Mahindra Racing: Das neue Konzept ging daneben

Von Günther Wiesinger
Moto3
Mahindra kommt in der vierten Moto3-WM-Saison nicht so richtig vom Fleck. Mit Bagnaia liegt der beste Fahrer auf dem 11. WM-Rang. Bei den Teams wächst der Unmut. War der Umzug nach Italien ein Fehler?

Mahindra Racing beteiligt sich mit der bei Suter Racing Technology in Turbenthal/CH gebauten MGP3O seit 2012 an der Moto3-Weltmeisterschaft.

Nach der Rennsaison 2014 wurde das offizielle Werksteam zugesperrt, jetzt bildet Jorge Martinez mit seiner Mapfre-Aspar-Mannschaft (Martin, Bagnaia, Guevara) das Werks- und Entwicklungsteam.

Aber in der Saison 2015 hat Mahindra mit Bagnaia erst einen Podestplatz erzielt, Wayne Gardner bezeichnete das Fahrzeug kürzlich als «Scheisshaufen».

In diesem Jahr sind neun Fahrer auf Mahindra unterwegs, 2016 sollen auch noch zwei Peugeot bei RW Racing dazu kommen.

Motoren und Chassis werden nach wie vor bei Suter Racing gebaut, doch Mahindra Racing hat in Besozzo in der Nähe von Varese ein neues Kompetenzzentrum errichtet, das ist eine eigene Niederlassung für die Moto3-Rennabteilung.

«Die Entwicklung wird jetzt in der Schweiz und in Italien gleichzeitig betrieben», erklärte Mahindra-Techniker Thomas Wegscheider. «Aber wir brauchen Suter-Konstrukteur Alex Giussani unbedingt auch in Zukunft. Er ist ein wichtiger Mann für dieses Projekt.»

Seit November 2014 sind unter der Leitung des ehemaligen Husqvarna-Technikers Davide Borghesi zwölf Techniker bei Mahindra Racing in Italien beschäftigt. Mahindra-Rennchef Mufaddal Choonia hatte sich von den Italienern überreden lassen, das europäische Racing-Hauptquartier von Turbenthal/CH nach Italien zu verlegen, weil die Schweiz mit ihren hohen Löhnen und der EU-Nichtmitgliedschaft beim Materialtransport immer wieder Zollprobleme verursachte.

Aber allen Beteiligten ist inzwischen klar: Es gibt keine vernünftige Kompetenzabgrenzung zwischen Suter Racing und Mahindra Racing in Italien, die Performance der Bikes hat im Vergleich zur Konkurrenz von Honda, KTM und Husqvarna gegenüber 2014 deutlich nachgelassen, deshalb sind die Kundenteams unzufrieden, auch Jorge Martinez als Betreiber des Mahindra-Werksteams gerät gegenüber Sponsor Mapfre langsam in Erklärungsnotstand.

Suter-Konstrukteur Alex Giussani will sich zur aktuellen Situation nicht äussern. «Offensichtlich läuft es nicht so, wie es sollte», stellt er nur fest. Er stimmt zu, dass die Mahindra-Ergebnisse schlechter sind als 2014. «Ich will das nicht kommentieren. Wir erfüllen Aufträge für Mahindra. Mehr kann ich nicht sagen», entgegnet Giussani kurz angebunden.

Die Bilanz fällt triste aus: Francesco Bagnaia (162 Punkte hinter Leader Danny Kent) ist als WM-Elfter bester Mahindra-Pilot, mit Jorge Martin liegt die Nr. 2 an 18. Stelle der WM-Tabelle. Dabei wollte Mahindra 2015 um den Moto3-WM-Titel fighten...

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