Warum ist Marquez so stark? Dovi sucht Erklärungen

Von Ivo Schützbach
MotoGP
2019 eher selten: Fünf Fahrer kämpfen um die Spitze

2019 eher selten: Fünf Fahrer kämpfen um die Spitze

Nach elf von 19 MotoGP-Rennen der Saison 2019 ist Andrea Doviziosos Rückstand auf WM-Leader Marc Marquez (Honda) geringer als im Vorjahr. Weshalb sich der Ducati-Star trotzdem Sorgen macht.

Nach elf Rennen 2018 führte Marc Marquez die Weltmeisterschaft mit 201 Punkten an, ihm folgten damals Valentino Rossi (142), Jorge Lorenzo (130) und Andrea Dovizioso (129).

Vor einem Jahr sahen wir in den ersten elf Rennen mit Dovizioso, Crutchlow, Marquez und Lorenzo vier verschiedenen Sieger.

2019 ist nach elf Rennen erneut Marquez WM-Leader, der Weltmeister hat aber bereits 230 Punkte gesammelt. Dovizioso ist mit 58 Punkten weniger Gesamtzweiter, er hat 14 Punkte weniger Rückstand als vor einem Jahr.

Dieses Jahr sahen wir mit Dovizioso, Marquez, Rins, Petrucci und Vinales bereits fünf Sieger.

Obwohl es mehr verschiedene Sieger gab und der Vorsprung von Marquez auf den Zweiten nur ein Punkt mehr ist als 2018, haben seine Gegner den Eindruck, er wäre deutlich stärker als letzte Saison.

Diese Blickweise entstand, weil Marquez dieses Jahr viele Rennen vom Start weg dominierte und es nur selten größer Gruppen gab, die um die Führung kämpften.

Andrea Dovizioso versuchte dem Phänomen Marc Marquez auf den Grund zu gehen.

Andrea, der Hinterreifen wurde von Alleinausrüster Michelin für diese Saison verändert. Kannst du beschreiben inwiefern und welche Auswirkungen das hat?

Das ist nicht einfach zu beantworten, weil man im Rennen anders als im Training fährt und die Reifen entsprechend anders reagieren. Der Reifen bietet anderen Grip als letztes Jahr, deshalb können wir nicht mehr gleich fahren und verlieren in gewissen Bereichen. Ich beschwere mich nicht, es haben ja alle die gleichen Reifen. Wir feilen an unserer Abstimmung, um besser zu werden.

Die größte Veränderung ist, dass Marquez im Speed zugelegt hat. Er ist ab der ersten Runde vorne, gibt seine Pace vor und fährt ein bisschen schneller als alle anderen. Alle anderen müssen Energie aufwenden, hohe Risiken eingehen und die Reifen strapazieren, um dran zu bleiben. Deshalb ist es natürlich, dass der Reifen mehr mitgenommen wird und früher kaputt ist als letztes Jahr.

Wurde Marquez schneller oder wurde er durch die neuen Reifen schneller?

Es lässt sich nicht sagen, wie viel der Reifen ausmacht, nur er wurde schneller. Wir wissen nicht genau, was sie über den Winter geändert haben. Deshalb kann ich nur auf mich schauen – wir haben mehr Punkte als letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Aber Marc eben auch, das ist der Punkt.

Ist der Schlüssel zum Erfolg, in den Rennen möglichst früh die Führung zu übernehmen?

Es geht ja nicht nur darum an die Spitze zu gehen, du musst auch den Speed haben, um dort zu bleiben. Und das bis zur letzten Runde.

Oft liegt Marc in Führung und macht Druck, das ändert viel. Das war letztes Jahr nur selten so. Wenn du schnell bist und ein Rennen bestimmst, dann kannst du mit dem Reifen haushalten. Mit der aktuellen Reifenauswahl können wir das nicht mehr.

Ducati befürchtet, dass wenn sie einige der Schwächen der GP19 ausmerzen, dass sie dafür einige der Stärken opfern müssen.

Das ist normal. Ein Paket ist immer ein Kompromiss. Es ist fast unmöglich, sich in einem Bereich zu verbessern und dabei nirgends anders zu verlieren. Darum geht es aber nicht. Wir schauen, dass unsere Schwächen weniger werden.

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