Maverick Viñales: Er pfeift auf seine Titelchance!

Von Günther Wiesinger
Moto3
Maverick Viñales

Maverick Viñales

Moto3-Titelanwärter Maverick Viñales packte in Sepang bereits vor dem ersten Training seine Siebensachen. Er hat sich mit dem Blusens-Team zerstritten.

Das ist in der ganzen GP-Geschichte seit 1949 noch nie vorgekommen: Obwohl er durchaus noch Titelchancen hat, verzichtet der Moto3-WM-Zweite Maverick Viñales auf den Motorrad-GP von Malaysia. Raul Romero und Ricard Jové, Besitzer und Manager des Avintia-Blusens-Teams, liefen am Freitagvormittag in Sepang wie aufgescheuchte Hühner durch das Fahrerlager.

«Das ist ein drittklassiges Team, sie wollen nicht gewinnen», schimpfte der hoch talentierte Maverick Viñales. «Sie haben mich miserabel behandelt, jetzt behandle ich das Team entsprechend miserabel. Das ist eine drittklassige Truppe. Ich brauche ein Sieger-Team. Und ein konkurrenzfähiges Motorrad, mit dem ich ernsthaft um den Titel fighten kann. Ich wäre gern die letzten drei Rennen gefahren. Aber wenn ich nicht konkurrenzfähig sein kann, lasse ich es lieber bleiben.»

Bevor er seinen Flug umbuchte nach Spanien, fragte Viñales noch bei anderen Teams an, ob er für die letzten drei oder zwei Rennen fahren könne. Aber der 17-jährige FTR-Honda-Pilot ist beim Avintia-Blusens-Team unter Vertrag. Ausserdem hat er den Blusens-Deal gerade beim Aragón-GP um zwei weitere Jahre verlängert. Er sollte 2013 die Moto3-WM fahren und dann für 2014 in die Moto2 aufsteigen.

«Den neuen Vertrag haben wir nur unterschrieben, weil ich in Aragón vom Team dazu genötigt worden bin», versicherte Viñales. «Wir werden jetzt alles tun, um künftig für einen anderen Rennstall fahren zu können.»

Für Red-Bull-KTM-Werkspilot Sandro Cortese (22) hat sich die WM-Situation dadurch ungemein verbessert. Er muss jetzt nur noch auf Luis Salom achten, der drei Rennen vor Schluss in der WM-Tabelle 61 Punkte hinter ihm liegt. Das heisst: Bei einem Sieg von Luis Salom in Sepang am Sonntag reicht Cortese ein dritter Platz zum Titelgewinn.

Cortese entspannte sich nach Platz 4 im ersten freien Training im Medical Centre und erfuhr dann, dass Rivale Viñales endgültig auf den Malaysia-GP verzichten wird. «Mein erster Gedanke war, das ist eine etwas komische Situation», erklärte Cortese. «Im ersten Moment konnte ich es gar nicht glauben. Dann dachte ich mir: Eigentlich hätte ich Maverick lieber auf der Rennstrecke besiegt. Doch man darf nicht vergessen, jetzt ist halt Salom mein grösster Konkurrent. Ich lasse mich nicht beirren. Bei mir war im ersten Training alles im grünen Bereich. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich den Titelgewinn schaffe, ist natürlich grösser geworden.»

Übrigens: Jetzt besteht eine gewisse Parallele zwischen dem Titelgewinn von Stefan Bradl in der Moto2-Klasse 2011 und der Titelkampagne von Cortese. Auch Bradls Rivale Marc Márquez trat letztes Jahr beim Rennen in Sepang nicht an. Denn er war in der ersten Runde des freien Trainings schwer gestürzt und sah dann auf dem rechten Auge doppelt.

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