«Rossi hat definitiv Titelchancen», sagt Lin Jarvis

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Valentino Rossi: Kann er in den Titelkampf eingreifen?

Valentino Rossi: Kann er in den Titelkampf eingreifen?

Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis freute sich beim zweiten Jerez-GP über einen Hattrick durch Quartararo, Viñales und Rossi. Er traut dem 41-jährigen Superstar jetzt zu, 2020 um den Titel zu fighten.

Nach dem ersten Jerez-Weekend beim Gran Premio Red Bull de España wurde Valentino Rossi von seinen zahlreichen Hatern heftig kritisiert. «Ehrlich gesagt, ich war überrascht, in welch kurzer Zeit Valentino danach die Verhältnisse zurecht gerückt hat», räumt Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis ein. «Ich habe das mit Vergnügen zur Kenntnis genommen, weil ich wusste, es war sehr wichtig für Vale, die Rückkehr an die Spitze zu schaffen und ein gutes Ergebnis zu bewerkstelligen. Das war sehr wichtig für seine mentale Motivation. Denn das erste Wochenende hat gar nicht gut funktioniert.»

«Ursprünglich wollte Valentino seine Entscheidung zum Weitermachen von den Resultaten der ersten fünf Rennen abhängig machen», ruft Jarvis in Erinnerung. «Dann wollten wir und er eine Einschätzung machen. Dann kam endlich das erste Wettkampf des Jahres, und im Gegenteil zu Valentino waren alle anderen Yamaha-Fahrer schnell. Das gab viel Grund zur Besorgnis. Doch er hat den Turnaround geschafft. Valentino hat sich wieder neu entdeckt. Die Begeisterung und Erleichterung stand ihm ja nach dem Rennen deutlich ins Gesicht geschrieben, als er nach 15 Monaten endlich wieder auf dem Podium stand… Das war ein sehr bedeutungsvoller Moment für ihn. Ich glaube, er hat jetzt viel frische Motivation für den Rest dieser seltsamer Saison getankt.»

Valentino Rossi liegt jetzt mit 16 Punkten auf Platz 6 der Weltmeisterschaft, Fabio Quartararo führt mit 50 Punkten vor Maverick Viñales (40).

Der 115-fache GP-Sieger hat seit dem 25. Juni 2017 (seit 47 Rennen) keinen Grand Prix gewonnen, seit 2009 keine Weltmeisterschaft. Kann «The Doctor» trotzdem 2020 um den Titel fighten? Denn jetzt stehen in vier Monaten zwölf weitere Grand Prix auf dem Kalender – und Rossi gilt als Muster an Beständigkeit.

«Nach zwei Rennen kommen noch alle Topfahrer für den Titelgewinn in Frage», meint Lin Jarvis, der Managing Director von Yamaha Motor Racing. «Denn vorläufig haben wir noch zwölf Rennen vor uns. Wir haben bei den ersten zwei Events gesehen, welch seltsame Vorkommnissen passieren können. Beim ersten Grand Prix hatten wir mit Crutchlow, Rins und Marc Márquez gleich drei prominente Verletzte. Dieser Sport bringt unerwartete Ereignisse mit sich, er ist gefährlich. Alle möglichen Dinge können passieren. Es wird nicht einfach für Valentino, vor allem wenn man die Beständigkeit von Fabio und Maverick betrachtet. Sie waren bei den ersten zwei Rennen sehr, sehr stark. Wir haben auch gesehen, dass mit Andrea Dovizioso immer gerechnet werden muss. Ich war zwar überrascht, dass er beim zweiten Grand Prix auf Platz 6 hinten gelandet ist. Denn üblicherweise ist er ‚Mister Consistency‘; wenn er nicht gewinnt oder Zweiter wird, findet man ihn normal immer in den Top-4. Es hat. ich überrascht, dass Ducati beim zweiten Rennen offenbar Mühe hatte. Valentino hat definitiv eine Titelchance. Aber ich betone: Es wird nicht einfach gegen einige dieser jungen, zuverlässigen Leistungsträger.»

Ergebnisse MotoGP Jerez/E, 26. Juli

1. Fabio Quartararo (F), Yamaha, 41:22,666 min
2. Maverick Vinales (E), Yamaha, +4,495 sec
3. Valentino Rossi (I), Yamaha, +5,546
4. Takaaki Nakagami (J), Honda, +6,113
5. Joan Mir (E), Suzuki, +7,693
6. Andrea Dovizioso (I), Ducati, +12,554
7. Pol Espargaro (E), KTM, +17,488
8. Alex Marquez (E), Honda, +19,357
9. Johann Zarco (F), Ducati, +23,523
10. Alex Rins (E), Suzuki, +27,091
11. Tito Rabat (E), Ducati, +33,628
12. Bradley Smith (GB), Aprilia, +36,306
13. Cal Crutchlow (GB), Honda, +45,683

WM-Stand nach 2 von 14 Rennen:

1. Quartararo, 50 Punkte. 2. Viñales 40. 3. Dovizioso 26. 4. Nakagami 19. 5. Pol Espargaró 19. 6. Rossi 16. 7. Miller 13. 8. Alex Márquez 12. 9. Zarco 12. 10. Morbidelli 11. 11. Mir 11. 12. Bagnaia 9. 13. Oliveira 8. 14. Petrucci 7. 15. Rabat 7. 16. Rins 6. 17. Smith 5. 18. Binder 3. 19. Crutchlow 3.

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