Comeback: Wie Anthony West seine Doping-Sperre umgeht

Von Ivo Schützbach
Moto2
Anthony West fährt in Brasilien für JC Kawasaki

Anthony West fährt in Brasilien für JC Kawasaki

Seit September 2018 ist Anthony West vom Motorrad-Weltverband FIM wegen Dopings gesperrt. Anfang Juni 2019 erklärte der Australier frustriert seinen Rücktritt, jetzt ist er zurück im Rennsport.

Während seiner illustren Karriere, in welcher Anthony West in fast jeder WM-Klasse auf der Rundstrecke am Start war, ging der Australier zweimal den Dopingfahndern der FIM ins Netz. Erstmals 2012, damals wurden bei ihm mysteriöse Nahrungsergänzungsmittel aufgespürt. «Ich habe zu viel Kaffee getrunken», wischte Westy damals alle Vorwürfe beiseite.

Im September 2018 wurde er erneut erwischt. Welche verbotenen Substanzen er nahm, wurde nie öffentlich gemacht. Hinter vorgehaltener Hand reden vereinzelte FIM-Funktionäre von Drogenmissbrauch.

West beteuerte in beiden Fällen, dass er nie gedopt habe und stellt sich als Opfer dar. Der Weltverband sowie die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) unterscheiden nicht zwischen der Einnahme von leistungssteigernden Substanzen und Drogen.

Weil der bald 38-Jährige durch seine Dopingsperre in keiner renommierten Rennserie der Welt mehr fahren darf, wich er in die Brasilianische Superbike-Meisterschaft aus, welche er nach drei Events mit 57 Punkten vor dem ehemaligen Moto2-Europameister und Moto2-WM-Piloten Eric Granado (53) sowie Ex-GP-Star Alex Barros (49) anführt.

Nach seinem Sieg zum Auftakt in Interlagos und zwei dritten Plätzen auf derselben Rennstrecke, folgte der nächste Tiefschlag für den Routinier. «Leute von der FIM gingen zu Kawasaki Japan und haben dafür gesorgt, dass ich mein Sponsoring verlor», erklärte der Australier SPEEDWEEK.com.

Daraufhin rechnete West mit den FIM-Funktionären auf seiner Facebook-Seite ab und postete den Hashtag «#fuckyouFIM». Der GP-Sieger ging mit dem «F»-Wort in seiner Erklärung nicht gerade sparsam um: «Ich bin durch mit diesem Sport!!! Ihr werdet mich in meinem ganzen Leben nie wieder auf einem Motorrad sehen. Ihr Hunde von der FIM, ihr habt gewonnen.»

West sprach im Zusammenhang mit der FIM von «low shit people», die nichts mit dem Sport zu tun haben sollten: «Die FIM hat mein Leben oft zerstört. Sie haben mich in eine Depression gestürzt, die ging so weit, dass ich mir gewünscht habe, ich würde sterben. Ich habe genug und mache die ‚bullshit games‘ der FIM nicht mehr mit. Verdammte FIM.»

Vier Wochen später erleben wir wieder den nimmermüden Kämpfer Ant West, kommendes Wochenende startet er erneut in der Brasilianischen Superbike-Meisterschaft, beim vierten Event in Goiania.

«Ich bezahle für dieses Rennen selbst, nur um ihnen fuck you zu sagen», adressierte West an die FIM. «Sie haben versucht mich zu stoppen, seit ich in Brasilien fahre. Sie haben Briefe an mein Team geschrieben und der Meisterschaft gedroht. Aber die Meisterschaft will mich dabei haben.»

West sieht in seiner Verurteilung eine Hexenjagd: «Die FIM erfindet ihre eigenen Regeln. Der Richter, der mich verurteilte, kommt aus Indien und studierte Eigentumsrecht – er hat keine Ahnung von Sport. Er war nicht neutral und hätte sich nicht ein schlechtes Wort von mir über die FIM angehört. Er stand auf der Seite der FIM. Das ist der gleiche Richter, den ich schon 2012 hatte. Er kann nicht mal englisch. Es ist offensichtlich, dass die FIM diesen Typen bezahlte, damit er nach ihrem Willen entscheidet. Im normalen Strafrecht ist es niemals erlaubt, dass derselbe Richter über die gleiche Person in zwei verschiedenen Verfahren urteilt.»

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