Mike Leitner: Zwei weitere Jahre bei Dani Pedrosa

Von Günther Wiesinger
Mike Leitner mit Dani Pedrosa

Mike Leitner mit Dani Pedrosa

Aus der Trennung von Dani Pedrosa von Crew-Chief Mike Leitner wird nichts: Das Erfolgsduo wird auch 2015 und 2016 zusammenarbeiten.

Seit 2004 arbeitet der 52-jährige Österreicher Mike Leitner als Crew-Chief bei Dani Pedrosa, 2004 und 2005 wurde die 250-ccm-Weltmeisterschaft auf der Movistar-Honda gewonnen, 2006 erfolgte der Einstieg in die Königklasse.

Beim Brünn-GP 2014 kamen Gerüchte auf, Pedrosa wolle sich bei Rossi ein Beispiel nehmen und sich von seinem langjährigen Crew-Chief trennen.

Es hiess sogar, Leitner könne Ramon Forcada 2015 als Race Engineer bei Jorge Lorenzo ersetzen.

Inzwischen steht fest: Leitner wird auch 2015 und 2016 bei HRC und Pedrosa arbeiten, das Duo hat 41 MotoGP-Rennen gemeinsam gewonnen, aber nie einen WM-Titel in der Königsklasse.

Pedrosas bisherige MotoGP-Endränge seit 2006: Der Repsol-Honda-Werkspilot hat seit seinem MotoGP-WM-Einstieg die Ränge 5, 2, 3, 3, 2, 4, 2 und 3 erreicht; momentan ist er WM-Zweiter vor Rossi.

«Ich habe zwar noch keinen neuen Vertrag unterschrieben, aber es ist jetzt alles klar», sagte Leiter vor seinem Abflug nach Japan zu SPEEDWEEK.com. «Honda und Dani wollen die Zusammenarbeit fortsetzen. Aber es wird trotzdem ein paar Veränderungen geben.»

Das heisst: Der Neuseeländer Christophe und der Franzose Marc werden als Mechaniker durch einen Italiener und einen Spanier ersetzt, der Deutsche Emanuel Buchner bleibt bei Pedrosa und HRC.
Leitner: «Ich muss sagen, ich habe da nicht gepusht. Das ging nicht von mir aus, es gab Diskussionen darüber...»

Leitner hält auch fest, dass so eine Zusammenarbeit immer in beiderseitigem Einvernehmen beschlossen werden muss. «Es sieht immer so aus, als könne nur der Fahrer so eine Zusammenarbeit beenden», betont Leitner. «Dabei muss sich jeder einzelne Mechaniker immer wieder überlegen, ob er weitermacht und ob er wieder einen Vertrag macht. Das ist ja ein Job mit viel Druck und vielen Reisen.»

Pedrosa hat 2013 und 2014 sichtlich unter dem starken Teamkollegen Marc Márquez gelitten, er hat in diesem Jahr erst ein Rennen (Brünn) gewonnen.

«Es müssen sich alle drei Hauptgegner steigern und verbessern, wenn sie mit Márquez mitfahren wollen, Dani, dazu Rossi und Lorenzo. Aber man merkt bei Dani, es ist eine Tendenz zur Verbesserung da», meint Leitner. «Am Anfang der Saison gab es bei Dani eine Art Schockzustand, ist mir vorgekommen. Inzwischen kann man nicht mehr sagen, dass Márquez alles dominiert, er ist sicher noch der stärkste Fahrer, der Sieg führt über ihn. Aber die andern haben unwahrscheinlich aufgeholt und aufgeschlossen.»

Pedrosa hat seine Überlegenheit beim Start und in der Startphase eingebüsst, ausserdem lassen oft seine Qualifying-Ergebnisse zu wünschen übrig.

Leitner: «Die Startphase war auch in Aragón nicht besonders gut. Oder sagen wir: Der Start war gut, aber die erste Runde war nicht so speziell. Die Verhältnisse waren dort kritisch am Sonntag. Die Strecke war nass, dann fast trocken, dann wieder nass... Aber die Risikobereitschaft von Márquez ist einfach höher, das muss man anerkennen. Man muss einfach versuchen, dem eigenen Fahrer ein möglichst gutes Motorrad hinzustellen. Denn es braucht jeder etwas anderes.»

Pedrosa ist 28 Jahre alt, er hat jetzt noch zwei Jahre Zeit, endlich MotoGP-Weltmeister zu werden.

Leitner will auch die angebliche Qualifying-Schwäche von Pedrosa nicht überbewerten. «Wir sind zuletzt manchmal im Qualifying Fünfte gewesen, mit fünf Zehntel Rückstand. Ohne Open-Bikes wäre man Dritter gewesen, also wärst du in der ersten Startreihe gestanden», gibt der ehemalige 125-ccm-GP-Pilot aus Oberösterreich (zweimal GP-Vierter) zu bedenken. «In diesem Jahr schauen viele MotoGP-Fahrer im Quali gegen die Open-Bikes schwach aus. Bradl, Bautista, Smith, Pol Espargaró, wenn die alle die weichen Hinterreifen hätten, würden die Quali-Ergebnisse auch anders ausschauen. In Brünn 2014 stand Dani mit 18 Hunderstel Rückstand auf dem fünften Startplatz. Von so einem Startplatz kann man nachher das Rennen gewinnen, wie sich gezeigt hat. Aber es haben sich halt zwei Open-Fahrer reingepresst, sonst wäre Dani in Brünn aus der ersten Reihe losgefahren.»

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