Superbike-WM 2018: Taucht Aprilia mit Winglets auf?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

In der MotoGP-Klasse wurden die Winglets Ende 2016 aus Sicherheitsgründen verboten. Die Ingenieure fanden Wege, das Verbot zu umgehen – nun könnten die Flügel auch in der Superbike-WM auftauchen.

Um die Wheelie-Neigung zu vermindern und mehr Anpressdruck am Vorderrad zu schaffen, erfand Ducati für sein MotoGP-Bike die Winglets – Flügel an der Verkleidung. Diese wurden nach der Saison 2016 verboten, verschwanden aber nicht. Die Hersteller nützen seitdem Lücken im Reglement, statt Flügel anzubauen, integrierten sie diese in die Verkleidung.

Als erste Manufaktur stellte Aprilia Anfang November auf der EICMA in Mailand ein Serienmodell mit Winglets vor, die RSV4 FW. Als Basismotorrad dient die Aprilia RSV4 RR Race Pack, welche in vier Ausbaustufen als FW-Version erhältlich ist. Wer das Beste will, greift zur RSV4 FW-GP. Der Motor basiert auf dem V4 der RS-GP 15, der 2015er-Version von Aprilias MotoGP-Motorrad. Er hat 81 mm Bohrung und pneumatisch betätigte Ventile. Mehr als 250 PS sind versprochen.

In der Superbike-WM werden wir dieses Motorrad nie zu sehen bekommen, da es mit 160.000 Euro viermal so teuer ist, wie es sein dürfte. Die Versionen R-FW Stock1, R-FW Stock2 und R-FW SBK liegen allesamt unterhalb des erlaubten Kostendeckels von 40.000 Euro und verfügen über eine Verkleidung mit Winglets. Ob die Modelle mindestens 500 Mal gebaut werden, was für eine Homologation notwendig wäre, ist unbekannt.

Um Diskussionen vorzubeugen, hat der Motorrad-Weltverband FIM das Thema Winglets ins Superbike-Reglement 2018 aufgenommen. Es galt schon immer, dass die Verkleidung des Serienbikes nur wenige Millimeter in der Form angepasst werden darf. Dass die Rennverkleidung aus leichterem Material wie Carbon gefertigt sein darf, war auch bereits erlaubt.

Neu ist im Reglement der Passus, dass aerodynamische Komponenten wie Winglets nur dann erlaubt sind, wenn das homologierte Motorrad eine solche Verkleidung hat und dieses Bike in Europa, Japan und Nordamerika im Laden erhältlich ist.

Dieser Zusatz ist überflüssig, da der ursprüngliche Regelwortlaut bereits definiert, wie die Verkleidung eines homoligierten Bikes auszusehen hat. Winglets waren demnach schon immer erlaubt, sofern die homologierte Serienmaschine darüber verfügt.

Neu im Reglement ist, dass elektronische Federelemente verboten sind. Selbst dann, wenn das Serienbike diese hat.

Ein Fahrer, der im Qualifying keine Zeit innerhalb 107 Prozent zum Schnellsten schafft, wird nicht vom Rennen ausgeschlossen, sondern muss vom Ende des Feldes starten.

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