Heinz Kinigadner: «Ich bin keine Rallye-Legende»

Von Günther Wiesinger
Motocross-WM MXGP
Stéphane Peterhansel, Heinz Kinigadner und Cyril Despres: drei Legenden?

Stéphane Peterhansel, Heinz Kinigadner und Cyril Despres: drei Legenden?

Der zweifache Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner wurde von der FIM als Rallye-Legende geehrt. Darüber wunderte sich keiner mehr als der Tiroler selbst.

Bei der «FIM Gala Ceremony» am letzten Sonntag im Tempodrom von Berlin warf einige Fragen auf.

So fragte sich zum Beispiel Heinz Kinigadner, der 250-ccm-Motocross-Weltmeister von 1984 und 1985, warum ausgerechnet er als «Rallye-Legende» ausgezeichnet wurde.

Der Franzose Jack Vimond hingegen wurde zur Motocross-Legende gekürt.

«Ich bin siebenmal bei der Dakar-Rallye mitgefahren. Ich habe zwar ein paar Etappen gewonnen, aber nie die Gesamtwertung. Ich bin sogar kein einziges Mal ins Ziel gekommen», erklärte der 56-jährige Zillertaler im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Für mich war das Rallye-Fahren eine Gaudi und ein Abenteuer, das Motocross-Fahren hingegen war meine Leidenschaft und mein Beruf.»

Deshalb wunderte sich «Kini» über die Ehrung seines ehemaligen Kontrahenten Jacky Vimond. «Das war eigentlich witzig bei dieser FIM-Gala. Vimond ist jetzt eine Motocross-Legende. Dabei ist er erst 1986 Weltmeister in der 250-ccm-Klasse geworden, nachdem ich zu den 500ern aufgestiegen war. Das ist auf den ersten Blick nicht wirklich verständlich. Und als Rallye-Legende kämen mir viel eher Stéphane Peterhansel, Marc Coma oder Cyrel Despres in den Sinn. Die haben alle fünfmal die Dakar-Rallye gewonnen und dazu einige Rallye-Weltmeistertitel.»

Aber «Kini» will sich nicht beschweren. «Trotzdem, es war ein schöner Abend. Es war ein würdevoller Rahmen für die Weltmeister», sagt er. «Ich fühle mich jetzt trotzdem nicht als Legende. Denn Legenden sind entweder richtig alt oder tot. Ich bin bei beiden noch nicht so richtig dabei...»

Die FIM-Gala sorgte auch in anderer Hinsicht für Verwirrung. Die Japanerin Tomoto Igata sollte ursprünglich mit dem «FIM Women’s Award» ausgezeichnet werden. Sie wurde aber dann offenbar als männliche Legende ausgezeichnet, im FIM Press Release wurde sie jedenfalls in einem Satz mit den Legenden Per-Olof Serenius, Gilles Burgat, Heinz Kinigadner, Gualtiero Brissoni, Jacky Vimond und Luigi Taveri genannt. Die FIM erwähnte und würdigte von den weiblichen Motorsportlerinnen nur Emma Bristow, Livia Lancelot, Kirsi Kainulainen und Laia Sanz.

Die männlichen Gäste wie Heinz Kinigadner fragten sich, wer Tomo Igata sei und was sie geleistet habe. «Ich habe mich bei Jacky Vimond erkundigt, wer die Frau im Hosenanzug ist», schilderte der KTM-Botschafter aus Österreich.

Tomoko Igata hat 1995 beim Motorrad-Brünn-GP in der Klasse bis 125 ccm mit Platz 7 ihr bestes GP-Ergebnis erreicht. Ihr bestes GP-Jahr beendete sie damals als 21. der WM-Gesamtwertung.

Reicht das bei der FIM schon, um in eine Reihe mit einer wahren Legende wie dem dreifachen 125-ccm-Weltmeister Luigi Taveri (87) gestellt zu werden?

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