Marcel Schrötter: Auch beim Heim-GP mit Kayaba?

Von Sharleena Wirsing
Moto2
Am Ende des Assen-GP gelang dem Tech3-Team und Marcel Schrötter ein Fortschritt mit der Kayaba-Suspension. Trotzdem blieb er punktelos. SPEEDWEEK.com sprach mit Crewchief Nicolas Reynier.

Marcel Schrötter hatte in Assen mit der Kayaba-Suspension zu kämpfen, am Ende gelang dem Tech3-Team und KYB, wie sich die japanische Firma nun nennt, jedoch ein Fortschritt.

Ob die neue Suspension auch bei Schrötters Heimrennen auf dem Sachsenring eingesetzt wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen.

Schrötter, der WM-Zehnte von 2014, setzte in Assen erstmals die Suspension von Kayaba ein. Bisher war der Bayer mit Öhlins-Dämpfung unterwegs. Yamaha ist Großaktionär von Kayaba, wodurch dem Tech3-Team von den Japanern große Unterstützung zugesagt wurde.

Schrötters Tech3-Crewchief Nicolas Reynier erklärte im Gespräch mit SPEEWEEK.com: «Die Kayaba-Ingenieure in unserer Box waren ein Hauptgrund dafür, dass wir dieser Suspension eine Chance geben. Die Öhlins-Ingenieure sind sehr gut, aber sie kosten viel Geld, das wir nicht haben. Bei Öhlins bekommen wir gutes Material, aber die nicht die neuesten Updates. Zudem haben wir keinen Techniker, der uns am Rennwochenende zur Seite steht. WP kam in die Moto2-Klasse und sie arbeiteten hart, nun hat auch Öhlins einige Arbeit investiert und sich verbessert. Doch man profitiert von Öhlins nur, wenn man dafür zahlt. Da wir nicht dafür zahlen, bekommen wir nicht den Support. Bei Kayaba haben wir Techniker, die uns alles geben, was wir wollen.»

Wie Schrötters Manager Michael Kories bestätigte, könnte Schrötter sich nach Assen, nach dem Sachsenring oder nach der Sommerpause auch gegen Kayaba entscheiden und zu Öhlins zurückkehren.

In Bezug auf den ersten Test mit KYB in Barcelona sagte Reynier: «Die Dämpfung hinten funktionierte ab dem ersten Moment, nachdem wir sie eingebaut hatten, wirklich gut. Es war kein großer Fortschritt, aber eine kleine Verbesserung. Wir wussten, dass wir davon keine Wunder erwarten dürfen. Die Front funktionierte nicht zufriedenstellend. Das Set-up, das die Kayaba-Ingenieure vorschlugen, war weit von dem weg, was wir brauchen. Da das Wetter in Barcelona sehr schlecht war, hatten wir nicht genug Zeit, um ein passendes Setting zu finden. Wir haben damit begonnen, aber es reichte nicht. Am Ende war der Test also ohne große Aussage. Wir waren uns nicht sicher, ob Kayaba besser sein würde als Öhlins. Daher mussten wir eine Entscheidung treffen. Es war hauptsächlich Marcels Entscheidung. Er hat sich nun dazu entschieden, Kayaba in Assen und vielleicht auch auf dem Sachsenring einzusetzen. Es war ein harter Start, weil wir kein Set-up hatten.»

Reynier weiter: «Nach dem Assen-GP wird entschieden, ob wir Kayaba auf dem Sachsenring einsetzen. Nach dem Sachsenring werden wir wahrscheinlich entscheiden, ob wir auch den Rest des Jahres mit Kayaba bestreiten.»

Während des Assen-Wochenendes überlegte das Team bereits, für das Qualifying auf die Öhlins-Suspension umzubauen. Doch sie entschieden sich anders.

Im Qualifying von Assen verlor Schrötter als 17. ganze 1,444 sec auf die Pole-Zeit. Zum vierten Rang fehlten jedoch nur 0,397 sec. Nach dem Assen-GP, Schrötter blieb mit Platz 18 punktelos, sein Teamkollege Ricky Cardus stürzte, zog Reynier folgendes Fazit: «Das gesamte Wochenende war hart, denn die Suspension vorne ist noch nicht auf dem Level der Moto2-WM. Wenn nicht alles stimmt, kostet das viel Zeit – vor allem an einem Rennwochenende. Man muss die richtigen Parameter finden. Dabei haben wir große Fortschritte gemacht. Es war nicht genug, aber mit den Verbesserungen bin ich zufrieden. Wir verstehen die Suspension nun viel besser. KYB hat sich sehr gut verhalten. Wir befinden uns noch nicht auf dem notwendigen Level, daher liegt noch viel Arbeit vor uns.»

Wird auch auf dem Sachsenring mit Kayaba gefahren? «Ich weiß noch nicht, ob wir die Suspension auch dort einsetzen. Meine persönliche Meinung ist, dass wir weitermachen sollten. Wir werden mit Marcel darüber sprechen. Er hat Mitspracherecht. Nach diesem Wochenende ist er sehr frustriert, weil er es schwer ist, schnell zu sein, wenn man von den Komponenten in gewissen Grenzen gehalten wird. Sobald sein Frustrations-Level gesunken ist, sprechen wir in den nächsten Tagen darüber und entscheiden.»

Der Wechsel des Suspensions-Lieferanten kostet das Team viel Zeit, um die neuen Komponenten richtig abzustimmen. Zudem fand die Truppe noch keine perfekten Lösungen für die Probleme mit dem neuen Mistral 610-Chassis für 2015. Für Marcel Schrötter, der jetzt bereits an einen Platz für die Saison 2016 denken muss, ist dies besonders frustrierend. Er ist unter diesen Umständen nicht in der Lage, sein wahres Potenzial zu zeigen.

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