Tom Lüthi: Wie gut sind seine MotoGP-Chancen?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Tom Lüthi: Zuletzt Platz 3 in Le Mans

Tom Lüthi: Zuletzt Platz 3 in Le Mans

Tom Lüthi hat bisher den Sprung in die Königsklasse nicht geschafft, er fährt die zehnte Saison in der Mittelgewichtsklasse. Aber die Hoffnung lebt immer noch.

Tom Lüthi wird im September 30 Jahre alt. Der Schweizer Moto2-Pilot bestreitet seine siebte Moto2-Saison, vorher fuhr er drei Jahre lang mit einer Werks-Aprilia-RSA 250 die Viertelliter-WM.

Kein Wunder, wenn der elffache GP-Sieger (6x Moto2, 5x 125 ccm) immer noch von der MotoGP-WM träumt. Denn erstens ist er immer für Erfolge gut, zweitens würde sein Fahrstil gut zur Königsklasse passen, sind manche Experten und Rennfahrerkollegen überzeugt.

Lüthi durfte am Tag nach dem 125-ccm-WM-Titelgewinn 2005 in Valencia zehn Runden lang eine Fünfzylinder-990-ccm-Werks-Honda RC211V testen. Später wurde er von Schweizer Medien mit dem MotoGP-Projekt von BMW in Verbindung gebracht, das nie Wirklichkeit wurde. Es reichte deshalb bei BMW nur zu einem Vertrag als Markenbotschafter für die Schweiz. Auch bei Suzuki, Tech3-Yamaha und Ilmor klappte es nie mit einem MotoGP-Vertrag.

Auch ein Deal mit Martinez-Honda für die Saison 2015 kam nie zustande.

Immerhin hat Tom Lüthi im Januar 2016 einen Vertrag mit KTM abgeschlossen, er soll die RC16-MotoGP-Maschine ab Juni an sechs Tagen testen – neben Mika Kallio, Randy de Puniet und Karel Abraham.

«Das wird mein erster richtiger MotoGP-Test», freut sich der Schweizer.

Aber Lüthi weiss, dass er mehr als ein oder zwei Moto2-Rennen im Jahr gewinnen muss, wenn er mit 30 Jahren angesichts des Jugendwahns in der MotoGP noch einen Platz ergattern will.

Die Werke engagieren lieber Teenager wie Miller, Vinales oder Rins. Auch Jonas Folger ist erst 22 Jahre alt. Anderseits: Sam Lowes wird am 14. September auch schon 26 Jahre alt, bevor er mit Aprilia in die MotoGP-WM wechselt. Und Zarco wird am 16. Juli 26 Jahre alt, er hat einen Suzuki-Vertrag in der Tasche.

Tom Lüthi, jetzt WM-Dritter, in Le Mans auf der Pole-Position, 2016 schon GP-Sieger in Katar, macht sich trotzdem keine Illusionen.

Die MotoGP-WM ist eine geschlossene Gesellschaft, das Eindringen sehr schwierig.

In dieser Saison nehmen 21 Fahrer teil, nächstes Jahr werden es 23 sein, weil das KTM-Werksteam mit zwei Piloten dazu kommt.

Mit Lowes, Zarco und Folger steigen bereits drei Moto2-Fahrer auf, Moto2-WM-Leader Alex Rins wird ebenfalls in die MotoGP-Klasse wechseln.

Also müssen zuerst einmal zwei etablierte MotoGP-Fahrer entlassen werden, bevor Tom Lüthi zum Zug kommen kann. Und auch Superbike-Fahrer wie Michael van der Mark (bei Honda) sind auf der Suche nach einem MotoGP-Vertrag.

Wackelkandidaten aus heutiger Sicht in der MotoGP-WM: Hernandez, Baz, dann muss einer der beiden Aprilia-Werksfahrer (Bautista oder Bradl) für Lowes Platz machen, auch Cal Crutchlow könnte ein Auslaufmodell sein, wenn er seine Leistung nicht stabilisiert.

«Ich konzentriere mich auf meine eigenen Leistungen, dann wird sich zeigen, ob sich eine MotoGP-Möglichkeit ergibt», lautet der Plan von Tom Lüthi.

In der MotoGP-Klasse ist alles möglich. Vielleicht zieht Tito Rabat den Schwanz ein und kehrt in die Moto2-WM zurück. Oder vielleicht verliert HRC die Geduld mit Jack Miller und sucht einen Ausweg aus dem sowieso unverständlichen Drei-Jahres-Vertrag.

Tom Lüthis beste MotoGP-Chance für 2017 ist vor dem Frankreich-GP vernichtet worden: Das Schweizer CarExpert-Team bewarb sich für den 24. MotoGP-Platz 2017, aber das Feld wird nicht vergrössert, erst für die Saison 2018.

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