Honda unterstreicht: Im Zweifel geht es nach Marquez

Von Ivo Schützbach
Ohne Marc Marquez stünde Honda in der MotoGP-WM 2019 auf verlorenem Posten. Projektleiter Takeo Yokoyama über die Qualitäten des Weltmeisters, die große Klappe von Cal Crutchlow und die Sorgen von Jorge Lorenzo.

Weltmeister Marc Marquez kommt mit komfortablen 58 Punkten Vorsprung auf Andrea Dovizioso (Ducati) zum zwölften von 19 MotoGP-Events 2019 nach Silverstone. Der Spanier hat bereits 230 Punkte gesammelt, im Schnitt 20,9 pro Rennen – trotz der Nullrunde in Texas.

Zweitbester Honda-Pilot in der Gesamtwertung ist Cal Crutchlow (78) als Neunter, sein LCR-Teamkollege Takaaki Nakagami (62) ist Zehnter. Honda-Werksfahrer Jorge Lorenzo hat die letzten vier Rennen verletzungsbedingt verpasst und in den sieben davor nur 19 Punkte gesammelt.

«Marc erledigt einen fantastischen Job, für Jorge war es von Beginn an schwierig», sagte Takeo Yokoyama, MotoGP-Projektleiter der Honda Racing Corporation. «Er war im Winter verletzt und hatte deshalb in der Vorbereitung nicht genügend Zeit auf unserem Motorrad. Als er anfing sich auf dem Bike besser zu fühlen, hatte er einige Stürze und weitere Verletzungen. Es dauert länger, als er und wir erwartet haben, um schnell genug zu sein.»

Lorenzo ist in Assen in FP1 gestürzt, brach sich dabei den sechsten Brustwirbel und zog sich einen Haarriss am achten Brustwirbel zu. Daraufhin wurde er auf dem Sachsenring, in Brünn und Spielberg von Testfahrer Stefan Bradl ersetzt. Am kommenden Wochenende ist der Mallorquiner in Silverstone wieder dabei.

«Ich bin mir sicher, dass er bald schnell sein», macht sich Yokoyama Mut. «Crutchlow schlägt sich gut, er stand schon zweimal auf dem Podium. Nakagami verbessert sich laufend und fährt konstant in die Top-10.»

Takeo, Honda hat den Topspeed-Nachteil gegenüber Ducati verringert. Lassen sich die anderen Schwächen der Honda genau analysieren, wenn ihr einen Fahrer wie Marc Marquez habt, der so viel kaschieren kann?

Ich weiß nicht, ob kaschieren das richtige Wort ist. Wenn du einen Fahrer wie Marc hast, einen Spitzenfahrer und Champion, dann kann er Dinge kaschieren. Das kann jedem Hersteller passieren und ich will nicht verneinen, dass das geschieht. Deshalb ist es umso wichtiger, mit ihm zu arbeiten. Er versteht das Motorrad sehr gut und arbeitet seit sieben Jahren damit – er kann uns viel bei der Entwicklung helfen. Er weiß genau was notwendig ist, um noch schneller zu werden.

Was macht ihr, wenn Marquez mal in Ferien geht oder keine Rennen fahren kann? Seid ihr dann in der Lage, Cal Crutchlow und Jorge Lorenzo ein benutzerfreundliches Motorrad zu geben, das zu deren Fahrstil passt?

Crutchlows Charakter ist bekannt, er verlangt viel – und redet gerne.

Ich genieße die Gespräche mit ihm, er gibt uns sehr gute Rückmeldungen. Deswegen wollen wir das Motorrad auch für ihn verbessern. Dasselbe gilt für Jorge. Wir arbeiten für alle unsere Fahrer.

Es geschieht nicht oft, dass sie gegenteilige Sachen sagen. Tritt dieser Fall ein, ist unsere Priorität natürlich Marc. Er ist der Weltmeister und kann uns die besten Rückmeldungen geben. Mit ihm müssen wir den Titel gewinnen.

Sollte er wirklich mal in Ferien gehen, werden wir an der von den anderen Fahrern eingeschlagenen Richtung weiterarbeiten. Aber Marc geht nicht in Ferien, keine Sorge.

Warum tut sich Lorenzo mit der Honda so schwer? Liegt das wirklich nur an seinen Verletzungen?

Wegen seines Fahrstils hatten wir erwartet, dass ihm der Umstieg auf die Honda nicht leicht fällt. Wir wussten auch, dass es nicht einfach wird, das Bike an ihn anzupassen. Hinzu kamen mehrere Verletzungen. Immer, wenn er anfing sich auf dem Motorrad komfortabler zu fühlen, passierte ein Unglück. So gerieten wir in eine Abwärtsspirale. Sobald wir aus dieser ausbrechen können, wird alles gut.

Müsst ihr euren gegenüber letztem Jahr besseren Topspeed mit einem schlechteren Gefühl für das Vorderrad bezahlen, wie vor allen Crutchlow klagt?

Dem stimme ich nicht zu.

Eines unserer Ziele für dieses Jahr war, im Topspeed besser zu werden. Wir wollten deshalb aber nicht wo anders verlieren. Ich bin der Meinung, dass wir das zu einem guten Grad geschafft haben.

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