Marc Márquez: «Motorräder beschweren sich nie»

Von Isabella Wiesinger
Marc Márquez hat mit 21 Jahren bereits 42 GP-Siege verbucht

Marc Márquez hat mit 21 Jahren bereits 42 GP-Siege verbucht

Weltmeister Marc Márquez hat Angst vor dem Meer, er bewundert Mick Doohan und würde im Zweifelsfall lieber ohne Frauen statt ohne Motorräder leben.

Marc Márquez bricht mit 21 Jahren alle Rekorde. In Indy sorgte er für den 500. Podestplatz eines Spaniers im Motorrad-GP-Sport, für den 100. Sieg eines Spaniers in der Königsklasse (500 ccm/MotoGP).

Es war der 42. GP-Sieg des Superstars, dem momentan alles gelingt.

Dazu gewann er als erster Fahrer seit Mick Doohan 1997 in der «premier class» zehn WM-Rennen hintereinander. Und als erster Fahrer seit Giacomo Agostini (Ago gelang das 1968, 1969 und 1970) triumphierte der Weltmeister bei den ersten zehn Saisonrennen hintereinander.

Der WM-Stand von Márquez ist leicht auszurechnen: Zehnmal 25 Punkte – 250. Genau so eindrucksvoll ist der Rückstand von Dani Pedrosa. Er ist auf 89 Zähler angewachsen.

Das heisst: Marc Márquez wird spätestens beim Aragón-GP am 28. September Weltmeister werden.

Im Interview mit den Kollegen von Motor Cycle News sprach der Weltmeister aus dem Repsol-Honda-Team offen über Dinge, die ihm Angst machen,

Wenn dir Stürzen bei 210 km/h keine Angst bereitet, wovor fürchtest du dich dann?

Ich habe grosse Angst vor dem Meer. Es ist unmöglich für mich, auf ein Boot zu gehen. Wenn ich am Strand bin und das Wasser ganz klar und ruhig ist und ich den Grund sehen kann, ist es kein Problem. Aber sobald es tiefer wird, bekomme ich es mit der Angst zu tun. Ich habe dann das Gefühl, dass ein Ungeheuer kommt und mich angreift.

Ist es schwierig für dich, in der Öffentlichkeit spazieren oder in einen Supermarkt zu gehen?

Letztes Jahr, als ich in die MotoGP kam, war es bereits etwas schwieriger, aber dieses Jahr ist es unmöglich, für mich in Spanien ein normales Leben zu führen. Aber so ist das nun mal.
Ich habe ja viele Fans und ich verstehe, dass es unter diesen Umständen schwierig ist, ein normaler Typ zu sein, auch wenn ich es oft gerne wäre. Aber es ist auch ein spezielles Gefühl, wenn die Menschen dich auf der Strasse anhalten.
Wenn ich mit dem Auto fahre, behalte ich immer meine Sonnenbrille an, aber die Leute erkennen mich und wollen meine Hand schütteln. Ich stehe bei einer Ampel und schaue gerade aus, aber die Leute erkennen mich trotzdem. Das gibt mir auch das Gefühl, dass ich eine grosse Verantwortung habe, vor allem den Kindern gegenüber. Ich bin ihr Held und es ist komisch, aber sie schauen zu mir auf.

Es scheint, als könntest du alles. Was war das Letzte, worin du wirklich schlecht warst?

Das war wohl beim Playstationspielen. Ich werde immer so wütend, weil mein Bruder immer gegen mich gewinnt. Egal ob wir MotoGP, FIFA oder Autorennen spielen – egal was wir machen, Alex ist immer besser. Es gibt da auch dieses eine Motocross-Game, das man auf dem iPhone spielen kann und Dani (Pedrosa) ist immer 1,5 Sekunden schneller als ich. Das macht mich wahnsinnig, weil man die Zeiten online sehen kann. Da ich seinen Gamer-Namen kenne, kann ich immer sehen, dass er schneller ist als ich!

Wer sind die drei bekanntesten Menschen unter deinen Telefon-Kontakten?

