Katar-GP: Teures Flutlicht und 40.000 m3 Erdreich

Von Otto Zuber
Motocross-WM
Premiere: Bereits wurde in Katar ein Rennen ausgetragen

Premiere: Bereits wurde in Katar ein Rennen ausgetragen

Für die Motocross-WM-Läufe in Katar und Thailand wurden neue Strecken gebaut. Greg Atkins von Youthstream sagt, wie die Arbeiten in den beiden Ländern abgelaufen sind.

Heute Sonntag in zwei Wochen ist der erste Motocross-Grand-Prix der Saison bereits Geschichte, denn beim Auftakt in Katar wird am Samstagabend unter Flutlicht um die ersten WM-Punkte des Jahres gefahren. Eine Woche darauf wird in Si Racha der Thailand-GP ausgetragen. In beiden Ländern gastiert der WM-Tross zum ersten Mal, dementsprechend musste eine WM-taugliche Infrastruktur hergerichtet werden. Greg Atkins ist Streckenbauer für den GP-Promoter Youthstream und hat in Katar und in Thailand die Arbeiten begleitet.

In Katar wird auf dem durch die MotoGP bekannten Gelände des Losail Circuit gefahren, die Strecke wurde eben mit einem nationalen Rennen erstmals befahren. Was können wir dort erwarten?
Wir hatten eine gute Zusammenarbeit mit den Leuten vor Ort, es war eine grosse Herausforderung. Die Strecke, die wir gebaut haben, erinnerte an den Circuit, den wir für das Nationen-Cross 2009 im italienischen Franciacorta gebaut haben. Das Gelände besteht grundsätzlich aus Felsen. Viele Leute denken, in Katar gibt es nur Sand. Aber tatsächlich sind wir in felsigem Gebiet. In dieser Gegend gibt es verschiedene Sorten von Böden, wir haben die Strecke mit qualitativ gutem Material aufgebaut. Es war ein langer Prozess, beim Arbeiten musste auf die Begebenheiten dieses Land Rücksicht genommen werden. Man musste viele Entscheidungen treffen, die von uns abgesegnet werden mussten. Wir sind sehr glücklich, wie alles abgelaufen ist, es ist alles bereit.

Youthstream-Präsident Giuseppe Luongo erzählte vor ein paar Wochen, dass die Strecke ein Mix aus Sand, Lehm und Erde ist. Kannst du das etwas präzisieren?
Wir haben viel experimentiert, welche Unterlagen in der Region erhältlich sind. Vom Losail Circuit aus sieht man in der Ferne grosse Erdhügel, also haben wir von verschiedenen Orten Katars eine Menge Erde herangekarrt. Wir brauchten eine gute Lehm-Basis, diesen haben wir 180 km von einem Gelände an der Grenze gefunden. Lehm war vor allem für die Sprünge notwendig, denn diese müssen natürlich sehr gut gebaut sein. Eine Abschnitte der Strecke sind sandig, andere wiederum sind ein Lehm-Sand-Gemisch. Diese Teile sind die Geraden und können der Hitze trotzen. Die Kurven werden weicher sein.

Es wird nachts gefahren – wie sieht es bei der Beleuchtung aus?
Die Verantwortliche für das Licht sind dieselben Leute, die auch bei der MotoGP für das Licht sorgen. Sie machen auch die Beleuchtung beim US-Motocross-Rennen in Thunder Valley in den USA. Wir hatten viel Informationen von David (Anm.: Thunder-Valley-Promoter) bekommen. Ich weiss, was David für die Beleuchtung bezahlt hat, es war nicht günstig. Aber in Katar haben wir eine Menge Flutlicht installiert!

Wie lange dauerte der Bau der Strecke?
Wir haben letzten September nach dem Deutschland-GP mit den Arbeiten begonnen. Wir haben eine Menge Engagement in dieses Rennen investiert. Wir wollten einfach nur eine Top-Unterlage für diese Strecke, wir sprechen von rund 40.000 Kubikmeter Bodenmaterial. Der Circuit ist ziemlich gross.

(Bilder vom Streckenbau auf dem Losail Circuit sehen Sie hier:)

Im neuen Rennformat treten die 250-ccm- und die 450-ccm-Fahrer gegeneinander an. Kommt die Strecke eher den MX1- oder MX2-Fahrern entgegen?
Das kommt auf die Form des Fahrers an. Wir haben beim Bau eingeplant, dass das Rennen zwischen den beiden Gruppen enger wird. Aber ich kann nicht sagen, wer einen Vorteil haben könnte.

Wie sieht es aus beim Rennen in Thailand?
Thailand kommt richtig gut. Die Kulturen zwischen Thailand und Katar sind sehr unterschiedlich. Sie haben in den letzten paar Wochen grosse Anstrengungen bewiesen. Ich war bisher fünfmal vor Ort und werde demnächst erneut vorbeischauen. Die Strecke wurde in drei Etappen gebaut, sie ist nun fertig. Jetzt werden noch das Fahrerlager und ein paar andere Dinge gebaut. Dieser Grand Prix wird gut, der Boden ist wie in Agueda in Portugal, es wird also gut werden. Es ist nicht hart und nicht weich, ich mag diese Erde sehr. Das Bewässerungssystem ist gut, wir werden es wegen der Hitze brauchen. Beim Start geht es bergauf, das wird den 250-ccm-Fahrern helfen. Das wird interessant werden.

Der thailändische MX-Promoter sprach von einem grossen Touristengebiet, aber die Strecke liegt in einem Industriegebiet. Wie ist denn die Lage in Wirklichkeit?
Es ist ein Industriegebiet. Aber du wirst entzückt sein, wie sehr sich Thailand verändert hat. Ich war vor 20 Jahren dort und es hat sich alles total verändert. Die Strecke liegt in einem faszinierenden Gebiet, in Thailand werden viele Qualitätsprodukte hergestellt, es ist unglaublich. Die Strecke liegt eineinhalb Stunden vom Bangkoker Flughafen entfernt und ist sehr einfach zu finden.

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