Stefan Bradl: «Ich mache nicht alles verkehrt»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl mit Crew-Chief Christophe «Beefy» Bourguignon

Stefan Bradl mit Crew-Chief Christophe «Beefy» Bourguignon

Stefan Bradl ist WM-Achter und will sich in der Tabelle auf Platz 5 vorarbeiten. «Wenn man den Speed der Top-4 mitgehen kann, macht man nicht alles verkehrt», meint der Barcelona-Fünfte.

Stefan Bradl (24) besuchte am Samstag das 24-h-Rennen auf dem Nürburgring, drehte eine Runde mit dem Official Car von BMW, kommentierte mit Edgar Mielke in der Sprecherkabine von Sport1 mit, schaute sich den neuen Lexus an und reiste am Abend um 17 Uhr wieder heim, um sich das Fussballspiel Deutschland gegen Ghana zu Gemüte zu führen.

Am Mittwoch fliegt der LCR-Honda-Fahrer nach Bremen und fährt dann weiter nach Assen, wo er 2012 den vierten und 2013 den dritten Startplatz erzielt hat. Doch in den Rennen hat es weniger gut geklappt. «2012 bin ich nach drei oder vier Runden beim Kampf um einen Podestplatz gestürzt. Ich war gut unterwegs, bin aber dann umgefallen. Letztes Jahr bin ich Sechster geworden», erinnert sich der 24-jährige Bayer.

Stefan, früher hast du doch über die Piste in Assen beklagt, du hast den ersten Sektor als Parkplatz bezeichnet. Aber die MotoGP-Startplätze 4 und 3 lassen vermuten, dass du inzwischen dort gut zurechtkommst?

Ja, ich komme mittlerweile mit der Strecke gut zurecht. Mei, der erste Teil ist nicht so wirklich prickelnd. Aber seit dem Umbau sind jetzt bald neun Jahre vergangen, also muss man sich daran gewöhnen.
Abgesehen vom ersten Sektor ist Assen recht flüssig und schnell. Der erste Teil ist nicht so wunderschön zu fahren. Aber es ist nicht so schlimm.

In Assen ist immer mit Regen zu rechnen. Du hast in zweieinhalb MotoGP-Jahren noch kein einziges flag-to-flag-Rennen erlebt mit Motorradwechsel.

Ja, ich bereite mich immer extrem gut auf das Rennwochenende vor und haben habe mir heute deshalb sogar den Wetterbericht angeschaut und ihn analysiert. Es kann jeden Tag regnen, auch beim Rennen am Samstag.
Witzig ist, dass wir in diesem Jahr noch keine Runde im Nassen gefahren sind. Bei keinem Test, bei keinem Training, bei keinem Rennen – nothing.
Aber ab Donnerstag kann es sein, dass wir ein paar Regensessions fahren werden.

An deinen Zielen hat sich nichts geändert. In den Training unter die ersten fünf fahren und im Rennen so ähnlich abschneiden wie in Barcelona, wo du besten Kundenfahrer warst – auf Platz 5?

Ja, und wenns geht, nicht weit weg von der Spitze sein.
Das ist ja immer so eine Sache... In Barcelona haben sich Pedrosa und Márquez in der letzten Runde noch touchiert. Davon hat Rossi profitiert, er ist dadurch Zweiter geworden.

Und du warst zu weit hinten...

Ja, ich war zu weit weg... Deshalb sage ich mir: Wenn man nicht so weit weg ist, hätte man in so einem Fall noch eine Möglichkeit, beim Kampf ums Podest einzugreifen.
Aber zuerst muss es mir einmal gelingen, ein ganzes Rennen hindurch den Speed der vier Werksfahrer mitzugehen. So ein ähnliches Rennen wie in Barcelona, das wäre am Samstag in Ordnung.

Wie fühlt sich das an, wenn man nach sechs Runden als Fünfter nur 0,9 sec hinter dem Spitzenreiter Rossi liegt und die vier Stars in Griffnähe spürt?

Ja, es ist immer ein schönes Gefühl, wenn man die Spitze noch im Auge hat und der Führende nicht zu weit weg ist. Das ist ein Super-Orientierungspunkt. Dann weiss man, da vorne sind die vier Besten. Und wenn man diesen Speed mitgehen kann, macht man nicht grundlegend alles verkehrt.

Der Catalunya-GP brachte endlich ein Erfolgserlebnis für dich. Die Bestzeit im FP3, Startplatz 4 – so etwas gibt doch Mumm für die nächsten Rennen?

Ja, Barcelona war absolut okay. Aber die Kräfteverhältnisse werden jedes Wochenende wieder anders sein. Assen hat eine ganz andere Streckencharakteristik, viel flüssiger, da muss man bei der Fahrwerksabstimmung wieder einen anderen Weg gehen.
Auch das Wetter kann in Assen eine grosse Rolle spielen.
Ich will so nahe an der Spitze dran sein. Aber Top-5, das ist heute nichts so einfach, das muss man klar sehen.
Aleix Espargaró ist zum Beispiel in Barcelona mit seiner Open-Yamaha ein super Rennen gefahren, auch sein Bruder Pol. Das sind Jungs, die man nicht unterschätzen darf. Auch Smith war stark, er ist beim Test die zweitbeste Zeit gefahren. Dazu ist Iannone auf der Ducati stark... In Assen könnte Ducati generell schneller sein als zuletzt, denn sie leiden bei hohen Temperaturen am meisten.

Insgesamt sind die hitzigen Diskussionen über die Vorteile der Open-Class ein bisschen verstummt?

Ja, aber in Barcelona war es den Ducati ein bisschen zu heiss. Wenn es in Assen ein bisschen kühler ist, funktioniert vielleicht ihr weicher Hinterreifen im Rennen...
Wenn es kühler ist oder es zu regnen anfängt, können die Ducati-Pläne ein bisschen besser aufgehen.

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