Jonas Folger: Welche Chancen bieten sich für 2020?

Von Günther Wiesinger
Moto2
Jonas Folger

Jonas Folger

Jonas Folger blieb bei den drei Renneinsätzen auf der Petronas-Kalex punktelos. Das erschwert die Suche nach einem Spitzenteam für die Moto2-WM 2020. Kiefer hat weiter Interesse.

Für Jonas Folger ist das Intermezzo in der Moto2-Weltmeisterschaft als Ersatz für den verletzten Malaysier Khairul Idham Pawi (schwere Fingerverletzung beim Jerez-GP) nach den drei Rennen in Catalunya, Assen und auf dem Sachsenring wieder vorbei. Der 25-jährige Bayer, der am 13. August seinen 26. Geburtstag feiert, muss aller Voraussicht nach beim Brünn-GP wieder für Pawi Platz machen, der inzwischen genesen ist.

Folger hat mit der Kalex des Petronas-Sprinta-Teams zwar in einigen freien Trainings mit Plätzen 1 und 3 (Freitag in Assen) geglänzt, aber in den Rennen nicht die erwarteten Ergebnisse abgeliefert. Das lässt sich nicht schön reden. In Catalunya schaffte Jonas Platz 19 mit 39,4 Sekunden Rückstand auf den Sieger, In Assen folgte der Tiefpunkt mit dem 17. und vorletzten Platz und 51,4 Sekunden Rückstand. Beim Heim-GP in Sachsen zeigte sich Folger mit Rang 17 und 18 Sekunden Rückstand deutlich verbessert, es fehlte nur eine Sekunde auf den 15. Platz von Locatelli.

Ob diese Performance ausreicht, um sich bei einem Spitzenteam für die Moto2-WM 2020 zu empfehlen, ist fraglich. Folger erklärte im Gespräch mit SPEEDWEEK.com, er hoffe für die nächste Saison auf einen Stammfahrervertrag in der Moto2- oder Superbike-WM.

Aber in der SBK sind die besten Plätze längst vergeben. Und es gab bisher keine konkreten Verhandlungen.

In der Moto2 will Folger keine Kompromisse eingehen, er will unbedingt eine Kalex. Das würde einen Vertrag mit Kiefer Racing nicht ausschließen, obwohl dieser Rennstall 2019 mit Tulovic auf KTM unterwegs ist. «Ich lasse mir momentan von allen Herstellern Offerten für die Saison 2020 machen», erklärte Teambesitzer Jochen Kiefer.

Wie es mit der Motorsportkarriere von Folger nach 2019 weitergeht, ist noch offen. Er verfügt über einen gültigen Vertrag mit Yamaha Motor Racing für das European MotoGP Test Team bis zum Jahresende. Dazu gibt es eine Anfrage für den 24-h-Langstrecken-WM-Lauf «Bol d’Or» in Le Castellet im österreichischen Yamaha Austria Racing Team (YART) im September.

Das Petronas-Team könnte für Jonas ein Ansprechpartner für die Moto2-Klasse 2020 werden. Aber bisher hat das Team keinen zweiten Platz erhalten. Neben Pawi wird wohl auch Hafizh Syahrin ein Moto2-Kandidat werden, denn der Malaysier ist auf KTM nach der Verpflichtung von Brad Binder für den zweiten Platz bei Tech3-KTM in der MotoGP-WM 2020 momentan nicht gut zu sprechen.

Auch bei Kiefer herrscht Ungewissheit. «Die deutsche Fangemeinde findet die Idee mit Jonas gut», sagt Tulovic-Manager Peter Bales, der bei Kiefer auch Sponsorensuche betreibt. «Kiefer steht nach wie vor dahinter. Leider bekommen wir von Jonas keine Verbindlichkeit. Das hat wiederum eine hinderliche Auswirkung für die Anfrage des zweiten Startplatzes von Kiefer neben Lukas Tulovic.»

Ein fünffache GP-Sieger wie Folger, noch dazu aus Deutschland, ist für das Selektions-Komnittee sicher reizvoll, aber wenn der Fahrer nicht gestattet, dass ihn Kiefer auf die Nennliste für 2020 schreibt, wird der deutsche Rennstall keinen zweiten Platz erhalten.

Eine Rückkehr zum Dynavolt-Intact-GP-Team ist für Folger ausgeschlossen, denn Tom Lüthi hat einen Vertrag für 2020, Marcel Schrötter auch, er könnte nur bei einem MotoGP-Angebot aussteigen. Und so ein Szenario zeichnet sich bisher nicht ab.

Eine weitere Saison als MotoGP-Testfahrer bei Yamaha ist für Jonas Folger natürlich keine besonders reizvolle Variante.

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