Stefan Pierer: GASGAS 2022 in Moto2, dann in MotoGP?

Von Günther Wiesinger
Die Pierer Mobility AG von Stefan Pierer besitzt neben KTM und Husqvarna auch die Marke GASGAS. Getreu dem Motto «Ready to Race» soll GASGAS künftig auch in der Moto2 auftreten. Sogar ein MotoGP-Team ist vorstellbar.

Bei KTM ist das KTM Tech3 Factory Team inzwischen mit den Moto2-Aufsteigern Remy Gardner und Raúl Fernández für die kommenden MotoGP-Saison neu besetzt. Und im Red Bull KTM Factory Team wurde der Vertrag mit Brad Binder bereits bis Ende 2024 verlängert. Auch Miguel Oliveira, der dreifache MotoGP-Sieger auf KTM, wird langfristig für die Österreicher fahren, ist Stefan Pierer überzeugt.

Stefan Pierer, Vorstandsvorsitzender der Pierer Mobility AG mit den Motorradmarken KTM, Husqvarna und GASGAS, betonte schon im vergangenen Juni bei einem Gespräch mit SPEEDWEEK.com, Oliveira sei wie Brad Binder seit rund zehn Jahren «ein Mitglied der KTM-Familie», er werde auch über 2022 hinaus fixer Planungsbestandteil des KTM-MotoGP-Programms bleiben.

Aber die Bestätigung des Deals mit dem Portugiesen lässt weiter auf sich warten. Tatsache ist auch, dass Oliveira auf der Wunschliste von Yamaha stand, als Ersatz für Viñales.

«Wir haben einen bestehenden Vertrag mit Miguel für 2022 und dann für zwei weitere Jahre», versicherte Stefan Pierer jetzt gegenüber SPEEDWEEK.com. Für 2023 und 2024 muss allerdings die Gage neu verhandelt werden. «Das wird mit Miguel kein Thema sein. Was den Vertrag für 2023 betrifft, setzen wir uns nächstes Jahr zusammen. Ich sehe da kein Thema.»

Falls Oliveira und Binder bis Ende 2024 das Red Bull-KTM-Werksteam bilden und die MotoGP-Neulinge Remy Gardner und Raúl Fernández 2022 in der MotoGP-WM die erwarteten Leistungen zeigen, wird bei KTM womöglich bald ein zusätzlicher Platzbedarf in der MotoGP-WM entstehen – über die vier vorhandenen «Slots» hinaus.

Vorläufig macht sich Stefan Pierer diesbezüglich keine dringenden Sorgen. «Pedro Acosta hat sicher noch zwei Jahre Zeit, bis er für die MotoGP in Frage kommt, er ist mt 17 Jahren noch jung», stellte der KTM-Vorstandsvorsitzende fest. «Und ich glaube, es gibt für ein Werksteam schlimmere Probleme…»

Pierer: «Aber wenn unser Junior-Programm aus der KTM MotoGP Academy richtig zu wirken beginnt, kann es in zwei, drei Jahren passieren, dass wir oben nach der Moto2 in der MotoGP einen Stau zusammenbringen.»

Denn nicht nur aus dem Red Bull Rookies-Cup und aus den KTM-Teams von Aki Ajo und Hervé Poncharal (Tech3) werden Talente in die höheren Klassen befördert, sondern auch vom Moto3-Aspar-GASGAS-Team (Sergio Garcia) und so weiter.

Stefan Pierer will jedenfalls nicht dulden, dass die von Red Bull und KTM mühsam aufgebauten GP-Talente nach den ersten Moto2-Erfolgen von Kontrahenten wie Yamaha oder Ducati weggekauft werden.

Für Raúl Fernández soll von Petronas eine Ablöse von mehr als 500.000 Euro geboten worden sein. «Ich kann diesen Betrag nicht bestätigen. Wir haben ja nichts zu verkaufen», erklärte KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

«Ich versuche den jungen Fahrern und ihren Managern beizubringen, ein Vertrag ist ein Vertrag», betont Stefan Pierer. «Zu dem steht man. Das müssen die anderen Hersteller respektieren. Aber man kann sich einmal gegenseitig helfen, wenn ein Werk zu viele Talente gleichzeitig unter Vertrag hat. Dann kann ich zum Teamchef eines Mitbewerbers sagen: ‚Bezahl mir einen bestimmen Betrag, dann kannst du den Fahrer X haben.‘ Im Fußball sind solche Ablösen auch üblich.»

KTM-Rennchef Pit Beirer hat ja im Winter vorübergehend mit der Idee geliebäugelt, bereits 2022 oder 2023 ein drittes KTM-MotoGP-Team auszurüsten. Flexbow Gresini und Sky VR46 hätten ein Thema werden können. Doch KTM verwarf die Idee, die beiden Team verbündeten sich für zwei und drei Jahre mit Ducati.
Könnte die Pierer Mobility AG zum Beispiel 2024 mit der Marke GASGAS ein zusätzliches MotoGP-Team ausrüsten?
«Das ist eine geile Idee», schmunzelte Vorstand Hubert Trunkenpolz.

«Das ist auch eine Lösung, ja», bestätigte Stefan Pierer. «Sag niemals nie.»

Denn Ducati rüstet 2022 und 2023 sogar vier Teams aus: Ducati Lenovo, Pramac Racing, Sky VR56 und Flexbox Gresini.

«Aber zuerst schauen wir, dass wir ein GASGAS-Team für die Moto2-WM zusammen bringen», ergänzte Stefan Pierer.

Da das Gaviota-Aspar-Team in der Moto3 mit GASGAS-Motorrädern und dem zweifachen Saisonsieger Sergio Garcia schon auf dem zweiten WM-Rang liegt und GASGAS seinen Ursprung im Spanien hat, drängt sich Teambesitzer Jorge Martinez als Partner für den Moto2-WM-Einstieg auf. Er setzt in diesem Jahr Boscoscuro-Maschinen für den WM-Sechsten Aron Canet und Moto3-Weltmeister Albert Arenas (er ist WM-18.) ein.

Da KTM nach 2019 aus der Moto2-Klasse als Chassis-Lieferant ausgestiegen ist, würden das GASGAS-Team wie das Red Bull-Ajo-Team voraussichtlich mit Kalex-Motorrädern fahren.

«Ja, wir reden mit Aspar über die Moto2», verriet Stefan Pierer gegenüber SPEEDWEEK.com.

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