Anthony West: «Der Paddock ist mein Fluchtort»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Der 32-jährige Australier Anthony West war ein bisschen in Vergessenheit geraten. Doch im Regen von Assen feierte der Speed-Up-Pilot nun seinen ersten Sieg seit elf Jahren.

Der Australier Anthony West bestreitet seine in 15. WM-Saison. Er fährt jetzt das dritte Jahr in der Moto2-WM für das katarische QMMF-Team. Im Regenrennen von Assen gelang ihm nun sein zweiter GP-Sieg. Elf Jahre zuvor hatte er bereits in den Niederlanden triumphiert.

«Ant» West liebt den Motorradsport noch immer. «Ich fahre alles, was zwei Räder hat», beteuert er. «Der GP-Paddock ist mein Fluchtort. Das Rennfahren verlangt so viel Konzentration, dass du das ganze Drumherum vergisst. Für mich sind das Therapie-Sitzungen. Dirt-Bike, Minibike, alles.»

Die Familie ist für den 32-jährigen Routinier das Schlupfloch, dort bekommt er seine Nestwärme. Nach all den Jahren im Rennsport hat er seinem Vater erstmals einen permanenten GP-Ausweis besorgt.
«Dass Dad wieder involviert ist, finde ich grossartig», sagt West. «Ich habe schon seit einige Zeit versucht, meinen Vater zu überreden, mich mehr zu unterstützen. Wenn er mich jetzt zu einigen Rennen begleitet, bin ich nicht ganz auf mich alleine gestellt.»

West weiter: «Ich fahre jetzt seit 15 oder 16 Jahren ausserhalb von Australien. Der einzige Support, den ich immer gehabt habe, kam von meiner Familie und von ein paar Freunden daheim, die ich nie sehe, weil mir die Zeit dazu fehlt. Allmählich habe ich das Gefühl, dass ich meine Bestimmung gefunden habe. Ich fühle mich mental gut, ich bin mit meinem Leben im Reinen. Mein Leben war lange Zeit ein heilloses Durcheinander. Jetzt habe ich wieder alles auf die Reihe gebracht.»

«Das katarische Verbands-Team QMMF hat mir dabei sehr geholfen, es bildet eine solide, stabile Basis. Je länger ich mit ihnen zusammenarbeite, desto besser fühle ich mich. Ich bin motivierter als je zuvor», sagt West.

Neue Teamfarben, neuer Teamkollege (Roman Ramos), alles sehe gut aus, freut sich der Routinier. «Wir schneiden momentan recht gut ab», freute sich West. «2014 wird ein starkes Jahr für uns. Ich habe in meinem Leben einiges umgekrempelt. Ich bin fokussierter als in den letzten Jahren. Ich freue mich auf die kommenden Rennen.»

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