Stefan Bradl: «Möchte noch ein Wörtchen mitreden»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl auf der Forward-Yamaha

Stefan Bradl auf der Forward-Yamaha

Stefan Bradl hat trotz des schwachen ersten Saisondrittels die Hoffnung auf den Open-Class-Sieg noch nicht aufgegeben. Und er findet die Privilegien für Ducati ungerecht.

Nur ein Punkt bei den ersten sechs WM-Läufen, dreimal durch Sturz ausgeschieden – das Resümee des ersten Saisondrittels fällt für Stefan Bradl desaströs aus.

Auf dem Circuit de Catalunya in Montmeló geht es für den deutschen Athinà-Forward-Yamaha-Piloten darum, den in Mugello festgestellten Aufwärtstrend zu bestätigen.

Stefan, in Mugello lief es abgesehen vom ersten freien Training technisch recht vielversprechend, auch die Elektronik machte wenig Kopfzerbrechen. Wird dieser Trend in Barcelona anhalten? Wurde jetzt beim Elektronik-Set-up eine brauchbare Basis gefunden?

Ja, ich hoffe schon. Denn die Daten und Informationen, die das Team nach dem Mugello-GP noch einmal ausgewertet hat, sollten ​zeigen, dass Mugello ein Schritt in die richtige Richtung war.
​Mugello ist zwar eine Strecke, auf der die Traction Control keine so extrem entscheidende Rolle spielt wie im kalten Le Mans oder bei rutschigen Verhältnissen wie in Las Termas. Denn in Mugello war der Grip gut.
​Ich gehe aber davon aus, dass das Barcelona-Wochenende in den Trainings ähnlich verlaufen könnte wie das in Mugello. Laut Wetterbericht wird es nicht so super heiss. Trotzdem ist Barcelona immer ein Kessel, weil die Piste meistens schmierig wird, wenn die Belagstemperaturen steigen. Aber ich hoffe, dass unser Set-up hier funktioniert, denn der Grip ist hier normalerweise auch gut. Ich rechne damit, dass es mit unserer Elektronik-Basis auch hier ​klappt.
Mugello war in dieser Hinsicht in Ordnung.
Nach dem ersten freien Training am Freitag werden wir mehr wissen.

Jahrelang galt Barcelona als Yamaha-Strecke?

Ja, aber letztes Jahr gab es einen Doppelsieg von Honda, ich war Fünfter. Lässt sich schwer sagen...

Du hast hier 2007 als 125-ccm-Wildcard-Pilot Platz 7 erreicht, du hast hier 2011 den Moto2-GP gewonnen, auch in der MotoGP-Klasse warst du hier immer stark. Die Strecke liegt dir?

Ja, mir taugt es hier. Die Strecke ist okay, hier kann man das Motorrad richtig ausnützen. Es sind gute Passagen dabei. Ich habe an dieser Piste nichts auszusetzen.

Dein Saisonziel war der Gesamtsieg in der Open-Class-Wertung. Jetzt hast du erst einen Punkt, Barbera 16, Baz zehn. Ist der Open-Sieg noch ein Thema?

Ich habe mir die Tabelle gar nicht angeschaut. Wir haben noch zwölf Rennen.
Ich möchte schon noch ein Wörtchen mitreden beim Kampf um den Open-Sieg. Es kann bei den restlichen Rennen noch viel passieren.
Wenn wir jetzt einmal den roten Faden gefunden haben, sollte es vorwärts gehen.

Wie sehr freust du dich auf 2016, wenn alle MotoGP-Fahrer mit einer einheitlichen Elektronik fahren?

Ja, ich glaube, das ist absolut der richtige Weg. Diese Zwei-Klassen-Gesellschaft in der MotoGP-Klasse ist nicht besonders sinnvoll. Es ist komisch, wenn Ducati Privilegien kriegt, obwohl sie schon dauernd auf dem Podest sind und seit 2003 pausenlos in der MotoGP dabei sind. Es täte der ganzen Klasse gut, wenn diese Privilegien bei Ducati wegfallen.
Es ist ja recht und schön, wenn Ducati wieder vorne dabei ist.
Aber ich kann Honda und Yamaha verstehen, wenn sie sich auf den Standpunkt stellen: Jetzt ist es genug mit der Unterstützung. Irgendwann muss man die Kirche im Dorf lassen.
Es wäre nur gerecht, wenn Ducati bald wieder dieselben Voraussetzungen hätte wie Honda und Yamaha. Wenn sie dann genau so gut abschneiden wie jetzt, haben sie wirklich einen grossen Schritt gemacht.
Aber ich glaube, Ducati ist noch weit davon entfernt, aus fünf Motoren im Jahr dieselbe Leistung und Standfestigkeit rausholen zu können wie die Japaner.
Die zwölf Motoren statt fünf machen einen riesigen Unterschied. Und die nicht eingefrorene Motorenentwicklung natürlich. Den Verlust des weicheren Hinterreifens können sie eher verschmerzen.

Du selbst hast den um eine Stufe weicheren Hinterreifen der Open-Class bisher nicht optimal ausnützen können.

Naja, er ist auch nicht mehr so weich wie im Vorjahr. Ich weiss nicht, wie weich er 2014 war. Aber die unterschiedlichen Mischungen beim Hinterreifen sind auch keine Dauerlösung.
Ich bin nicht dafür, dass man mit diesen Privilegien heute noch ein Werk wie Ducati unterstützt. Diese Vorteile sollten Werken wie Aprilia und Suzuki vorbehalten sein, also den Neueinsteigern, ​auch KTM für 2017. Dass die Neueinsteiger Hilfe brauchen, verstehe ich.

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