Miguel Oliveira: «Erst in 20 Jahren Zahnarzt»

Von Sharleena Wirsing
Moto2
Miguel Oliveira absolviert 2016 seine erste Moto2-Saison

Miguel Oliveira absolviert 2016 seine erste Moto2-Saison

Neben seiner GP-Karriere studiert Miguel Oliveira Zahnmedizin. Diesen Beruf will er jedoch erst nach einer langen und erfolgreichen Zeit in der MotoGP-WM ausüben, wie er im Interview mit SPEEDWEEK.com verriet.

In den ersten acht Saisonrennen 2016 sammelte Miguel Oliveira 24 Punkte, was WM-Rang 15 bedeutet. Der Kalex-Pilot begann seine erste Moto2-Saison in Katar mit einem starken elften Platz, worauf aber drei punktelose Rennen folgten. In Le Mans glänzte der Portugiese mit Platz 9, es folgte der 13. Rang in Mugello. Den Grand Prix in Barcelona schloss Oliveira mit seinem bisher besten Moto2-Ergebnis ab: Platz 8. In Assen überquerter er die Ziellinie auf Platz 15. Mit SPEEDWEEK.com sprach der 21-jährige Portugiese über die Tücken der Moto2-Klasse.

Ist der Wechsel in die Moto2-Klasse härter, als du es dir vorgestellt hattest?

Ja sicher. Ich hatte nicht erwartet, dass es einfach wird, aber das Level ist nun höher als in den letzten Jahren. Mehr Gegner sind konkurrenzfähig. Das macht es schwieriger, an der Spitze zu glänzen.

Musstest du deine Ziele überdenken oder sind die Top-10 noch immer dein Anspruch?

Nein, mein Ziel hat sich nicht geändert. Ich will in jedem Rennen unter die Top-10 kommen. Ich glaube, dass ich ein Top-Fahrer bin und durch genug Arbeit an die Spitze kommen kann. Doch in dieser Saison muss ich dafür so viel wie möglich lernen.

Was macht den größten Unterschied zwischen der Moto3- und der Moto2-Klasse aus?

Die Reifen, sie sind viel breiter. Die Bikes sind viel schwerer. Die Power ist nicht unglaublich, aber es besteht schon ein kleiner Unterschied. Das ist es eigentlich schon. Man muss lernen, das Bike genau im richtigen Moment zu stoppen und genug Drive aus der Kurve heraus zu haben.

Ist es in der Moto2-Klasse schwieriger, weil du gegen viele erfahrene Piloten wie Johann Zarco oder Tom Lüthi antreten musst?

Ja, das macht es im Vergleich zur Moto3-Klasse nicht einfacher. Vor allem kennen diese Jungs das Limit des Bikes genau. Insgesamt ist die Moto2-Klasse wirklich hart, denn an einem Wochenende gehört man zu den stärksten Fahrern, am nächsten passt das Griplevel nicht zum Fahrstil und die Anpassung ist schwierig. Alle Kleinigkeiten haben großen Einfluss.

Dein Leopard-Teamkollege Danny Kent hat ebenfalls mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, obwohl er schon Moto2-Erfahrung hat. Bist du überrascht, dass er derzeit hinter dir liegt?

Ich mache mir ehrlich gesagt nicht so viele Gedanken über Danny. Wir vergleichen natürlich die Daten, wenn er schneller ist. In dieser Hinsicht sind wir natürlich hilfreich für einander. Doch ich muss mich auf jeden Fall noch eine halbe Sekunde steigern, um es in die Top-5 zu schaffen.

Was musst du tun, um diese halbe Sekunde zu finden?

Ich muss keinen speziellen Teil meines Fahrstils verbessern, sondern das Gesamtpaket aus mir und dem Bike perfektionieren.

Du absolvierst 2016 deine erste Saison mit dem Leopard-Team. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Es ist ein sehr professionelles Team. Alle bringen maximalen Einsatz, um mir das bestmögliche Paket bereitzustellen. Ich bin mit ihrer Arbeit zufrieden.

Wirst du auch 2017 für das Leopard-Team antreten?

Das steht für mich noch nicht fest. Obwohl die Verhandlungen aller Fahrer in diesem Jahr schon sehr früh beginnen. Es scheint so, als würden die Verhandlungen in jedem Jahr früher beginnen. Bereits beim ersten Rennen gab es Entscheidungen. Ich will aber nicht zu früh über meine Zukunft nachdenken. Natürlich müssen wir die Dinge vorbereiten, aber ich will mich darauf konzentrieren, wirklich gut in der Moto2-Klasse zu werden. Darauf liegt derzeit mein Fokus.

Neben deiner GP-Karriere gehst du noch deinem Zahnmedizinstudium nach. Oder bist du mittlerweile schon Zahnarzt?

Nein, vielleicht in zehn Jahren. [lacht] Ich arbeite daran, aber ich habe nicht viel Zeit. Jedes Mal, wenn ich zuhause bin, versuche ich, mein Studium zu organisieren. Da es ein sehr praktisch ausgerichteter Studiengang ist, muss man viel Zeit in der Uni verbringen. Das ist mein Problem. Wenn meine GP-Karriere hier erfolgreich ist, hoffe ich aber, dass ich erst in 20 Jahren als Zahnarzt arbeiten werde.

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