Sandro Cortese: «Meine Erwartungen sind hoch»

Von Günther Wiesinger
Moto2

Kalex-Pilot Sandro Cortese will sich in der zweiten Saisonhälfte steigern und dann 2014 für einige Highlights sorgen.

Sandro Cortese hat bei den ersten acht Moto2-Rennen auf der Kalex des neuen Team Dynavolt Intact GP-Teams nur sieben WM-Punkte gesammelt. Der Moto3-Weltmeister von 2011 will in der zweiten Saisonhälfte vom 21. WM-Rang aus angreifen.

Sandro, im ersten Halbjahr hast du oft die Qualifyings verpatzt. Das Ziel für die zweite Saisonhälfte wären also regelmässige Startplätze in der dritten oder vierten Startreihe, also zwischen 7 und 12.

Genau, ja.

Welche Gegner, die bisher unerreichbar waren, willst du bei den nächsten Rennen ins Visier nehmen? Tom Lüthi war im Winter ein Gegner, mit dem du dich messen wollstest? Redding ist wahrscheinlich noch zu weit weg?

Ja, ich sag einmal, wenn jetzt alles gut klappt, dann sind meine Gegner Terol, der bei den letzten Rennen nicht mehr so weit weg war. In Assen habe ich ihn geschlagen. Selbst Torres, der jetzt auf dem Sachsenring gewonnen hast, hat in Assen mit mir noch um die Ränge 13 und 14 gekämpft. Das sind solche Fahrer, die sich auf meinem Level befinden. Torres hat natürlich durch den GP-Sieg jetzt bestimmt ein riesiges Selbstbewusstsein. Aber ich denke, da ist Vieles möglich. Rabat habe ich beim GP von Deutschland auch hinter mir gelassen. Gut, er war zwar verletzt... Das muss man auch beachten.

Aber ich schaue immer, was diese ehemaligen 125er-Fahrer bisher geleistet haben. Sie haben einfach jetzt in der Moto2-WM alle mehr Erfahrung als ich.

Was kann man von den Spitzenfahrern noch abschauen? Noch später bremsen, das Bike rascher aufrichten, früher und heftiger beschleunigen?

Alles, ja, Ich denke, es existiert bei mir keine grosse Schwachstelle mehr. Generell ist es so, dass die Moto2-Siegfahrer mit ihren Motorrädern einfach machen, was sie wollen. Das habe ich letztes Jahr in der Moto3 auch gemacht.

Im Moment suche ich aber noch das Limit der Moto2-Maschine. Das klappt mal für eine Runde, aber nicht permanent. Die Routiniers wissen genau, man kann in einer gewissen Kurve mit einem bestimmten Speed zur Kurve hinfahren, dann ist man am Limit.

Aber bei mir wird die Situation ständig besser. Die Probleme, die ich am Anfang beim Reinfahren in die Kurven hatte, sind beseitigt. Das Reindriften, das Raubeschleunigen, den abbauenden Grip am Hinterrad – das verstehe ich inzwischen schon viel vertiefter als am Anfang. Meine Zeit kommt. Das macht dann auf einmal «klick», dann bin ich automatisch in Reihe 3.

Und wer gewinnt die Weltmeisterschaft in der Moto2?

Redding, glaube ich.

Mit Scott Redding und Pol Espargaró steigen die zwei besten Moto2-Fahrer 2014 in die Königsklasse auf. Was nimmst du dir dann vor? Die Teambesitzer Keckeisen, Kuhn und Lingg sagten im Winter, man wolle im zweiten oder dritten Jahr um den Titel figten? Kann man 2014 regelmässig mit Podestplätzen rechnen?

Ich denke, dass bestimmt Überraschungen möglich sind. (Er lacht). Aber ich will jetzt nicht vorhersagen, wer 2014 dominieren wird. Ich schaue zuerst einmal, dass ich meine erste Moto2-Saison zu einem guten Ende bringe.

Dein Kumpel Stefan Bradl ist in seiner zweiten Saison Moto2-Weltmeister geworden. Das werden deine Fans also auch erwarten?

Meine Erwartungen sind schon entsprechend hoch. Aber schauen wir mal. Ich will diese Saison gut abschliessen und im Winter umso härter arbeiten, damit wir vielleicht im zweiten Jahr noch einen grossen Schritt machen.

Du bist jetzt WM-21. Was ist bis zum Jahresende noch möglich? Kann es in der Gesamtwertung Richtung Top-Ten gehen?

Ja, vielleicht, Top 12, das wäre ein Ziel. Ich will versuchen, jetzt noch einen Schritt nach vorne zu machen. Ich will mich weiter vorne etablieren. Aber ob ich dann am Jahresende WM-17. bin oder WM-13., das interessiert im ersten Jahr nicht so viele Leute.

Das zweite Jahr zählt dann wirklich. Wenn wir um richtige Platzierungen kämpfen.

Was sagst du zu den Leistungen von Stefan Bradl in Laguna Seca?

Ja, das war super. ich habe mich echt gefreut. Jetzt hoffen wir, dass es so weitergeht. Wenn man es einmal geschafft hat, geht es auch ein zweites Mal.

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