Marcel Schrötter: Der Durchbruch ist gelungen

Von Günther Wiesinger
Moto2

Als WM-Zehnter war Marcel Schrötter aus deutscher Sicht die grosse Überraschung in der Moto2-WM. Der kampfstarke Bayer hat schon viele Tiefs überwunden.

Marcel Schrötter hat sich 2013 in der Moto2-Weltklasse etabliert, nachdem er ab August 2012 im SAG-Team eine Bimota und 2013 bei SAG eine Kalex gesteuert hatte.

Der Wechsel zu Tech3-Team barg ein Risiko, die Eigenbau-Mistral 610 des Teams von Hervé Poncharal ist technisch kaum auf dem Stand der Kalex, aber Schrötter liess sich dadurch nicht entmutigen.

Er zeigte auch bei den Tests im November vielversprechende Leistungen.

«Was uns bei der Technik genau noch fehlt, ist schwer zu sagen», sagt der Bayer. «Man kann nicht sagen, man macht einfach dies und jenes, dann wird es besser. Wir haben 2014 einfach von Rennen zu Rennen gewisse Probleme in den Bremszonen gehabt. Das Hauptproblem war dann eher das Turning vom Motorrad, plus ein bisschen das Gewicht. Wenn wir all diese Nachteile ein bisschen reduzieren können, wenn wir also Gewicht einsparen und das Turning verbessern können, lässt sich ein Schritt vorwärts machen. ich meine, wir sind ja nicht mehr weit weg. Wenn wir am Motorrad zwei oder drei Zehntel pro Runde finden, wenn ich mich dann fahrerisch noch verbessere, sind wir dicht dran an der Spitze. Das ist unser Ziel für nächstes Jahr. Schauen wir mal, was wir am 2015-Motorrad finden und wie das dann funktioniert.»

Schrötter: Immer unterlegenes Material

Marcel Schrötter hat 2008 und 2009 die IDM 125 auf der Honda des Teams von Toni Mang und Sepp Schlögl gewonnen, dazu die EM 2009, in Valencia 2009 gelang ihm als Wildcard-Fahrer ein grossartiger fünfter Rang.

Doch in der WM musste er sich seit seinem fixen Einstieg 2010 immer mit unterlegenem Material abmühen. Zuerst mit der Honda 125, dann mit der Mahindra 125, im Jahr 2012 mit der noch in Italien bei Engines Engineering gebaute Mahindra-Moto3, danach kam die Moto2-Bimota. Auch die Mistral 610 ist bisher kein Sieger-Motorrad gewesen.

Schrötter hat gelernt, auch mit unterlegenem Material immer wieder achtbare Resultate zu zeigen.

Wie ist ihm das gelungen? Wie konnte er materialmässige Nachteile immer wieder wettmachen?

Er wirkt nachdenklich.

«Das war schwierig», seufzt er. «Es war wirklich schwierig, seit ich in die WM gekommen bin. Ich will mich jetzt nicht beschweren... Ich war 2010 der einzige Honda-Fahrer. Es war eine super Honda, muss ich sagen. Aber die Maschine war auf dem Stand von 2005 und 2006, nachher war die Maschine nicht mehr weiterentwickelt worden, weil die Viertakter kamen. Bei Derbi und Aprilia und KTM hab es nagelneuer Motorräder, Werksmotorräder teilweise. Der Speed-Unterschied war beträchtlich. Ausserdem musste ich als WM-Neuling viele Strecken kennenlernen, das kam noch dazu. Es wird oft vergessen, dass es im Jahr 2010 am Freitag nur ein freies Training gab. Das wird heute oft vergessen, dass damals für mich ein Training wegfiel. So konnte man weniger analysieren und lernen. Nach dem ersten freien Trainings ging's am Samstag im Qualifying schon um die Wurst. 2011 und 2012 kam die Zeit mit Mahindra, ohne grosse Sponsoren. Klar, der Erfolg war halt auch nicht da.»

Bei der Moto3-Mahindra hielten die schwachbrüstigen 250-ccm-Motoren oft nur drei Runden, sie verloren ständig Öl, schon beim Aufwärmen.

«Das war echt eine schwierige Zeit», blickt Schrötter zurück. «Mahindra war der Tiefpunkt. Das war kein Rennmotorrad. Es war ganz weit weg von einem Rennmotorrad. 2011 mit dem Zweitakter war es noch einigermassen okay. Aber diese Zeit hat mich fahrerisch schon ein bisschen nach vorne gebracht. Ich musste halt schauen, dass ich irgendwo Zeit gutmache, wo ich keine Power brauchte. Das war dann oft in den Bremszonen. Oder ich habe versucht, Kurven besser zu fahren. Auch im Regen waren wir oft gut dabei. Deshalb hat es lange gedauert, bis ich mein Können zeigen konnte. Die Weltmeisterschaft war bis jetzt schwierig für mich.»

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