MotoGP

Jorge Lorenzo: Comeback erst im September in Misano?

Von Günther Wiesinger - 07.08.2019 13:40

Kehrt Jorge Lorenzo erst beim Misano-GP Mitte September in die MotoGP-WM zurück? Er würde dadurch drei Wochen Genesungszeit gewinnen. Stefan Bradl hätte nichts dagegen.

Das Repsol-Honda-Team hat erst am Sonntag nach dem Brünn-GP offiziell bestätigt, dass Stefan Bradl den verletzten Spanier Jorge Lorenzo auch am kommenden Wochenende beim GP von Österreich ersetzen wird. Wie schon beim Sepang-Test im Februar, beim Sachsenring-GP (Platz 10) sowie beim Brünn-GP (Platz 15).

Inzwischen müssen sich die HRC-Manager von Takeo Yokoyama über Tetsushiro Kuwata bis zu Alberto Puig ernsthaft mit der Frage beschäftigen, ob Lorenzo (sechster Brustwirbel gebrochen, achter Brustwirbel angebrochen, Sturz am Freitag bei der Dutch-TT in Assen) bereits beim British Motor Cycle Grand Prix in Silverstone (23. bis 25. August) wieder auf der Werks-Honda RC213V sitzen wird. Er würde dadurch drei Wochen mehr Zeit für seine Genesung und Therapie gewinnen.

Lorenzo hat auf der M1-Yamaha drei MotoGP-WM-Titel (2010, 2012 und 2015) gewonnen, und er ist seither gut mit Wayne Rainey befreundet, der für Yamaha die WM in der Königsklasse (damals 500 ccm) in den Jahren 1990, 1991 und 1992 gewann. 1993 stürzte der Kalifornier in Donington, danach trat er trotz eines angeknacksten Rückenwirbels in Brünn und Misano an. Seit dem Rennsturz in Misano 1993 sitzt Rainey im Rollstuhl.

Aus dem Yamaha-Werksteam ist zu hören, Lorenzo habe immer viel Respekt vor einer schweren Verletzung gehabt. Bis zum Assen-GP ist er bei allen Unfällen relativ glimpflich davon gekommen – mit Schlüsselbeinbrüchen, Kahnbeinbrüchen und ähnlichen Blessuren mit überschaubarer Heilungsdauer.

Aber Lorenzo weiß auch: Hiroshi Aoyama, der 250-ccm-Weltmeister von 2009, hat nach seiner Brustwirbelfraktur beim Silverstone-GP 2010 mit der Interwetten-MotoGP-Honda rund dreieinhalb Monate pausieren müssen, ehe die Ärzte grünes Licht für ein Comeback gaben.

Wenn Lorenzo also erst von 13. bis 15. September in Misano in die WM zurückkehrt, da er sowieso längst keine Titelchancen hat, werden seit dem Assen-Crash zweieinhalb Monate verstrichen sein.

Und Jorge hat seit dem Aragón-GP 2018 oft genug erlebt, wohin es führt, wenn er sich zu früh wieder in den Rennsattel schwingt. Und er weiß heute: Eventuell war seine Brustwirbel schon nach dem schweren Sturz beim Montag-Test in Barcelona abgeknackst. Er klagte nämlich dort über heftige Schmerzen. «Ich hatte Angst», sagte er nach dem Crash.

Die deutschsprachigen Fans dürfen sich also berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme von Stefan Bradl am britischen WM-Lauf machen.

Die jüngsten Lorenzo-Verletzungen

Aragón-GP 2018: Luxation der großen Zehe, Bruch des zweiten Mittelfußknochens rechts;

Buriram-GP 2018: schwere Prellung am linken Handgelenk, Verstauchung des rechten Knöchels;

Januar 2019: Trainingssturz beim Offroad-Fahren; Kahnbein am linken Handgelenk gebrochen;

Losail-GP 2019: Knochenriss an einer Rippe; heftige Prellungen am Rücken; am Handgelenk,. an den Fingern und Füssen;

Jerez-Montag-Test am 6. Mai 2019: Nach schwerem Crash starke Schmerzen am ganzen Körper;

Barcelona-Montag-Test am 17. Juni 2019: Schmerzen am Brustkorb und am Rücken;

Assen-FP1 am 28. Juni 2019: Sechster Brustwirbel gebrochen, Haarriss im achten Brustwirbel.

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