Eskil Suter: «Mit Mahindra-Einstieg hoch zufrieden»

Von Günther Wiesinger
Moto3

Die Moto3-Mahindra stellte Honda 2013 von Anfang an in den Schatten. Firmenchef Eskil Suter zieht Bilanz und sagt, wo es noch fehlt.

Die Schweizer Firma Suter Racing Technology hat mit dem Bau und der Entwicklung der Mahindra MGP3O-Rennmaschine 2013 stark an Ansehen gewonnen. Für 2013 haben sich neben dem Werksteam Mahindra Racing noch drei Kundenteams für dieses Motorrad entschieden – das Team Italia, Ambrogio Racing und CIP. Ambrogio stieg in der WM bereits im September von Suter-Honda auf Mahindra um. Dazu gewann Andrea Locatelli auf Mahindra im Team Italia die italienische Moto3-Meisterschaft.
Im Werksteam Mahindra Racing wird der Australier Arthur Sissis 2014 neben Miguel Oliveira fahren.

Wir haben uns mit Firmenchef Eskil Suter über das erfolgreiche Moto3-Projekt unterhalten.

Eskil Suter, Mahindra hat letztes Jahr Feind und Freund überrascht. Das Motorrad war vom ersten Test an konkurrenzfähig, gleich unter den ersten fünf, es war ausserdem standfest, in Malaysia hat Miguel Oliveira sogar mit einem Podestrang gegen die übermächtigen KTM geglänzt. Hat dich das persönlich überrascht?

Wir haben sicher auch die nötige Portion Glück dazu gehabt. Wir haben in der ganzen Entwicklungsphase keinen einzigen Motor verloren. Das ist höchst unüblich. Wenn du einen neuen Motor konstruierst, geht normalerweise am Anfang etwas kaputt. Davor sind wir verschont geblieben. Und das hat uns geholfen, von Anfang an relativ gut mitzufahren.

Aber zwischendurch blieben die Resultate etwas hinter den Erwartungen?

Ja, weil wir so stark begonnen haben, haben manche Leute gehofft, es geht jetzt gleich in grossen Schritten weiter nach vorne. Aber das war nicht so einfach. Wir haben bei Saisonmitte ein paar kleine Rückschläge erlitten – von den Ergebnissen her.
Da haben viele Faktoren mitgespielt. Wir haben ein neues Chassis und eine neue Schwinge probiert. Das waren manchmal Teile, die sich nicht wirklich bewährt und keine Verbesserung bewirkt haben.
So hat es bei Saisonmitte ein Tief gegeben – aber auf hohem Niveau.

Die Ergebnisse konnten sich trotzdem sehen lassen. Dass Oliveira als WM-Sechster sämtliche Honda-Fahrer besiegt, durfte niemand erwarten.

Ja, dazu kommen die Pole-Position von Assen und der zweite Startplatz in Le Mans. Ausserdem hat er noch zwei oder drei schnellste Rennrunden geschafft. Das Motorrad war super konkurrenzfähig.
Man darf auch nicht vergessen: Wir haben nur einen Spitzenfahrer gehabt, KTM deren fünf.
Wir müssen hoch zufrieden sein mit dem Einstieg. Was unsere Jungs da geleistet haben, ist sensationell.

Du hast Miguel Oliveira von Anfang an gelobt und gesagt: Ich bin froh, dass wir so einen schnellen Chauffeur haben. Aber er wollte im Herbst zu Calvo-KTM. Er musste bei Mahindra bleiben. Wird das bei hm Spuren hinterlassen?

Wenn ein Rennfahrer professionell genug ist, dann wird er das Beste geben, sobald er wieder am Start steht. Wenn er nur mitfahren will und nicht mehr so motiviert ist, schneidet er sich ins eigene Fleisch. Dann wird für 2015 niemand mehr Interesse an ihm haben.
Er ist eigentlich gezwungen, wieder alles zu geben.
Und ich schätze ihn als motiviert genug ein, dass er sich da professionell verhält und sich voll ins Zeug legt.
Was uns vielleicht fehlt für 2014 ist ein zweiter oder dritter Spitzenfahrer, von dem man weiss, dass er vorne mitfahren kann.

