Brünn-GP: Säumige Zahler fliegen aus dem Kalender

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Brünn-GP: Gehört er bald der Vergangenheit an?

Brünn-GP: Gehört er bald der Vergangenheit an?

Momentan deutet alles darauf hin, dass nach dem GP der Tschechischen Republik in Brünn am 4. August der Vorhang für den MotoGP-Zirkus in Tschechien fällt.

Seit Januar 2016 vermietet Streckenbesitzer Karel Abraham senior das Automotodrom Brno jedes Jahr an die neue Promoter-Gesellschaft «Spolek pro GP ČR». In dieser Gesellschaft ist die Stadtregierung von Brünn vertreten, die Region Südmähren und das Kunst- und Sportministerium in Prag. Aber jetzt will die Regierung in Prag die Zuschüsse von ca. 1 Mio Euro nicht mehr bezahlen, deshalb könnte der Brünn-GP 2019 am 4. August der letzte der Geschichte sein. Erstmals wurde in Brünn bereits 1965 ein Motorrad-GP ausgetragen. Abraham zittert jetzt um seine staatlich finanzierte GP-Streckenmiete von ca. 1,12 Millionen Euro.

Nur 39 Mio CZK (ca. 1,56 Mio Euro) statt der notwendigen 65 Mio CZK (2,6 Mio Euro) wird «Spolek pro GP CR» künftig an staatlichen Zuschüssen erhalten. Rund 4,1 Millionen Euro beträgt die jährliche Gebühr für die Dorna für die Austragungsrechte.

Die Dorna verhandelt jetzt mit dem Bürgermeister von Brünn, mit dem Landeshauptmann von Südmähren und der Regierung in Prag. Bei diesen Gesprächen wurde auch eine Vertragsverlängerung für die Zeit nach 2020 erörtert, dann läuft der aktuelle Fünf-Jahres-Vertrag aus.

Aber die Zahlungsmoral der Tschechen lässt seit Jahren arg zu wünschen übrig. Die Spanier ließen durchblicken: Nur wenn die Tschechen 2019 alle Beträge pünktlich bezahlen, könne man über einen neuen Vertrag reden.

Deshalb sieht Abraham senior jetzt seine GP-Felle davonschwimmen.

Abraham beklagte sich bei der Dorna über seine schwierige Situation. Aber die Inhaber der kommerziellen MotoGP-Rechte werden den GP der Tschechischen Republik künftig nicht mehr subventionieren.

«Wir haben genug andere Anfragen. Wir könnten bis zu 26 oder 27 Grand Prix im Jahr austragen», sagt Carmelo Ezpeleta. «So viele Anfragen aus der ganzen Welt haben wir momentan.»

Fakt ist: Die Kymi-Ring-Betreiber in Finnland würden gern 2020 den Finnland-GP auf den Kalender zurückholen. Seit 1982 wurde kein WM-Lauf in Skandinavien gefahren.

Wegen der zahlreichen Anfragen (Indonesien 2021 gilt als fix), Kymri-Ring, Rio de Janeiro, Mexico City, Portimão und so weiter stehen auf der Warteliste.

Deshalb wird die Dorna in nächster Zeit mit säumigen GP-Promotern kurzen Prozess machen. Wer nicht pünktlich bezahlt, fliegt aus dem Kalender.

Schon im Juli 2018, als die SRM GmbH als Sachsenring-Promoter ausgebootet wurde, versicherte Carmelo Ezpeleta hinsichtlich einer umstrittenen Bankgarantie zwischen SRM und ADAC: «Ich verlangte nie eine Bankgarantie. Wer nicht bezahlt, bekommt keinen Platz mehr im GP-Kalender.» Das bekam nach 2013 auch der Laguna-Seca-GP-Promoter zu spüren.

Übrigens: Die Zusammenarbeit mit dem neuen GP-Deutschland-Promoter «Sachsenring Event GmbH» wird von der Dorna in den höchsten Tönen gelobt. «Der Unterschied zur Vergangenheit ist spürbar. Wir sind sehr zufrieden», betont Carmelo Ezpeleta.

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