MotoGP: Kündigung als Befreiungsschlag?

Exklusiv: Warum Ducati in die Moto3-WM will

Von Günther Wiesinger
Ducati-Renndirektor Gigi Dall'Igna nennt gute Gründe, die für einen Moto3-Einstieg von Ducati sprechen

Ducati-Renndirektor Gigi Dall'Igna nennt gute Gründe, die für einen Moto3-Einstieg von Ducati sprechen

Gigi Dall'Igna, General Manager von Ducati Corse, nennt im Interview mit SPEEDWEEK.com ein paar triftige Gründe für den baldigen Einstieg von Ducati in die Moto3-WM.

Ducati-Renndirektor Gigi Dall'Igna hat bereits mehrmals betont, dass sein Werk an einem Engagement in der Moto2-WM kein Interesse hat, weil dort Einheitsmotoren von Honda zum Einsatz kommen.

Aber beim Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com rückte Gigi Dall'Igna mit einer erstaunlichen Neuigkeit heraus. Ducati wird in absehbarer Zeit in die Moto3-Weltmeisterschaft einsteigen, also eine 250-ccm-Einzylinder-Viertakt-Maschine bauen und dann Honda, KTM, Mahindra und Peugeot in der kleinsten WM-Klasse dem Fehdehandschuh hinwerfen.

«Wir diskutieren bei Ducati ernsthaft über die Moto3», versichert Gigi Dall'Igna. «Denn ich bin überzeugt, dass es für die Zukunft von Ducati wichtig ist, so ein Moto3-Projekt in Angriff zu nehmen. Aber wir müssen Schritt vor Schritt vorgehen. Im Moment fokussieren wir uns auf die MotoGP-Saison 2017 mit Jorge Lorenzo. Wenn in diesem Bereich alles wunschgemäß läuft, dann habe ich Zeit, mir über den nächsten Schritt Gedanken zu machen. Und der nächste Schritt wäre dann sicher die Moto3-Klasse.»

«Wir haben aber noch ein paar Aufgaben zu erledigen, bevor wir vereinbaren, in die Moto3-Kategorie hinein zu springen. Wir brauchen dafür ein Budget, wir brauchen Mitarbeiter, es gibt vorher einiges zu erledigen und zu besprechen. Aber ich bin überzeugt, dass die Moto3 ein sehr sinnvolles Zukunftsprojekt für Ducati wäre. Ich meine da nicht nur Ducati Corse, sondern ich meine damit das ganze Unternehmen Ducati», versichert der Italiener.

«Aber die Moto3 wäre auch für Ducati Corse von Bedeutung. Denn es gibt einen klaren Grund, warum wir Jorge Lorenzo zu einem Wechsel zu Ducati überreden konnten. Ich kenne ihn seit seinem 15. Lebensjahr, als er für Derbi in der 125er-WM fuhr. Dann ist er in meiner Aprilia-Zeit zweimal 250-ccm-Weltmeister geworden. Auch mein gutes Verhältnis zu Iannone geht auf die 125-ccm-Aprilia-Zeit zurück. Es ist wirklich wichtig, dass man die vielversprechenden Talente bereits in jungen Jahren kennenlernt.»

Die Teilnahme an der Moto2-WM interessiert Gigi Dall'Igna nicht. «Diese Klasse ist nicht für die Werke gemacht. Das ist ein Problem der technischen Vorschriften», spielt er auf die Einheitsmotoren an. «Klar, es fehlt uns dann eine Zwischenstation zwischen Moto3 und MotoGP. Aber zuerst machen wir die Moto3-Klasse. Dann befassen wir uns mit der Frage, wie wir mit den Fahrern umgehen, die bei uns in der Moto3-WM Erfolg hatten und die wir für die MotoGP-Klasse aufbauen wollen.»

Daraus schließen wir: Ducati wird voraussichtlich spätestens 2019 in der Moto3-WM antreten. Und danach wird man sich ein vertrauenswürdiges Moto2-Team suchen, dem man ein bis zwei Jahre lang ein Moto3-Talent anvertrauen kann. So machte es das SKY VR46-Team von Valentino Rossi bisher mit Lorenzo Baldassarri und Luca Marini bei Forward Racing und Aprilia Racing bei Gresini mit Sam Lowes.

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