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Aprilia-Racing-Boss Rivola: «Phase 1 ist gescheitert»

Der Auftritt des MotoGP-Weltmeisters Jorge Martin dauerte genau vier Runden und zwei Kurven. Dann ging es ins Krankenhaus. Aprillia-Racing-CEO Massimo Rivola über das Desaster von Sepang.

MotoGP

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Am Vorabend des Testbeginns in Sepang hatte sich Jorge Martin voller Enthusiasmus zum anstehenden Abstimmungsprozess geäußert. "Wir haben viel neues Material zum Probieren dabei, gleichzeitig muss ich mich an das Motorrad anpassen, was nicht einfach wird. Ich werde etwas Zeit brauchen, um alles zu verstehen", so der Weltmeister.

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Keine 24 Stunden später lag der Weltmeister bereits im Aurelius-Krankenhaus von Nilai. Es war der womöglich kürzeste und zugleich ereignisreichste Testauftakt in der Geschichte der modernen MotoGP. Binnen einer Handvoll Runden stürzte Jorge Martin zweimal. Beim zweiten Crash, einem garstigen Highsider, landete der "Martinator" so unkontrolliert, dass er sich insgesamt vier Frakturen an der rechten Hand sowie im linken Fuß zuzog.

Martin musste eine Nacht im Krankenhaus beobachtet werden. Am heutigen Donnerstag kann es frühestens zurück nach Spanien für eine weitere Behandlung durch Spezialisten gehen.

Während sich der Champion in der naheliegenden Klinik befand, trat ein sichtlich enttäuschter Massimo Rivola vor die Presse. Der Chef der Aprilia-Rennabteilung aus Noale berichtete alle ihm bekannten Details zu dem verheerenden Ausfall der Startnummer 1.

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Rivola: "Jorge hatte die Box zu seinen ersten Runden wie geplant mit dem Motorrad von Catalunya verlassen. In seiner ersten fliegenden Runde stürzte Jorge am Ausgang von Kurve 1, also auf der rechten Seite. Dann kam er zurück, ging nach einem Check wieder auf die Strecke. Es wiederholte sich, in der ersten fliegenden Runde stürzte er erneut, in Kurve 2, einer Links. "

Der Italiener weiter: "Es ist extrem unglücklich. Ich meine, Jorge ist kein Amateur wie ich, er ist ein MotoGP-Pilot und Weltmeister. Was wir jetzt wissen, ist, dass Jorge keinen Fehler gemacht hat und dass sein Motorrad technisch komplett in Ordnung war."

Bleiben die Reifen als entscheidende Ursache. Massimo Rivola: "Wir haben hierzu im Moment keine Antwort. Fakt ist: Die Reifen waren jeweils auf der richtigen Temperatur, auch der Luftdruck war korrekt. Wir haben nach dem ersten Sturz nicht gewechselt. Montiert war hinten ein Medium-Slick. Dazu ist zu sagen, das ist ein Reifen mit einer asymmetrischen Konstruktion. Die Mischung unterscheidet sich rechts und links. Ich habe mich bereits nach der exakten Historie des verwendeten Reifens erkundigt, aber derzeit haben wir hier noch keine Informationen."

Laut Massimo Rivola steht derzeit noch nicht fest, wie sich der Saisonstart für Jorge Martin gestaltet: "Wir sind optimistisch das Jorge beim Auftakt dabei ist. Er wird eine Operation am Fuß benötigen und dann müssen wir abwarten, wie sich sein ganzer Körper entwickelt und er sich entsprechend erholen kann. Wir wissen, MotoGP-Piloten können hier sehr außergewöhnlich sein und sehr viel wegstecken. Im Übrigen können wir auch sehr froh sein, dass er sich nicht schlimmer verletzt hat. Was den Test in Thailand angeht, werden wir mit Lorenzo Savadori arbeiten."

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Zur weiteren Vorgehensweise in Sepang sagte der Racing CEO: "Wie haben viele Teile zu testen, müssen uns nun auf Marco konzentrieren und auch in Betracht ziehen, Lorenzo Savadori wieder zum Einsatz bringen, wir brauchen ihn." Die Entscheidung dazu war bereits gefallen. Der Italiener stieg in der Früh des zweiten Tages wieder ins Leder.

Massimo Rivola schloss mit einer Portion Galgenhumor: "Beim Teamlaunch in Mailand habe ich die Parole ausgegeben, dass wir uns in der ersten Phase schnellstmöglich auf den Stand bringen müssen. Heute kann ich sagen, dass Phase 1 gescheitert ist."

Nicht nur Massimo Rivola ist strategisch vom Fahrplan abgekommen. Trackhouse-Manager Davide Brivio muss den Ausfall von Raul Fernandez verdauen und die VR46-Mannschaft schnauft schwer nach dem erneuten Aus für Fabio Di Giannantonio.

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