Sachsenring: Bald mit Ralf-Waldmann-Kurve?

Von Otto Zuber
MotoGP

Im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic wird im Juni auch an den verstorbenen Rennfahrer Ralf Waldmann erinnert. Nach dem 20-fachen GP-Sieger könnte auch bald eine Kurve des Sachsenrings benannt werden.

Am 23. Juni wird im Rahmen der Sachsenring Classic in Hohenstein-Ernstthal in der Kart-Halle ein Biker-Gottesdienst veranstaltet, der um 17 Uhr beginnt. In diesem soll auch an den überraschend verstorbenen Ralf Waldmann erinnert werden, wie Lutz Oeser, Eventmanager des ADAC Sachsen, den Kollegen der «Freien Presse» bestätigt: «Der Biker-Gottesdienst ist natürlich allen verstorbenen Motorradsportlern gewidmet. Aber diesmal wird er wohl von vielen auch genutzt werden, um an Ralf Waldmann zu erinnern.»

Denn der unerwartete Tod des allseits beliebten Ennepetalers, der im Alter von 51 Jahren einem Herzinfarkt erlag, ist erst knapp einen Monat her. Und der Schock sitzt tief, denn der stets fröhliche GP-Veteran war allseits beliebt. Kein Wunder, überlegt man sich ernsthaft, eine Kurve des Sachsenrings nach «Waldi» zu benennen, wie Oeser weiter bestätigt.

Dabei könnte es sich etwa um die berühmt-berüchtigte Kurve 11 handeln, die in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt hatte. Das wäre passend, denn während Stars wie Valentino Rossi und Cal Crutchlow die Forderung von Ex-500-ccm-Weltmeister und Safety Officer Franco Uncini nach einer Entschärfung der Kurve wiederholen, hat sich Ralf Waldmann immer für den Erhalt der Kurve 11 stark gemacht.

«Ich bin zwar von 1998 bis 2002 zu meiner Grand-Prix-Zeit und danach noch im Rahmen der IDM diese atemberaubende Kurve gefahren. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, mich bei der ADAC Sachsenring Classic 2017 mit einer 250er-Honda in HB-Lackierung genau dort abzulegen», hatte der GP-Veteran etwa bei der 60-jährigen Jubiläumsveranstaltung des Auer Motorsportclubs, dessen Ehrenmitglied der Ennepetaler war, gegenüber der «Freien Presse» geschwärmt.

«Es gibt nun einmal Kurven, in denen man stürzt. Wenn man eine Rennstrecke haben möchte, auf der keiner stürzt, ist das am Ende eine Gerade. Ich kenne viele ehemalige sowie natürlich alle aktuellen Grand-Prix-Strecken, da gibt es einige Stellen, die gefährlicher sind», lautete die Argumentation von Waldi, der auch betonte, dass die Kurve 11 auf dem Sachsenring zwar sehr schnell sei, trotzdem habe das grosse Kiesbett dort bisher immer gereicht.

Die besagte Kurve 11 gilt als schnellste Ecke des Sachsenrings. Sie geht rechtsrum und wird im fünften Gang mit etwa 200 km/h gefahren. Zudem folgt sie nach sieben Linkskurven. Das heisst: Vor dieser Rechtskurve sind die Fahrer 31 Sekunden lang auf der linken Reifenkante unterwegs.

Deshalb passieren dort trotz der asymmetrischen Reifen immer noch zahlreiche Stürze – besonders in der MotoGP-Klasse. Im Vorjahr purzelten in der Kurve 11 zum Beispiel Johann Zarco, Álvaro Bautista und Scott Redding. Bei Bautista wären beinahe die Streckenposten vom Motorrad des Spaniers getroffen worden. Beim letztjährigen Deutschland-GP ereigneten sich dort allerdings nur sechs Stürze. In den Kurven 1 und 12 waren es hingegen neun beziehungsweise zehn.

Trotzdem fordert der Sicherheitsdelegierte Uncini hartnäckig Änderungen – und wird dabei von prominenten Piloten unterstützt. Der Italiener will die Kurve durch eine Erhöhung auf der Aussenseite entschärfen. In welchem Ausmass diese ausfallen muss, um die Strecke sicherer zu machen, müsse von Spezialisten berechnet werden, erklärte der 63-Jährige.

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