Kevin Schwantz: Márquez schlagen? «Rhythmus stören!»

Von Sharleena Wirsing
MotoGP

Wen sollte man fragen, wie man einen scheinbar unschlagbaren Gegner besiegt? Ganz klar: den Spätbremser-König und 500-ccm-Weltmeister Kevin Schwantz!

Kevin Schwantz war der Weltmeister der spektakulären Manöver. Und vor Valentino Rossi war er wohl ohne Zweifel einer der charismatischsten Fahrer der GP-Geschichte. Der Texaner schien stets immun gegen Angst und Schmerzen.

Diese Furchtlosigkeit hat er mit Weltmeister Marc Márquez gemeinsam. Daher hat Schwantz auch eine Idee, wie er den Spanier attackieren würde. «Wenn ich gegen jemanden antrat, der vielleicht an diesem Wochenende schneller war als ich, dann habe ich einfach jede erdenkliche Möglichkeit genutzt, um vor denjenigen zu kommen – auch wenn ich ein Harakiri-Manöver brauchte, um neben ihn zu kommen und dann beim Bremsen vorbeizugehen. Ich habe versucht, ihren Rhythmus zu stören», analysiert Schwantz. «Manchmal hat das funktioniert, manchmal auch nicht.»

«Immerhin habe ich mich in diesem Moment wie der Sieger gefühlt. Wenn man nur folgt, folgt, folgt, dann sieht man nur zu, wie der Abstand immer größer wird. Dann wird man auf jeden Fall geschlagen», weiß Schwantz.

Die Technik des Texaners setzte Valentino Rossi 2008 in Laguna Seca erfolgreich gegen Casey Stoner ein, als er ihn durch zahlreiche, teilweise grenzwertige Überholmanöver eindrucksvoll in die Knie zwang.

Derzeit beobachtet Schwantz diese Taktik bei Weltmeister Márquez. «Wenn ihn jemand überholt, dann versucht er sofort, wieder vorbeizugehen», schilderte er gegenüber «Crash.net». «Márquez zeigt ein Level von Geschick in den Rennen, das wir nicht mehr gesehen haben, seit Valentino dominierte. Es werden noch ein paar Jahre vergehen, bis auch sein jüngerer Bruder Alex in der MotoGP-Klasse fährt, aber dann gibt es zwei von ihnen.»

Schwantz ist überzeugt, dass sich der 22-jährige Márquez bereits bei den Vorsaison-Tests einen Vorteil gegenüber den Gegnern verschaffte. Doch er sieht erst das zweite Rennen in Austin als Indikator für den weiteren Saisonverlauf, da die Strecke von Katar so einzigartig ist. «Bis zum Rennen in Austin denke ich nicht, dass wir etwas über den Ausgang der Weltmeisterschaft erfahren. Das gilt für alle drei Klassen.»

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