Von Brad Binder bei Ambrogio warst du im Frühjahr 2013 noch recht begeistert? Und Arthur Sissis hat bei KTM 2012 schon einen dritten Platz erzielt. Vielleicht kann er Oliveira einheizen?

Ja, am Saisonanfang 2013 war Binder super dabei. Seither ist er nicht mehr in die Gänge gekommen. Warum das so ist, weiss ich nicht. Vielleicht hat das mit dem Wechsel der Dämpfungselemente bei Ambrogio zu tun. Die sind zu Saisonmitte von Paioli auf Öhlins umgestiegen. Vielleicht hat er einige Zeit gebraucht, bis er sich mit der neuen Suspension anfreunden konnte.
Aber ich schätze Binder eigentlich recht stark ein. Er war bei den Vorsaisontests 2013 mit der Suter-Honda sehr schnell.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit Mahindra aus? Geht der Vertrag über drei Jahre?

Das ist eigentlich ein kontinuierlicher Vertrag... Er läuft sicher mal bis zum nächsten Jahr.

So werden die Moto3-Teams 2014 aussehen:

Nr. Fahrer (Nation) Team Motorrad
3 Matteo Ferrari (I) San Carlo Team Italia Mahindra
4 Gabriel Ramos (YV) Kiefer Racing Kalex-KTM
5 Romano Fenati (I) Team Sky-VR46 KTM
7 Efren Vazquez (E) Caretta Technology - RTG Honda
8 Jack Miller (AUS) Red Bull KTM Ajo KTM
10 Alexis Masbou (F) Ongetta-Rivacold Honda
11 Livio Loi (B) Marc VDS Racing  Kalex-KTM
12 Alex Márquez (E) Estrella Galicia 0,0 Honda
14 Francesco Bagnaia (I) Team Sky-VR46 KTM
15 Bryan Schouten (NL) CIP Moto3 Mahindra
17 John McPhee (GB) Caretta Technology - RTG Honda
19 Alessandro Tonucci (I) CIP Moro3 Mahindra
22 Ana Carrasco (E)
RW Racing GP Kalex KTM
23 Niccolò Antonelli (I) Go & Fun Gresini KTM
31 Niklas Ajo (FIN) Avant Tecno Husqvarna
32 Isaac Viñales (E)
Team Calvo KTM
33 Enea Bastianini (I)
Go & Fun Gresini KTM
41 Brad Binder (ZA) Ambrogio Racing Mahindra
42 Alex Rins (E) Estrella Galicia 0,0 Honda
43 Luca Grünwald (D) Kiefer Racing Kalex-KTM
44 Miguel Oliveira (P) Mahindra Racing Mahindra
52 Danny Kent (GB) Red Bull Husqvarna Ajo Husqvarna
55 Andrea Locatelli (I) San Carlo Team Italia Mahindra
57 Eric Granado (BRA) Mapfre Aspar Kalex-KTM
58 Juanfran Guevara (E) Mapfre Aspar Kalex-KTM
61 Arthur Sissis (AUS) Mahindra Racing Mahindra
63 Zulfahmi Khairuddin (MAL) Ongetta-Airasia Honda
65 Philipp Öttl (D) Interwetten Paddock Kalex-KTM
80 Hafiq Azmi (MAL) Avant Tecno KTM
84 Jakub Kornfeil (CZ) Team Calvo KTM
95 Jules Danilo (F) Ambrogio Racing Mahindra
98 Karel Hanika (CZ) Red Bull KTM Ajo KTM
Scott Deroue (NL) RW Racing GP Kalex KTM

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