Nina Prinz: Das große Interview zum Wildcard-Einsatz

Von Sharleena Wirsing
Moto2
Die zweifache Europameisterin Nina Prinz wird als Wildcard-Pilotin für das Moto2-Team QMMF am Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring teilnehmen.

In der Saison 2013/2014 trat Nina Prinz in der Katarischen Superbike-Meisterschaft für das Team der «Qatar Motor and Motorcycle Federation» an und beendete sie auf dem vierten Platz der Gesamtwertung. Zudem ist sie bei der Endurance-WM für QMMF Racing am Start. Bereits in der Saison 2012 plante das QMMF-Team einen Wildcard-Einsatz für die Deutsche. Dieser scheiterte damals am Alterslimit. Da die FIM diese Altersgrenze aufgehoben hat, wurde eine Wildcard für den Sachsenring-GP 2014 beantragt und kürzlich von WM-Promoter Dorna genehmigt.

Um sich an die Speed-Up-Moto2-Maschine zu gewöhnen, absolvierte die 31-Jährige Ende Juni einen zweitägigen Test im MotorLand Aragón. Dabei waren auch ihre QMMF-Kollegen Anthony West und Roman Ramos vor Ort. SPEEDWEEK.com sprach mit der zweifachen Europameisterin über die Testfahrten, ihre Ziele auf dem Sachsenring und Frauen in der Motorrad-WM.

Bereits 2012 war ein Wildcard-Einsatz geplant, doch er scheiterte am damaligen Alterslimit. Wie kam es nun zu der Möglichkeit beim Sachsenring-GP 2014 anzutreten?

QMMF kam wieder auf mich zu und fragte, ob ich Lust hätte, am Sachsenring zu fahren, da das Alterslimit aufgehoben wurde. Wir holen also nach, was wir schon 2012 machen wollten. In der Superbike-Meisterschaft in Katar läuft es so gut, dass das Team wirklich sehr zufrieden ist. Sie dachten wohl, dass sie mir damit ein schönes Schmankerl liefern.

Erfüllt sich durch diese WM-Teilnahme ein Traum?

Natürlich ist es ein Traum. Ich hätte nie gedacht, dass ich dort mal fahren darf, kann oder soll.

Wie verliefen die Moto2-Testfahrten in Aragón? Du bist 1000-ccm-Maschinen mit viel Leistung gewohnt und wirst nun ein 600-ccm-Bike fahren.

Ja, die Umstellung ist schon gewaltig. Man muss jede Sekunde auf dem Motorrad nutzen und möglichst viel Schwung mitnehmen. Mit einer 1000er kann man sich eher mal einen Fehler erlauben, ohne dass die Rundenzeit gleich am Arsch ist. Man muss aufpassen, dass man sauberer, schneller und runder durch die Kurven kommt.

Haben dir die QMMF-Stammfahrer Anthony West und Roman Ramos Tipps gegeben?

Anthony ist mit mir um die Strecke gelaufen und hat mir erklärt, worauf ich achten muss, denn die Strecke von Aragón ist sehr speziell. Auch am Sachsenring werden wir wieder um die Strecke laufen und er wird mir helfen. Ich fühle mich mit den Kollegen und dem Team wirklich sehr wohl.

Wie gefällt dir das Layout des Sachsenrings?

Ich kann die Streckenführung ganz gut leiden. Schnelle Kurven mag ich gerne und auf dem Sachsenring ist man viel in Schräglage. Ich mag es nicht so sehr, wenn man arg hart bremsen muss. Ich freue mich schon sehr darauf.

Wie bereitest du dich auf den Grand Prix vor?

Ich schaue einfach, dass ich mich noch etwas entspannen kann und nicht zu viel Stress habe. Natürlich kümmere ich mich auch um meine Fitness, aber da ich den ganzen Winter in der Superbike-Meisterschaft von Katar unterwegs bin, passt das eigentlich.

Welche Events sind rund um deinen Wildcard-Einsatz geplant?

Bei Suzuki ist auf jeden Fall eine Autogrammstunde geplant und ich bin am Samstagabend um 19:30 Uhr bei der Fahrerpräsentation in der Karthalle. Ansonsten konzentriere ich mich so gut es geht auf mich selbst.

Die Moto2-Klasse ist hart umkämpft. Was sind deine Ziele an diesem Wochenende?

Ich denke, es wäre vermessen, sich irgendwelche Ziele zu setzen. An diesem Wochenende lasse ich alles auf mich zukommen, denn ich will es in jeder Hinsicht, fahrerisch und auch neben der Strecke, genießen. Ich will meine Leistung abrufen und zeigen, was ich kann. Aber es ist klar, dass die anderen Piloten ihre Maschinen genau kennen und auch den ganzen Winter testen. Für mich ist es das erste Rennen mit einem solchen Motorrad. Ich muss abwarten, was passiert.

Mit Ana Carrasco hat die Weltmeisterschaft wieder eine Stammfahrerin. Auch Maria Herrera könnte bald in die Moto3-WM aufsteigen. Wie schätzt du die Chancen dieser Mädels und Frauen in der Weltmeisterschaft allgemein ein?

Die Chancen stehen sehr gut. Die beiden spanischen Mädels zeigen, dass das sehr gut funktionieren kann. Maria ist in der Spanischen Meisterschaft wirklich ganz vorne dabei und hätte 2013 auch fast die Gesamtwertung gewonnen. Das zeigt, dass alles möglich ist. Man muss kein Mann sein, um vorne mitzufahren. Davon bin ich fest überzeugt. Ich hoffe, dass nach und nach immer mehr Mädels nachrücken.

Haben es Frauen schwerer?

Ähm, nein. Nein, ich denke nicht. Ich glaube, es kommt auf den Typ an, auch wenn Männer und Frauen unterschiedlich sind. Wenn man ehrgeizig ist, dann ist es egal.

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