Rafa Nadal (Tennis-Champion), Andres Iniesta (spanischer Fussballspieler, Europa- und Weltmeister) und Fernando Alonso (Formel-1-Weltmeister). Nicht so schlecht also.

Welche fünf Menschen würdest du gerne zu einem Abendessen einladen?

Nadal würde ich einladen, weil wir oft auf Whatsapp schreiben, wir aber nie die Zeit hatten, uns in Ruhe zusammenzusetzen. Iniesta, meinen Bruder Alex, meinen besten Freund Edgar Donaare. Und dazu bräuchten wir jemanden, der uns unterhält, also kann Cal Crutchlow kommen und ein paar Witze erzählen.

Wenn es jemanden gibt, tot oder lebendig, den du gerne kennenlernen würdest, wer wäre es?

Ich würde gerne Neymar oder Lionel Messi (beide Fussballspieler beim FC Barcelona) kennenlernen. Neymar gefällt mir wirklich.

Neben deinen ganzen Trophäen, was ist dein wertvollster Besitz?

Was am meisten Wert für mich hat, ist mein allererstes Motorrad. Das ist toll, denn ich habe ein paar Motorräder zu Hause, die wichtig waren auf dem Weg dahin, wo ich heute bin. Ich habe mein erstes Motocross-Bike und mein ersten Road-Racing-Bike. Ich muss das leise sagen, aber mein erstes Motorrad war eine Yamaha PW50.

Wenn du ein Teammanager wärst, welche beiden jungen Fahrer würdest du engagieren?

Natürlich meinen Bruder. Einen zweiten zu wählen ist sehr schwierig, denn da gibt es Viñales, Folger, Miller und Fenati, die sehr schnell sind. Aber wenn ich einen davon auswählen müsste, wäre es Folger, weil er in einem guten Team ein hohes Potenzial hätte.

Wenn du mit irgendeinem Bike in der Geschichte der Motorräder fahren könntest, welches wäre es?

Vielleicht die letzte Honda NSR500, die eine Weltmeisterschaft gewann. Das war die beste Entwicklung der 500er-Bikes; ich hätte gerne mal eine 500-ccm-Maschine ausprobiert. Und die Zweitakter haben grossartige Geräusch von sich gegeben.

Wenn du einen Fahrer aus der Geschichte des Motorsports auswählen müsstest, mit dem du gerne im Team wärst, wer wäre es?

Mick Doohan. Ich habe immer gedacht, dass er am Schwierigsten zu besiegen wäre. Er mochte es nicht einmal, in den Tests geschlagen zu werden. Und in den Rennen war er von der ersten Runde an immer schnell.

Wenn du irgendein Mädchen oder eine Frau auf der ganzen Welt zu einem Date einladen würdest, wen würdest du wählen?

Ich sage meine Mutter und halte mich so aus jeglichem Ärger raus.

Wenn wir dir ein Ticket geben würden, mit dem du irgendwohin fliegen könntest, wohin würde es gehen?

Nach Cancun oder auf die Malediven. Die Malediven sind wunderschön.

Wenn du irgendeinen Charakter in einem Film spielen könntest, wer würde es sein und wieso?

Ich weiss nicht genau, wer es sein würde, aber ich würde keinen guten Jungen spielen. Ich wäre ein Verbrecher, weil die Leute immer sagen, dass ich ein guter Junge bin und ich manchmal einfach das Gegenteil sein will.

Fluchst du vor deinen Eltern?

Ich fahre nie die grossen Geschütze auf. In manchen Situationen kommt mir vielleicht mal ein «Scheisse» aus, aber ich gebrauche nie die wirklich schlimmen Schimpfworte. Ich hebe das F-Wort für die Box auf.

Wenn du morgen entweder Mädchen oder Motorräder aufgeben müsstest: Worauf könntest du eher verzichten? Könntest du eher ohne Frauen oder ohne Bikes leben?

Wow, das ist eine schwierige Frage. Vielleicht würde ich die Bikes behalten, weil ich sie alle mag und weil sie sich nie beschweren!

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