Tom Lüthi (3.): «Dieses Podium haben wir verdient»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Tom Lüthi erlebte nach der Pole-Position in Le Mans einen turbulenten Renntag. Ärger mit Alex Rins im Warm-up, Technikprobleme vor dem Start – es war alles dabei.

Tom Lüthi (29) schaffte zwar in Le Mans die insgesamt neunte Pole-Position seiner GP-Karriere (4x Moto2, 5x 125 ccm), aber mit dem fünften GP-Triumpg auf dem Circuit Bugatti klappte es nicht.

Tom Lüthi führte mit der Kalex des Garage Plus Interwetten Teams zwar in der Anfangsphase, aber dann musste er zuerst Alex Rins und dann Simone Corsi (Speed-up) ziehen lassen. 


Tom Lüthi hatte vor dem Start technische Probleme. «Als wir den Motor vor dem Rausfahren laufen liessen, hat mein Mechaniker Achim ein komisches Geräusch gehört, das vorher nicht da war. Es hat sich auch Trevor Morris von ExternPro darum gekümmert. Ich kam dann in die Box und fragte, was da vor dem Rennen los sei. Aber wir haben das dann in den Griff bekommen. Ich bin also die Besichtigungsrunde gefahren, aber das Display im Cockpit war wie tot, ich konnte die Instrumente nocht lesen, es gab auch keinen Schaltblitz. Aber die Mechaniker haben dann mit dem Computer ein Re-set gemacht, auf jeden Fall hat es dann im Rennen gut funktioniert. Ich bekam zwar nicht alle Informationen, die ich normal bekomme, aber es war kein Problem, ich habe zumindest den Schaltblitz gesehen, das war wichtig. Das Motorrad hat tadellos funktioniert.»

Lüthi weiter: «Auch der Start war sehr gut, ich bin gut weggekommen. Ich habe dann versucht, die Reifen eine halbe oder ganze Runde schön einzufahren. Ich bin nicht voll-voll gefahren, aber ich habe versucht, vorne zu bleiben. Nachher habe ich ein gutes Gefühl gehabt und gedacht, vielleicht kann ich wegfahren. Ich habe dabei viel investiert und dadurch den Vorderreifen stark belastet. Ich hatte dann einmal 0,4 sec Vorsprung auf der Tafel, aber in der nächsten Runde nur noch 0,2 sec. Da habe ich gemerkt, ich komme nicht weg. Nachher kam Alex Rins, ich habe mich gewehrt, er hat aber einen guten Rhythmus gehabt. Ich habe nachher mit Baldassarri viel Zeit verloren. Es wäre besser gewesen, wenn er sich bei mir angehängt hätte, denn ich hatte einen besseren Speed als er. Gemeinsam wären wir vielleicht noch einmal an die Vorderleute Rins und Corsi rangekommen. Als ich endlich vorne war, war die Lücke zu gross.»

Tom Lüthi war schon im Warm-up Sonntagfrüh ein seltsames Erlebnis widerfahren. Alex Rins beschattete ihn hartnäckig und fuhr dem Schweizer sogar nach, als Tom einen Umweg durch die Boxengasse nahm. «Ich wollte ihm meine Linien nicht zeigen. Aber er konnte mich nicht aus der Fassung bringen, dafür bin ich erfahren genug», meinte Tom. «Er blieb hinter mir, also habe ich gesagt, ich fahr jetzt auf keinen Fall vor seiner Nase eine schnelle Runde. Ich dachte, lassen wir das Warm-up halt, denn die Reifen sind durch das Geplänkel stark abgekühlt. Also bin ich einmal durch die Boxengasse gefahren, aber ich habe gesehen, er kommt mir auch bei diesem Manöver nach. Es war ein Psychospiel. Egal, das Warm-up war damit nutzlos, aber wir waren aufs Rennen trotzdem gut vorbereitet.»

Und wie sieht es in der WM aus? Immerhin rückte Tom Lüthi in Le Mans wieder auf Platz 3 vor. Der aktuelle Stand: 1. Rins 87 Punkte. 2. Lowes 82. 3. Lüthi 69. 4. Zarco 56. 5. Folger 47. 6. Corsi 46. 7. Aegerter 46. 8. Salom 37.

«Wir sind auf dem Podium, wo wir sein müssen, Le Mans war ein sehr gutes Wochenende. Das Team hat einen guten Job gemacht. Nächste Woche gehen wir testen nach Misano, von dort fahren wir direkt nach Mugello», ergänzte der Eidgenosse.

Einige WM-Gegner wie Zarco und Folger stürzten, Lowes kam nur auf Platz 6.

Lüthi: «Lowes hat heute zehn Punkte geholt, Zarco und Folger werden in Mugello alle wieder stark zurückkommen. Aber es ist gut zu sehen, dass alle Gegner mal irgendwo zu kämpfen haben, wie es auch bei mit der Fall war, als ich auf einem sechsten oder siebten Platz war. Das sind trotzdem wichtige Punkte, auch für Sam Lowes heute. Natürlich hätte ich heute nach der Pole-Position heute gern bis zur letzten Runde um den Sieg gekämpft. Aber heute haben wir den dritten Platz mitgenommen. Das haben wir uns verdient. In der WM sind wir voll dabei; da ist auf jeden Fall etwas drin...»

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