Tom Lüthi: «Ich schiele schon auf die Saison 2014»

Von Matthias Dubach
Moto2
Tom Lüthi in Motegi: Zum sechsten Mal 2013 auf dem Podest

Tom Lüthi in Motegi: Zum sechsten Mal 2013 auf dem Podest

Nur die Top-3 der Moto2-WM haben 2013 mehr Podestplätze geholt als Tom Lüthi. Der Schweizer blickt vor dem Finale in Valencia auf eine denkwürdige Saison zurück.

Nach seinem schweren Testunfall am 14. Februar in Valencia war bei Tom Lüthi zunächst eine monatelange Pause nicht undenkbar. Nach zwei Operationen an den schwer verletzten Arm und Schulter auf der rechten Seite gab der Schweizer Suter-Pilot aus dem Interwetten-Team schon beim dritten Rennen der Saison in Jerez sein erfolgreiches Comeback. Im Kampf um den Moto2-Titel war die Hypothek aber zu gross gewesen, erst im Juli auf dem Sachsenring konnte der 125-ccm-Weltmeister von 2005 erstmals ohne Schmerzmittel antreten.

Nach der Sommerpause wurde er immer stärker, bei den drei Überseerennen zuletzt stand Lüthi immer auf dem Podest. Ein Rennen vor Schluss steht er wie letzte Saison bei sechs Podestplätzen, der Berner hat einen zweiten Platz und fünf dritte Ränge eingeheimst. Nur die in den Titelkampf involviert gewesenen Pol Espargaró (bisher 10), Scott Redding (7) und Esteve Rabat (7) standen öfters auf dem Treppchen.

Tom, die drei Überseerennen wurden wegen den Re-Starts in Malaysia und Japan und dem Reifenskandal in Australien verkürzt ausgetragen. Bist du nun ein Sprintspezialist?

Nein, ich denke nicht, dass es damit zu tun hatte. Bei dem einen oder anderen Rennen wäre ich lieber länger gefahren, bei anderen war ich um die kürzere Distanz noch ganz froh. Zum Beispiel in Australien wäre ich froh gewesen über die volle Distanz, da hätte ich wohl eine Chance auf den Sieg gehabt, wenn es länger gegangen wäre. In Malaysia war es von der Ausdauer und der Gesundheit her vielleicht nicht so schlecht mit der kürzeren Distanz.

Unter dem Strich stehen nach den drei Übersee-GP drei Podestplätze auf drei unterschiedlichen Strecken und völlig unterschiedlichen Bedingungen. Wo liegt der Grund für diese Konstanz?

Ich denke, das lag einfach an der Arbeit mit dem Team. Wir haben versucht, nach dem Saisonstart, bei dem wir viel Testzeit und Rennen verpasst haben, auf der Überholspur eine Abstimmung zu entwickeln. Irgendwie haben wir einen Fluss gefunden und eine Konstanz, früher als wir alle erwartet haben, wieder gefunden.

Wegen der Verletzung hast du praktisch keine Wintertests gehabt und zudem die ersten Rennen verpasst. Habt ihr diesen Rückstand mittlerweile komplett aufgeholt?

Das ist extrem schwer zu sagen. Irgendwie zeigt es sich jetzt, gerade nach den drei Überseerennen, dass in dieser Saison viel möglich gewesen wäre. Ich habe schon das Gefühl, dass wir, wenn wir mehr Tests gehabt hätten und mit dem Motorrad mehr probieren hätten können, sogar noch weiter wären. Aber natürlich haben wir keine Garantie, dass dann auch die Resultate auch besser wären. Ich kann auch nicht sagen, dass ich ohne den Unfall um den Weltmeistertitel hätte mitfahren können. Aber: Das Ziel wäre gewesen, ganz vorne mitzureden. Wichtig für mich ist einfach, dass es schön ist und es ist eine gewisse Bestätigung, dass wir die Konstanz früher als erwartet wieder gefunden haben.

Du belegst trotz der grossen Beeinträchtigung im Frühjahr den sechsten WM-Rang. Ist jetzt der schwere, unverschuldete Sturz umso ärgerlicher, wenn du die guten Resultate siehst?

Auf jeden Fall. Was am Ende rausgekommen wäre, wissen wir aber nicht. Aber das ist alles ‹hätte, wäre, wenn›, da bin kein Fan davon. Du kennst mich ja. Nach den guten Resultaten in Übersee schiele ich nun schon ein bisschen auf nächstes Jahr, das ist klar. Ich nehme das auch ein wenig als Vorbereitung, damit es 2014 schaffe, angreifen zu können.

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