IRTA-Chef Poncharal: Plädoyer für Einheitsmotoren

Von Günther Wiesinger
Moto2
Hervé Poncharal ist nicht nur Besitzer des Tech3-Yamaha-Teams, sondern auch Präsident der Teamvereinigung IRTA. Er befürwortet die Moto2-Einheitsmotoren von Honda.

Hervé Poncharal betreibt in der MotoGP-WM das Yamaha-Kundenteam mit Cal Crutchlow und Bradley Smith. Für 2014 kommt Moto2-Weltmeister Pol Espargaró statt Crutchlow.

Dass er sein Moto2-Team (2014 fahren dort Marcel Schrötter und Alex Mariñelarena) mit Honda-Motoren anreiben muss, stört den Franzosen überhaupt nicht. Poncharal plädiert für die Einheitsmotoren-Regelung.

Hervé, bist du als Yamaha-Teamchef nicht ein bisschen enttäuscht, weil du in den Moto2-Maschinen Honda-600-ccm-Einheitsmotoren verwenden musst?

Als wir von der 25er-Klasse zu Moto2 gewechselt sind und uns für diese neue Kategorie entschieden haben, waren sich die Teams einig, dass wir uns zu Einheitsmotoren entschliessen.
Es kam zu einer Ausschreibung, und das beste Angebot kam von Honda. Mit grossem Vorsprung.
Ich sehe diese Triebwerke gar nicht als Honda-Motoren. Für mich ist das der «Moto2 Official Engine Supplier».
Der gute Punkt daran: Von aussen reden hier immer weniger Menschen über die Motoren.
In Malaysia haben wir den Wildcard-Fahrer Decha Kraisart aus Thailand eingesetzt. Das ganze Projekt ist von Thai Yamaha finanziert worden. Teamuniformen, das Motorrad-Design, alles war mit Yamaha gebranded.
Die Motoren werden immer weniger als Honda-Triebwerke wahrgenommen. Keiner kümmert sich darum...

Aber du musst das Logo «powerwed by Honda» auf das Motorrad kleben.

Ja, das ist ein kleiner Kleber am Unterteil der Verkleidung...

Und manchmal vergisst dein Team auf diesen Kleber?

(Er lacht). No, no. Wenn du zur Technischen Abnahme kommst, wird das sehr aufmerksam geprüft. Es war in Sepang auch bei unserem Wildcard-Fahrer auf dem Motorrad...

KTM-Rennchef Pit Beirer hat für 2016 ein neues Konzept für die Moto2-Klasse vorgeschlagen. Er plädiert für 500-ccm-Zweizylinder. Dann könnten verschiedene Werke mitfahren, alle vier Japaner, dazu Mahindra, eventuell KTM, Ducati, Aprilia und so weiter. Es könnten Leistungsteile von der MotoGP oder Moto3 verwendet werden, weil die Zylinder-Inhalte identisch wären.

Vor zwei Jahren hatten wir mit den Moto2-Teams ein Meeting in Sepang. Wir wollten die Meinungen der Teammanager zu den Einheitsmotoren hören. Wir sagten: Wir können nach den ersten drei Jahren von den Einheitsmotoren weggehen und die 600-ccm-Klasse für alle Werke ausschreiben. Oder wir könnten eine neue Ausschreibung machen und eventuell einen anderen Hersteller als Lieferant für die Einheitsmotoren gewinnen. Oder wir behalten das bisherige System bei.
Es herrschte Einstimmigkeit. Kein Team wollte etwas am bestehenden System ändern.

Aber die 125 PS starken Einheitsmotoren sind lahm. Und es sollte eigentlich eine Prototypen-WM sein.

Ja, aber auf dem Markt der Sportmaschinen bilden die 600er momentan weltweit das grösste Segment.
Wenn wir eine neue Ausschreibung für 2016 machen, haben wir genug Hersteller, die über eine 600er verfügen.
Wir werden sehen. Für 2014 und 2015 sind die Honda-Einheitsmotoren noch vorgeschrieben. In der Zwischenzeit können wir über künftige Konzepte reden.

Ein Hightech-500-ccm-Twin wäre nicht reizvoll?

Dann muss jeder Hersteller ein neues Prototypen-Triebwerk bauen. Das wird sehr teuer. Niemand hat so einen Motor in seiner Produktpalette.
Für mich macht das keinen Sin. Es würde zu einer gewaltigen Kostenexplosion kommen. Unser Ziel ist es aber, die Kosten gering zu halten.

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