eine solide Leistung mit sehr anständigen Rundenzeiten gezeigt. Da es ein verkürztes Rennen war, sind 25 Sekunden Rückstand auf die Siegerzeit sicher nicht verkehrt. Insgesamt macht Lukas seine Sache gut. Auf diesen Level können wir definitiv aufbauen. Daher gehen wir zuversichtlich nach Le Mans, wo er die Strecke ebenfalls schon kennt.»

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